Außenwerbung :
Australier protestieren gegen Werbung auf Wahrzeichen

Auf den Segel-Dächern der Oper in Sydney soll Werbung platziert werden. Die Australier finden das alles andere als "amusing".

Text: Anja Janotta

Die Segel der Oper wurden als Werbefläche genutzt.
Die Segel der Oper wurden als Werbefläche genutzt.

Die Oper in Sydney: Sie ist ein Wahrzeichen, sie gehört zu den Gebäuden des Weltkulturerbes. Aber als Projektionsfläche für Werbung taugt sie - Bitteschön! - nicht. Das zumindest finden die Einwohner von Sydney, die sich heftig dagegen wehren, dass Reklame für ein Pferderennen auf ihrem Wahrzeichen projiziert wird.

Wie es dazu kam? Die Chefin des Hauses, Louise Herron, hatte zunächst abgelehnt, ihr Haus für Werbung herzugeben, war dann aber von der Regionalregierung New South West überstimmt worden. Diese erlaubte den Werbeeinsatz für das lukrative Pferderennen The Everest. Sogar der Premierminister von Australien Scott Morrison sprach sich für die kommerzielle Nutzung aus, schließlich sei es ja nicht so, dass die Werbung fest auf die Oper gemalt, sondern nur mit Licht projiziert werde.

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Was wiederum die Einwohner von Sydney auf den Plan gerufen hat. Am Dienstagabend (Ortszeit) protestierten Tausende gegen die Verunglimpfung ihres Wahrzeichens. Zu dieser Zeit wurden planmäßig sechs Minuten lang die spezifischen, Segel-artigen Dächer der Oper mit den Farben der Jockeys angeleuchtet. "Sails not for Sale"- skandierten dazu die friedlichen Demonstranten.

Über 300.000 Australier haben zudem eine Online-Petition unterzeichnet (Stand Dienstagnachmittag, westeuropäische Zeit), in der gegen die Pläne protestiert wird und in der es heißt: Die Oper gehöre jedem.

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Autor:

Anja Janotta, Redakteurin
Anja Janotta

seit 1998 bei der W&V - ist die wohl dienstälteste Onlinerin des Hauses. Am liebsten führt sie Interviews – quer durch die ganze Branche. Neben Kreativ- und Karrierethemen schreibt sie ab und zu was völlig anderes - Kinderbücher. Eines davon dreht sich um ein paar nerdige Möchtegern-Influencer.