Der Runfulness-Effekt

Die wissenschaftliche Studie erfolgte in Zusammenarbeit zwischen Brooks und dem Neurowissenschaftler Professor Olivier Oullier. Die Studie konzentrierte sich auf die Entwicklung von Stress und Fokus vor, nach und während des Laufens. Es ging unter anderem um die Frage, wie verschiedene visuelle und akustische Umgebungen den mentalen Zustand beim Laufen beeinflussen. Bei der Untersuchung trugen die Läufer EEG-Geräte, drahtlose Gehirnsensoren, die die elektrische Gehirnaktivität in der Großhirnrinde (der oberen Schicht des Gehirns) aufzeichneten. Zur Erkennung des Runfulness-Effekts suchten die Forscher nach signifikanten Unterschieden bei den Stress- und Fokuspegeln im Gehirn vor, während und nach dem Lauf. Professor Oullier dazu: „Laufen ist eine der beliebtesten und kostengünstigsten Möglichkeiten, körperlich in Form zu bleiben. Aber ohne ein gesundes Gehirn ist der Mensch nicht gesund und Laufen ist eben besonders gut für das Gehirn. Brooks ist sich darüber im Klaren, dass mentales Wohlbefinden der Schlüssel zu einem erfolgreichen Leben ist. Durch die Einführung des Konzepts Runfulness enthüllt Brooks, was mit dem Gehirn von Läufern geschieht  – inklusive all solcher Veränderungen, die Läufer möglicherweise nicht bemerken. Die meisten befragten Läufer gaben an, dass sie keine Senkung ihrer Stresspegel durch das Laufen festgestellt hätten. Im Vorher-Nachher-Vergleich konnte dies jedoch von den Wissenschaftlern bewiesen werden. Die Kombination aus traditioneller Marktforschung und effizienter Neurowissenschaft bietet beispiellose Einblicke in das Gehirn von Läufern. So können wir der Frage nachgehen, warum sie sich besser fühlen.“

Die Ergebnisse der Studie legen demnach nahe, dass der "Runfulness-Zustand eintritt, wenn sowohl der Stress- also auch Fokuspegel gleichzeitig sinken". In der Untersuchung hätten 80 Prozent der Läufer eine deutliche Absenkung des Stresspegels und 40 Prozent eine Senkung des Fokuspegels in genau dem Zeitraum erlebt, in dem ihr Stresspegel zurückging.

Zusätzlich zur neurowissenschaftlichen Studie führte Brooks eine Umfrage mit den Mitgliedern des EMEA Run Happy Teams durch. Zielfrage hier: Welchen Effekt hat das Laufen auf den Geisteszustand von Menschen, die regelmäßig laufen gehen? Die Läufer wurden gefragt, ob ihnen beim Laufen irgendwann einmal neue Ideen gekommen sind, die ihr Privat- oder Berufsleben verändert haben. 80 Prozent der Befragten gaben an, dass sie bei einem Lauf schon bewegende neue Ideen hatten. Sei es die Lösung für berufliche Aufgaben oder die Erkenntnis/der Wunsch, den Job zu wechseln.  Ein weiteres Ergebnis der Studie ist die Tatsache, dass neun von zehn der befragten Läufer angeben, dass sie über Punkte nachdenken, über die sie normalerweise nicht nachdenken würden. Das Laufen scheine das Gehirn an Orte zu führen, an die es im alltäglichen Leben nicht hinkomme, schließt man bei Brooks daraus.

Der Run Fund

Auf Basis dieser Erkenntnisse hat Brooks hat den Run Fund eingerichtet. Damit sollen einige der Läufer unterstützt werden, "in denen Runfulness eine Idee geweckt hat, die einen Tag, ein Leben oder vielleicht sogar die ganze Welt verändern kann". Bis zum 31. März 2021 können Ideen in einer kurzen Videobotschaft auf https://www.brooksrunning.com/de_de/runfulness-project/ eingereicht werden. Sie können aus ganz verschiedenen Kategorien stammen: Soziale Verantwortung, Nachhaltigkeit und Umwelt, Gesundheit und Wohlbefinden sowie Technologie oder Innovation. Eine Fachjury werde weltweit fünf Gewinner ermitteln, die von Brooks bei der Umsetzung ihrer Idee unterstützt werden sollen. Die beste Idee werde mit 100.000 Dollar belohnt. Vier weitere Ideen sollen mit jeweils 25.000 Dollar prämiert werden. Die Bekanntgabe der Gewinner erfolgt laut Brooks im Mai 2021.

Neue Kampagne

Die Studien-Erkenntnisse wirken sich auch auf das Marketing im Kerngeschäft von Brooks Running aus. In Bezug auf die Wirkung des Laufens auf den menschlichen Körper entwickelte der Schuhhersteller eine Runfulness-Kampagne. Im Mittelpunkt steht hierbei der neue Brooks Glycerin 19,  laut Firmenmitteilung "der bislang softeste Schuh von Brooks". Das Unternehmen nutzt die Kampagne auch zur Kommunikation der neuen Produktpolitik, die durch Vereinfachung des Angebots und neue Kategorisierung laut Brooks dafür sorgen soll, dass "Läufer leichter den richtigen Schuh für sich finden können". 



Autor: Holger Schellkopf

Chefredakteur. Mitglied der W&V-Geschäftsleitung. Sozialisiert mit Print, konvertiert zu digital. Findet beides prima. Feste Überzeugung von @hschellk : Digital Journalism rocks! Versucht ansonsten, sich so oft wie möglich auf das Rennrad zu schwingen oder in die Laufschuhe zu steigen.