Auch Nike-Kampagne kritisiert Trump 

Man braucht kein Experte zu sein, um vorherzusagen, dass Ben & Jerry's mit der aktuellen Kampagne einige potenzielle Kunden verlieren und gleichzeitig eine hohe Identifikation bei anderen hervorrufen wird. Der Eishersteller ist auch nicht der erste, der durch eine radikale Positionierung eine Verengung der Zielgruppe in Kauf nimmt. 

Beispielsweise veranlasste Nikes Partnerschaft mit dem Trump-kritischen Footballer Colin Kaepernick viele US-Bürger dazu, ihre Sneaker zu verbrennen. Dennoch zahlte sich die Aktion für den Sportartikelhersteller aus. Dipayan Biswas, Marketing Professor an der University of South Florida sagte gegenüber USA Today: "Marken fahren genau wie Politiker gut damit, zu polarisieren."

Haltung wird zum Buzzword 

"Haltung" ist für Brands längst zum Buzzword geworden. Zu polarisieren heißt, im politischen Kontext jedoch oft zu spalten. "Pecan Resist" tritt ohne Zweifel für nicht nur eine sondern gleich mehrere gute Sachen ein. Die explizite Trump-Kritik spiegelt jedoch nicht zuletzt das vergiftete politische Klima in den USA wieder.

Es ist das gute Recht von Marken, gesellschaftliche Strömungen für ihre Zwecke zu nutzen. Die traurigen Ereignisse in den vergangenen Wochen haben jedoch auf drastische Weise gezeigt, wohin polarisierende Rhetorik führen kann.

Marken sollten auf Dialog statt Spaltung setzen 

Konstruktiver Dialog zwischen den beiden Parteien ist seit Trump kaum mehr möglich. Ob der Aufruf "denen an der Front" zu helfen wirklich zu mehr Solidarität für "alle" Amerikaner führt, darf angezweifelt werden.  

Trump beweist Tweet um Tweet, dass er unfähig ist, die Spaltung der USA aufzuhalten und das Land zu einen. Warum sollte er auch? Schließlich hat die Spaltung ihm zum Präsidenten gemacht. Haltung beweisen könnten Marken übrigens auch, indem sie sich für den Dialog zwischen den fast schon bis aufs Blut verfeindeten Demokraten und Republikanern einsetzen. 


Autor:

Maximilian Flaig

Unterstützt als Werkstudent die Redaktion in allen Bereichen. Während seines aktuellen Masterstudiengangs American History, Culture and Society schrieb Maximilian Flaig bereits für die "Süddeutsche Zeitung".