Bayer-Sprecher Christian Maertin widerspricht diesen Darstellungen: "Diese Geschichte basiert auf zahlreichen Spekulationen und falschen Behauptungen. Um nur einige zu nennen: Bayer hat keine zehn Millionen Euro "für den Psychokampf gegen den grünen Zeitgeist" bereitgestellt.

Auch die Behauptung, Bayer habe in den Sozialen Medien "fingierte Konten" eröffnet, um automatisiert "Botschaften unters Volk" zu bringen, entbehrt jeder Grundlage. Die Kommunikation von Bayer arbeitet grundsätzlich nicht mit Bots, die "menschliches Verhalten simulieren" oder gar "zielgerichtet gegen Kritiker" eingesetzt werden.

Bayer arbeite darüber hinaus nicht mit "Propagandisten" zusammen – im Gegenteil: Transparenz und Glaubwürdigkeit seien "die höchsten Prämissen der Kommunikation von Bayer".

Inzwischen setzt sich auch Novo-Chefredakteur Richard gegen den Bilanz-Artikel zur Wehr. In einer ausführlichen Replik auf setzt er sich mit den Lobbyismus-Vorwürfen Ziesemers auseinander.

Die Frage bleibt, wieviel DNA Bayer in Zukunft von Monsanto übernehmen wird. Wie der Pestizid-Saatgut-Riese zukünftig im Umgang mit politischen Gegnern auftritt und welches Bild er dabei abgibt - in Streitfragen wie Glyphosat oder Gentechnik, Welternährung oder Agrarpolitik - wird mitentscheiden, ob die Fusion zum Erfolg wird.

Mehr darüber, ob es Bayer gelingen kann, Monsanto umzuprogrammieren lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der W&V 22/2018.


Autor:

Judith Pfannenmüller
Judith Pfannenmüller

ist Korrespondentin für W&V in Berlin. Sie schaut gern hinter die Kulissen und stellt Zusammenhänge her. Sie liebt den ständigen Wandel, den rauhen Sound und die thematische Vielfalt in der Hauptstadt.