Social-Media-Strategie :
Bei Arag berät jetzt der Versicherungs-Chatbot

Chatbots sind das neue Schwarz  - und Herr Kaiser demnächst ein Roboter. Jetzt hat Arag den ersten Versicherungs-Chatbot Deutschlands gestartet.

Text: Markus Sekulla

Arag-Tower in Düsseldorf: Der Versicherungskonzern setzt auf Chatbots.
Arag-Tower in Düsseldorf: Der Versicherungskonzern setzt auf Chatbots.

Chatbots sind das neue Schwarz. So langsam können mir die Leser der Digitalglobetrotter-Kolumne ein Bullshit-Bingo zutwittern. Aufmerksame Leser der SXSW-Berichte (u.a. von Adrian Rosenthal) sind keine fünf Minuten am Thema vorbei gekommen, und so gut wie jede Branche versucht sich an eigenen Projekten. Neulich wurde hier auf W&V zum Beispiel über Chad von Opel berichtet.

Jetzt mit im Ring: Versicherungen. Gerade hat die Arag den meines Wissens und meiner Recherche nach den ersten Versicherungs-Chatbot in Deutschland auf den Facebook-Messenger-Markt gebracht. Das Thema ist passend zur Jahreszeit: Reiseversicherungen.

Der "Arag Reiseassistent" informiert über Reiseversicherungen für Kurz- und Fernreisen, für Singles oder Familien, und am Ende steht ein Link zur passenden Versicherung. Was mir dabei gefällt, ist die zeitgemäße Nutzung des Mediums Messenger. Emojis und Gifs lockern die Gespräche auf, denn selbst online redet niemand gerne mit einem langweiligen Versicherungsvertreter. Ebenfalls bemerkenswert: Die Arag gab auf Nachfrage an, den Chatbot intern und ohne Hilfe einer Agentur auf die Beine gestellt zu haben.

Der Arag-Reiseassistent ist wie Opel-Chad sicher nicht der endgültige Durchbruch der Chatbots, muss er aber auch nicht. Es wird versucht, experimentiert und gescheitert. Alles wichtig für neue Technologien. Nutzer brauchen Butter bei die Fische, und da sind eine Reiseversicherung und ein Termin bei für eine Probefahrt doch schon mal ein Anfang.

Eine Hürde für Informations-Chatbots sehe ich bislang jedoch als unüberwindbar: Google.

Bislang kenne ich keinen Bot, der eine simple Google-Suchanfrage schlägt. Äpfel mit Birnen? Ach bitte ... Wenn wir eine Info haben wollen, sind wir so stark auf Google konditioniert wie der Hund von Pawlow auf die Futterglocke.

Solche Experimente sind ein guter Weg, um ein Unternehmen aus einer oft als langweilig bezeichneten Branche hipper zu positionieren. Das ist der Arag gelungen. Wenn schon eine Versicherung in das Feld vorstößt, wer bringt dann als nächstes einen Chatbot? Eine Bank? Eine Behörde? Wait, gibt es schon ... in Wien: "WienBot: Die Stadt Wien hat einen Chatbot".

Markus Sekulla arbeitet als Kreativ- und Digitalberater in Düsseldorf und wo er sonst noch gebraucht wird. Von deutschen Agenturen wird er u.a. als Trendscout gebucht. Außerdem ist er einer der Macher von Mobilegeeks. In seinem W&V-Blog #digitalglobetrotter schreibt er über beispielhafte internationale Kreationen. Sachdienliche Kreativ-Hinweise nimmt Markus Sekulla gern unter markussekulla@gmail.com entgegen.

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Autor:

Markus Sekulla
Markus Sekulla

W&V-Kolumnist Markus Sekulla ist freiberuflicher Unternehmensberater im Bereich Kreative/Digitale Kommunikation. Er befasst sich in der nicht immer klar zu trennenden Frei-und Arbeitszeit am liebsten mit New Work, Trends, digitalen Kampagnen und kreativen Ideen.