Teils sind die Probleme aber auch hausgemacht. Wie viele andere Händler habe C&A "die Geschwindigkeit unterschätzt, mit der sich der Modehandel in Richtung Online-Umsätze verändert", räumt Brenninkmeijer ein. "Kein Zweifel, darauf hätten wir eher reagieren müssen."

Doch ob das Ganze so funktioniert wie erhofft, ist eine andere Frage. Der Marketingexperte Martin Fassnacht von der Wirtschaftshochschule WHU sieht jedenfalls große Hürden vor dem Familienunternehmen. "C&A hat kein klares Image. Die Kunden wissen nicht, wofür C&A steht", bemängelt er. Die Konkurrenz sei dem Unternehmen enteilt. Primark oder H&M seien als Marken stärker und böten modischere Kollektionen. Online gelte für Zalando das Gleiche.

Für den Marketing-Experten steht fest: C&A muss als Marke begehrenswerter werden und sein Sortiment aufmöbeln, um wieder Tritt zu fassen. Doch das ist kein einfaches Unterfangen. "Eine Marke zu erneuern, ist ein langwieriger Prozess. Das dauert mindestens fünf Jahre. C&A hat wirklich eine große Herausforderung vor sich", meint der Fachmann.

Dennoch spricht einiges für ein Comeback des Traditionsunternehmens, ist der Handelsexperte Gerrit Heinemann von der Hochschule Niederrhein überzeugt. Schließlich sei die Kapitalkraft der Familie Brenninkmeijer, die noch immer zu den reichsten Clans Europas zähle, ungebrochen. Und das Unternehmen sei bekannt dafür, einmal getroffene Entscheidungen konsequent umzusetzen. Heinemann betont: "C&A hat sich schon mehrfach neu erfunden und selbst aus dem Sumpf gezogen." (dpa)


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W&V Redaktion
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