Dialogmarketing :
Beschwerden über Telefonwerbung verdoppeln sich

Die Anzahl der Beschwerden über Werbeanrufe ist 2017 stark gestiegen. Das bedeutet aber nicht zwangsläufig, dass es tatsächlich mehr unerlaubte Telefonwerbung gab.

Text: Deutsche Presse-Agentur

52 342 schriftliche Beschwerden über Werbung per Telefon gingen 2017 ein.
52 342 schriftliche Beschwerden über Werbung per Telefon gingen 2017 ein.

Die Zahl der Beschwerden über lästige und unerlaubte Telefonwerbung hat im abgelaufenen Jahr stark zugenommen. Bei der Bundesnetzagentur gingen bis Ende November 52 342 schriftliche Beschwerden ein. Im Vorjahr waren es im gesamten Jahr nur rund 29 300.

Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Grünen hervor, über die die "Saarbrücker Zeitung" berichtete. In den beiden Vorjahren lag die Zahl demnach sogar bei weniger als der Hälfte: 2014 waren es 26 200, 2015 etwa 24 500 Beschwerden.

Das bedeutet aber nicht zwangsläufig, dass es tatsächlich mehr lästige und unerlaubte Werbeanrufe gab. Die Bundesregierung geht davon aus, dass die starke Zunahme 2017 unter anderem daher kommt, dass Verbraucher für das Thema sensibilisiert seien, weil die Medien viel darüber berichteten. Über eine erneuerte Online-Beschwerdeplattform der Bundesnetzagentur könnten Beschwerden zudem einfacher abgegeben werden.

Bußgeld von 300 000 Euro

Grünen-Fraktionsvize Oliver Krischer forderte schärfere Gesetze: Verträge aus unerlaubten Anrufen sollten von den Kunden immer zusätzlich schriftlich bestätigt werden müssen, sagte er. Zudem seien die Bußgelder zu niedrig.

Im August hatte die Bundesnetzagentur mitgeteilt, dass sie ein Rekordbußgeld von 300 000 Euro gegen den Stromversorger Energy2day verhängt habe. Rund 2500 Beschwerden über Werbeanrufe der Firma waren eingegangen. Es war das erste Mal, dass die Bundesnetzagentur ihren
Bußgeldrahmen voll ausschöpfte.