Rewe allein hat im vergangenen Jahr rund eine Milliarde Euro Umsatz mit Bioprodukten gemacht. Knapp 90 Prozent davon entfielen auf Eigenmarken der Handelskette. Denn Markenartikler spielen beim Thema Bio nach wie vor eine untergeordnete Rolle.

Fast zwei Drittel Umsatz im LEH oder Drogerien 

Die Zeiten, in denen umweltbewusste Verbraucher mühsam nach Bio-Produkten suchen mussten und nur in Naturkostläden fündig wurden, sind längst vorbei. Fast zwei Drittel der Umsätze mit Bio-Produkten werden inzwischen in Supermärkten, bei Discountern und in Drogeriemärkten gemacht - und ihr Anteil steigt.

Für Edeka, Rewe, Aldi, Lidl und Co. ist Bio gleich aus mehreren Gründen attraktiv. Zum einen, weil die Kasse klingelt: Bioprodukte sind nach Berechnungen der GfK im Durchschnitt um 64 Prozent teuer als konventionelle Produkte. Zum anderen wegen der Zielgruppen, die mit Bioprodukten erreicht werden: "Vor allem jüngere Leute und Familien mit Kindern, aber auch höhere Einkommensgruppen lassen sich damit ansprechen. All das sind interessante Zielgruppen", sagt Rewe-Manager Heim.

Eine Ende des Bios-Booms ist für den Chef des Bio-Labels Alnatura, Götz Rehn, denn auch nicht in Sicht. Er prognostizierte kürzlich im Gespräch mit dem Branchenfachblatt "Lebensmittel Zeitung": "Bio steht erst am Anfang."

Doch nicht alle teilen diesen Optimismus uneingeschränkt. "Bio boomt nach wie vor. Aber das muss nicht immer so weitergehen", meint etwa Rewe-Manager Heim. Andere Themen könnten Bio in Zukunft durchaus den Rang ablaufen. "Das Bio-Siegel allein wird in Zukunft nicht mehr ausreichen." Die Bio-Hersteller müssten anfangen, auch andere Kaufmotive stärker zu bedienen, die für die Kunden im Supermarkt relevant sind, drängt er. "Etwa Regionalität, Fairness und Tierschutz." (dpa)


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W&V Redaktion
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