Am Montag reichte der Verein eine Petition beim Werberat ein. Ihre Forderung: Kinder und Jugendliche müssen vor Außenwerbung geschützt werden, die vermittele, Frauen seien vor allem Körper und allzeit sexuell verfügbar. Aber auch vor dem Bild, das Männer als erfolgreiche Typen und Macher darstellt, die bestimmen, wo es langgeht.

Der Deutsche Werberat erklärte mittlerweile in einer Stellungnahme, das Gremium wolle sich an der öffentlichen Debatte über Geschlechterdiskriminierung in der Werbung beteiligen. Geschäftsführerin Julia Busse nahm die Petition bei einer Podiumsdiskussion entgegen und betonte: "Der intensive Dialog darüber, was für die Gesellschaft sexistische Werbung ist und was nicht, ist dem Werberat überaus wichtig. Auch beim Austausch der Meinungen dazu gilt: Vielfalt ist schön. Doch einseitige Interpretationen und das Ausblenden von vielleicht unerwünschten Fakten helfen nicht weiter.“ Der Kinder- und Jugendschutz habe einen besonders hohen Stellenwert in der Arbeit des Werberates. Doch jede Werbung nur aus Kindersicht zu beurteilen, würde der Verpflichtung des Werberats zu "einer ausgewogenen Abwägung zuwider laufen". Für ihn gelte ein "Balance-Gebot". Busse: "Bei seinen Entscheidungen muss der Werberat ganz unterschiedliche Interessen abwägen. Dabei wird die Sichtweise keiner Gruppe ausgeklammert, auch nicht die Sicht derjenigen, die mit der Werbung angesprochen werden sollen."

Eine Rednerin bei der Demo fasste es so zusammen: "Frauen existieren nur als weiße, extrem schlanke, gesunde heterosexuelle Norm-Schöne und immer willige Gegenstände". Das sei Sexismus und der Ursprung von Gewalt und letztlich Auslöser für Initiativen wie #aufschrei.

Die Organisation Femen war übrigens nicht dabei. Die Aktivistinnen, die vorzugsweise barbusig demonstrieren, folgten der Bitte der Organisatorinnen, ihrerseits keine Aktion zu starten.


Autor:

Frauke Schobelt, Ressortleiterin
Frauke Schobelt

ist Ressortleiterin im Online-Ressort und schreibt über alles Mögliche in den Kanälen Marketing und Agenturen. Sie hat ein Faible für Kampagnen, die „Kreation des Tages“ und die Nordsee. Und für den Kaffeeautomaten. Seit 2000 im Verlag W&V.