Der deutsche Fernbusmarkt wurde im Jahr 2013 liberalisiert, um vor allem bei der Deutschen Bahn für mehr Wettbewerbsdruck zu sorgen. Zahlreiche Unternehmen standen da schon seit langem mit eigenen Angeboten in den Startlöchern. Doch nach und nach dominierte Flixbus den Markt und verdrängte die meisten. Nach Daten des Marktforschungsinstituts IGES hat Flixbus inzwischen einen Marktanteil von mehr als 95 Prozent. Täglich bietet die Firma 350.000 Verbindungen an. Dafür stehen dem Unternehmen rund 2000 Busse und 7000 Fahrer zur Verfügung.

Es sei nicht abzusehen, ob Blablabus daran langfristig etwas ändern könne, sagte IGES-Geschäftsführer Christoph Gipp. Auf den derzeitigen Blablabus-Strecken verkehren die Busse noch maximal drei Mal am Tag, auf den meisten seltener. Doch das soll sich schnell ändern und zudem könnte dem neuen Wettbewerber seine Bekanntheit helfen: "Mit Blablabus mischt nun jemand mit, der in Deutschland bereits als Anbieter von Mitfahrzentralen erfahren und bekannt ist", sagte Gipp.

Flixbus äußerte sich erwartungsgemäß gelassen zum neuen Konkurrenten. "Wir sind harten Wettbewerb gewohnt", teilten die Münchner auf Anfrage mit. Es werde sich zeigen, ob Blablabus "anpassungsfähig genug ist, um auf diesen sich schnell wandelnden Markt zu reagieren".

Wie Flixbus besitzt Blablabus weder eine eigene Flotte noch stellt das Unternehmen eigene Fahrer an. Stattdessen kooperiert es mit privaten Busunternehmen, die auch die Fahrer anstellen. Mit Kampfpreisen will sich Blablabus nun etablieren. Querfinanziert wird das mit dem in Deutschland gut laufenden Blablacar-Geschäft. "Wir sind mit Blablacar profitabel", sagte Deutschland-Manager Rahn. "Dieses Instrument werden wir nutzen." Noch bis September können Fahrten ab einem Euro gekauft werden, erst danach werde es teurer.

Doch über den Preis dürfe der Wettbewerb langfristig nicht ausgefochten werden, warnte Lars Wagner, Sprecher des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen. "Der Preiskampf darf nicht auf dem Rücken des Personals ausgetragen werden." Wenn alles über das günstigste Angebot laufe, schade das am Ende den Beschäftigten. Wagner rief die Konkurrenten dazu auf, die Fahrer auf dem sehr engen Personalmarkt mit attraktiven Rahmenbedingungen zu locken.

Matthias Arnold, dpa



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Autor: W&V Redaktion

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