Ausblick von Mark Curtis, Fjord :
Beim Mobile World Congress dominiert die Stimme

Sprachsteuerung, integrierte Apps und unsichtbare Benutzeroberflächen werden Smartphones den Rang als Trendsetter der digitalen Welt streitig machen. Ein Ausblick auf den MWC von Mark Curtis, Fjord.

Text: W&V Leserautor

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Mark Curtis, Co-Founder und Chief Client Officer bei Fjord.
Mark Curtis, Co-Founder und Chief Client Officer bei Fjord.

Lange waren Smartphones die Trendsetter der digitalen Welt. Doch Sprachsteuerung, integrierte Apps und unsichtbare Benutzeroberflächen werden ihnen diesen Rang streitig machen. Ein Ausblick von Mark Curtis, Chief Client Officer bei Fjord, auf die Trends beim Mobile World Congress (MWC) 2017, der am 27. Februar in Barcelona beginnt.

Die Zukunft der Stimme

Google Home und Alexa zeigen es: Das Smartphone bleiben längst nicht der einzige Kanal für neue digitale Services. Die Geräte haben sich physisch und funktional seit Jahren nicht bedeutend verändert. Dafür sehen wir einen Wandel in anderen Bereichen, etwa im Auto oder zuhause. Brauchen wir dort zukünftig noch zwingend ein Smartphone? Nein, denn Sprachsteuerung wird den Umgang mit digitalen Services revolutionieren.

Marktforscher wie ComScore sagen voraus, dass in drei Jahren jede zweite Suchanfrage mündlich gestellt wird. Das zwingt die Smartphone-Industrie zum Handeln. Doch sie sollte nicht in Panik verfallen und einfach das scheinbar Naheliegende tun, nämlich auf Alexa setzen. Damit werden sich die Hersteller im Wettbewerb nicht auf Dauer differenzieren können. Es wird spannend sein, welche eigenen Voice-Lösungen sie beim MWC oder im weiteren Verlauf des Jahres präsentieren werden.

Das neue Gesicht der Apps

Gerade hat der Fintech-Pionier Transferwise einen Onlinedienst für P2P-Zahlungen per Facebook Messenger angekündigt. Ein Beispiel dafür, dass Verbraucher sind immer weniger bereit sind, zwischen Apps hin- und herzuwechseln, um mehrere Dinge zu tun, zum Beispiel chatten, fotografieren, online etwas suchen, bezahlen. Sie wünschen sich den Inhalt und Funktionen der gewohnten Apps gepaart mit der schnellen und unkomplizierten Eleganz von Messenger-Interfaces. Auf dem MWC werden wir sehen, wie Smartphones künftig diese Wünsche der Nutzer erfüllen wollen. Noch fehlen den Multifunktions-Plattformen jedoch Content und Funktionen, um diesen Markt zu dominieren.

Kurzlebige Video und Live-Inhalte und Displays in Falten

Ein klarer Trend der mobilen Welt ist die wachsende Bedeutung von Video-Inhalten. Doch er wird immer kurzlebiger. Wer sieht heute noch ein Video von gestern? Um in der Schnelllebigkeit nicht unterzugehen, muss Content in steigendem Maße Live-Erlebnisse bieten. Die äußere Gestalt des Smartphones ist in den vergangenen Jahren weitgehend gleich geblieben. Doch im Jahr 2017 ist hier mit durchaus radikalen Neuerungen zu rechnen – etwa in Form eines faltbaren Bildschirms. Der MWC könnte die Plattform sein, auf der wir ihm zum ersten Mal begegnen.

Mark Curtis ist Co-Founder der Londoner Innovations- und Designberatung Fjord, seit 2013 Teil von Accenture Interactive. Das internationale Consulting-Unternehmen Accenture hat vor kurzem die Digitalagentur Sinner Schrader übernommen. 


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W&V Leserautor

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