In 16 Ländern hat das Magazin in Kooperation mit anderen Autozeitschriften die "Best Cars" wählen lassen. Insgesamt hätten sich knapp 210.000 Autofans via Print, Online oder mobil beteiligt, davon rund 115.000 aus Deutschland. Bechtle betont die hohe Motivation der Autoliebhaber, denn die Leserwahl sei "harte Arbeit". Rund 20 Minuten muss jeder in den Fragebogen der Redaktion investieren.

Die Ergebnisse seien ein "Stimmungsbarometer", so Bechtle, es gehe um "Präferenzen, Meinungen, Emotionen und damit um Verbrauchereinschätzungen." Die Erhebung liefere mehr Informationen als amtliche Zulassungsstatistiken - nämlich Markttrends. "Natürlich kann man trefflich über die Ergebnisse von Umfragen diskutieren, die eine oder andere Marktforschungsmethode für geeignet oder ungeeignet halten. Die Auswahl an Studien ist groß", so Bechtle und ergänzt: "Auch wenn unsere Leseraktion nicht für alle Autofahrer in Deutschland aussagekräftig ist, so zeigt sie doch die Wertewelt des aktiven Viertels im deutschen Automarkt. Das sind über 10 Millionen Menschen, die sich besonders für Automobile interessieren und aufgrund ihres Auto-Wissens auch Frühindikatoren im Markt sind".

Und welche Modelle haben sie nun zu den "Best Cars" gekürt, die 115.285 Leser in Deutschland?

Mini-Cars: Diese Kategorie birgt eine frohe Botschaft für Opel-Marketingleiterin Tina Müller. Denn bei den Winzlingen schiebt sich der Opel Adam mit 24,2 Prozent der Stimmen an die Spitze, knapp dahinter gefolgt vom Vorjahressieger VW Up (23,9 Prozent) und dem langjährigen Platzhirschen Mini (16,6 Prozent).

Kleinwagen: Hier überholt der BMW i3 mit 26,6 Prozent den dreimaligen Sieger Audi A1 (24,8 Prozent). Auf dem dritten Platz folgt der VW Polo (20,7 Prozent).

Kompaktwagen: Der VW Golf bleibt mit 20,1 Prozent in dieser Kategorie vorne, gefolgt von Audi A3 (18 Prozent) und dem Mercedes CLA (11,5 Prozent).

Mittelklasse: Gleich zwei Plätze unter den Top 3 sichert sich hier BMW: Mit 17,5 Prozent landet der BMW Vierer Coupé an der Spitze, knapp gefolgt mit 17,4 Prozent vom Vorjahressieger, dem BMW Dreier. Das Audi A5 Sportback (10,6 Prozent) schafft es auf Platz 3.

Obere Mittelklasse: Wie im Vorjahr behauptet sich der BMW Fünfer auf Platz eins (28,2 Prozent), gefolgt vom Audi A6 (17 Prozent) und der Mercedes E-Klasse (16,3 Prozent).

Luxusklasse: Diese Kategorie wird beherrscht von der Mercedes S-Klasse (24,4 Prozent). Der Vorjahressieger BMW Sechser Gran Coupé folgt mit 14,3 Prozent, dahinter schiebt sich der Audi A8 mit 12,5 Prozent auf Rang drei.

Sportwagen: Der Porsche 911 verteidigt mit 30,3 Prozent seinen Spitzenplatz auf dem Treppchen. Abgeschlagen landen der BMW i8 (13,4 Prozent) und der Mercedes SLS AMG (9,7 Prozent) dahinter.

Vans: Bei den Vans wählten die deutschen Teilnehmer den VW Multivan (35,8 Prozent) nach vorne, gefolgt vom VW Touran (9,3 Prozent) und der Mercedes B-Klasse (9,1 Prozent).

Bei den Importmarken sichern sich Fiat 500, Mini, Seat, Alfa Romeo, Skoda, Mazda, Volvo, Jaguar, Maserati, Citroen, Renault, Aston Martin, Tesla, Range Rover und Ferrari vordere Plätze. 

Geht es nach der "Auto, Motor und Sport"-Community, dann liegt im Trendbarometer von den 36 erhobenen Marken BMW unverändert an der Spitze, gefolgt von Audi, Porsche und Mercedes. Volkswagen ist die erste Volumenmarke im Feld, aber auch Skoda, Dacia, Hyundai und Opel können sich bei der Frage nach Marken, die im Trend liegen, vorne platzieren. Im Vergleich zum Vorjahr legen außerdem Seat, Jaguar, Opel, Skoda und Mazda deutlich zu.

