Konkret sieht das Programm vor, in den kommenden zwei Jahren etwa 150 der rund 800 Arbeitsplätze abzubauen. Davon ist neben der Verwaltung in München auch die firmeneigene Logistik in Heimstätten betroffen, die innerhalb der nächsten zwei Jahre an einen Dienstleister ausgelagert werden soll. Gespräche mit dem Betriebsrat zu den geplanten Maßnahmen sind bereits angelaufen.  

Verkauf der Firmenzentrale geplant 

Neben der Entlassung von Mitarbeitern will Finanzchefin Gerrit Schneider laut Manager Magazin auch die Firmenzentrale des Unternehmens verkaufen, die sich im Münchner Ortsteil Berg am Laim befindet. Mit diesen Maßnahmen wolle das hoch verschuldete Unternehmen in den nächsten 24 Monaten wieder eine "gesunde Bilanzrelation" erreichen, wie Treuhänder Arndt Geiwitz verlauten ließ. 

Die Modefirma Bogner ist 1932 von Willy Bogner Senior gegründet worden. Sein heute 78-jähriger Sohn Willy Bogner Junior war im Label jahrelang als Gesellschafter involviert, hatte sich im letzten November jedoch aus Altersgründen aus dem Tagesgeschäft zurückgezogen und Geiwitz als Treuhänder installiert. Im letzten Geschäftsjahr erzielte Bogner bei 163 Millionen Euro Umsatz einen Gewinn von 2,6 Millionen Euro. Der dürfte wegen Corona im laufenden Geschäftsjahr kaum zu halten sein. In der Vergangenheit hatte Willy Bogner Junior mangels Nachfolger in der Familie mehrfach versucht, sein Unternehmen zu verkaufen. Dieser Verkauf ist aus unterschiedlichsten Gründen jedoch niemals zustande gekommen.

Erst am Mittwoch (22.7.) war bekannt geworden, dass der angeschlagene Modehersteller Strenesse zum Jahresende seinen Betrieb einstellt.