Bitter Campari (Lo Spiritello) von Leonetto Cappiello, 1921.

Bitter Campari (Lo Spiritello) von Leonetto Cappiello, 1921.

Die Ausstellung der Estorick Collection zeigt zahlreiche Arbeiten aus dem umfangreichen Campari-Archiv in Mailand – von Original-Plakaten aus der Belle Époque über die revolutionären, futuristischen Kampagnen der 1920er-Jahre bis hin zum Pop-Design der 60er-Jahre von Künstlern wie Franz Marangolo und Bruno Munari. Zu sehen sind darüber hinaus erste Arbeitsskizzen, Flaschen, Gläser oder Getränkekisten.

"In unserer heutigen Welt, in der man zunehmend von Marken erwartet, dass sie für etwas stehen, spielt meiner Meinung nach die Qualität künstlerischer Kreativität eine umso größere Rolle", schreibt Harris in seiner Ausstellungsbesprechung. Und da gerade auch jüngere Konsumenten großen Wert auf gutes Design legten, werde dies auch für Marken immer wichtiger.

Heute würden alle über die Wichtigkeit sozialer Verantwortung für Marken sprechen, so Harris weiter. "Aber es ist nicht allein die ethische Wirkung, die von großer Bedeutung ist, sondern auch die ästhetische. Der Grund dafür ist einfach: Weil die Ästhetik den Unterschied macht zwischen einer Markenkommunikation, die Substanz und Wert hat, und einer Arbeit, die nichts anderes ist als Wegwerfware."

Cordial Campari liquor, von Marcello Nizzoli, 1926.

Cordial Campari liquor, von Marcello Nizzoli, 1926.

Die Ausstellung "The Art of Campari" läuft noch bis zum 16. September in der Estorick Collection, 39A Canonbury Square, London, N1 2AN. Der Katalog zur Ausstellung kostet 16,95 Pfund und kann online bestellt werden.


Autor:

Franz Scheele
Franz Scheele

Schreibt als freier Autor für W&V Online. Unverbesserlich anglo- und amerikanophil interessieren ihn besonders die aktuellen und langfristigen Entwicklungen in den Medien- und Digitalmärkten Großbritanniens und der Vereinigten Staaten.