Die Studie fragt außerdem die Markenpräferenzen ab - unabhängig von Kaufkraft oder Fahrzeugbesitz. Auf der Wunschliste ganz oben steht erneut BMW, gefolgt von Audi, Mercedes und VW. Gut schneiden hier auch "spezialisierte Traditionsmarken" wie Jaguar, Land Rover, Volvo oder Alfa Romeo ab, ebenso neben VW weitere Volumenmarken wie Skoda.

Um die Markenimages zu ermitteln, werden die Teilnehmer danach gefragt, auf welche Hersteller bestimmte Aussagen zutreffen. Zur Wahl stehen 13 Kriterien. Beim Preis-Leistungs-Verhältnis baut Skoda nach leichtem Rückgang im Vorjahr seine Spitzenposition wieder aus und führt das Feld mit 45 Prozent Markennennung an. Dacia folgt auf dem zweiten Platz, verliert aber im Vergleich zur letzten Erhebung. Am stärksten legt Seat zu und liegt nun an dritter Stelle, knapp vor Volkswagen.

Auch das Eigenimage wird abgefragt, also wie die Fahrer ihre eigene Automarke bewerten. Da liegt Dacia ganz vorne, auch Skoda, Kia und Hyundai punkten bei ihren Besitzern. Stabil ist das Eigenimage von Seat, Opel, Citroen und Mazda. Nur Ford verliert von den meistgenannten Marken etwas. 

Mehr Bewegung gibt es in der Kategorie Umweltfreundliches Auto. Nach ganzen acht Jahren an der Spitze wird Toyota von BMW abgelöst - die Münchner legten um 10 Prozentpunkte zu - wohl dank der neuen Elektromodelle i3 und i8. Hinter Toyota platziert sich Volkswagen, die Promotion des E-Up und XL1 im Umfeld der IAA zeigten Wirkung. Auch Renault gewinnt laut Erhebung mit seinen Elektroautos von Jahr zu Jahr mehr Akzeptanz und platziert sich nun gleichauf mit Smart und Lexus.

In der Kategorie Technologie bleibt BMW in der Bewertung deutlich an der Spitze, Audi fällt erneut etwas zurück und verliert leicht Vorsprung zu Mercedes auf Rang drei. Porsche verbessert sich erneut.

Mit 88 Prozent Markennennung bei den Markenverwendern stabilisiert BMW seinen Top-Wert. "Die Identifikation der BMW-Kunden mit ihrer Marke ist in diesem Punkt kaum mehr zu steigern", so Bechtle. Audi verliert 5 Prozent-Punkte und wird dicht verfolgt von Mercedes mit unverändertem Imagewert.

Bei der Designeinschätzung profitiert Porsche von den mittlerweile sieben Baureihen, die Marke platziert sich knapp vor Audi. An der Spitze steht auch hier BMW, verliert jedoch leicht.

Beim Imagekriterium Bekanntheit, Sympathie, Verwendung steht bei den deutschen Teilnehmern wieder BMW an der Spitze, aber Audi holt deutlich auf. Nur noch zwei Prozentpunkte trennen die Münchner und Ingolstädter voneinander Ebenfalls sehr präsent und eine Lieblingsmarke der Deutschen ist Porsche. Mit etwas Abstand folgt Mercedes und als größte Volumenmarke Volkswagen auf Platz 5. Die Importmarken Jaguar, Alfa Romeo und Land Rover stehen in der Gunst der Deutschen ebenfalls hoch im Kurs.

Ein wenig anders sind die Markensympathien in anderen Ländern gelagert: Die Teilnehmer von "L'Automobile" in Frankreich wählen mit Peugeot und Citröen zwei heimische Marken unter die Top 5. In Italien ist für die Leser von "Quattrruote" Alfa Romeo naturgemäß ganz vorne mit dabei. In China sind unter den beliebtesten fünf Marken ausnahmslos Hersteller aus Deutschland zu finden.


Autor:

Frauke Schobelt, Ressortleiterin
Frauke Schobelt

koordiniert und steuert als Newschefin der W&V den täglichen Newsdienst und schreibt selber über alles Mögliche in den Kanälen von W&V Online. Sie hat ein Faible für nationale und internationale Kampagnen, Markengeschichten, die "Kreation des Tages" und die Nordsee. Und für den Kaffeeautomaten. Seit 2000 im Verlag W&V.