Plattform für Produkte :
Check24 geht unter die Sitcom-Produzenten

Mit einer eigenen, aufwändig produzierten Sitcom will Check24 künftig weniger laut werben, dafür aber auf Sympathie und Unterhaltung setzen und die Produkte stärker in den Mittelpunkt rücken.

Text: Lena Herrmann

- 11 Kommentare

Check24 hat eine eigene Sitcom gedreht, um seine Produkte anzupreisen.
Check24 hat eine eigene Sitcom gedreht, um seine Produkte anzupreisen.

Zwei Familien, die nebeneinander leben, sich mögen und auch ein bisschen hassen, die miteinander in den Urlaub fahren und sich gegenseitig die Neuanschaffungen neiden - und das alles sehr amerikanisch, mit Lachern im Hintergrund, schnell geschnitten und sehr überzeichnet: so funktioniert die neue Sitcom "2 Unvergleichliche Familien", die ab sofort dem Vergleichsportal Check24 neue Kunden und neue Umsätze zuführen soll.

Die Sitcom ist die nächste Stufe in der Kommunikationsstrategie des Vergleichsportals. Nach dem lauten Dance-Auftritt zu "Everybody dance now", der Check24 als Marke etablieren, und den folgenden Spots, die das Markenvertrauen stärken sollten, dient die Sitcom nun als Plattform für Geschichten, die einzelne Produkte von Check24 thematisieren.

Noch mal zur Erinnerung:

Und so sieht der Teaser der Sitcom aus:

"Versicherungen, Strom, Finanzen - unsere Produkte finden zum Großteil zu Hause und in der Familie statt", sagt Helmut Huber, CMO von Check24 und gemeinsam mit seiner Kollegin Stefanie Hämmerle, Head of Marketing bei Check24, verantwortlich für die Kampagne. Vor allem die Kernprodukte Energie, Kredit, Kfz und Reise werden mit den ersten Spots, die bereits abgedreht sind, thematisiert. "Wir wollen sympathisch rüberkommen und setzen dazu mehr auf Unterhaltung und weniger auf Lautstärke", sagt Hämmerle.

Eine Agentur hat Check24 nach dem Abschied von Havas, München, vor mehr als einem Jahr nicht mehr. Marketingchef Helmut Huber ist gelernter Texter, der lange bei Serviceplan und später bei Havas arbeitete, um dann ins Marketing zum damaligen Havas-Kunden zu wechseln. Stefanie Hämmerle, zuvor Beraterin bei Havas, kennt die Agenturseite ebenfalls seit vielen Jahren. Regie führte Russel Bates, mit dem Check24 bereits früher zusammengearbeitet hat. Für die Produktion zeichnet Embassy of Dreams in München verantwortlich.

Besondere Erwähnung wünscht sich Huber für Klaus Hartl, der sich um die Kulisse gekümmert hat. Sechs Tage lang wurde in einem Kölner Studio die gesamte Szenerie aufgebaut, inklusive Häusern und Gärten, Auffahrten und Gehwegen. "Comedy ist in der Tat ein hartes Geschäft", sagt Huber, der sich gemeinsam mit seiner Kollegin fünfeinhalb Monate durch alle amerikanischen Sitcoms gezappt hat, um die Mechanik hinter dem Format genau zu studieren. "Wir müssen nicht nur Witze generieren, sondern auch noch das Produkt thematisieren", so Huber. "Das ist sehr komplex." Mut beweist das Vergleichsportal auch mit dem Vertrauen in sich selbst: Auf Tests hat Check24 vorab komplett verzichtet.

Rausgekommen sind am Ende um die zehn Folgen, die sukzessive online und vor allem im TV geschaltet werden (Media: Havas Media). Wie bei einer richtigen Sitcom arbeitet Check24 mit einem Trailer, der ab sofort online und ab Sonntag im TV, später dann auch im Kino zu sehen sein wird. Besonderer Witz am Ende des 60-Sekünders ist die Ankündigung "Ab September in Ihrem Werbefernsehen".

Ab dem 11. September sind die Spots dann im TV zu sehen, etwas früher im Netz. Hier arbeitet Check24 vor allem mit einer Landing-Page, auf die die User über Facebook kommen sollen. Außerdem erfahren die Fans der Sitcom mehr über die einzelnen Charaktere und können ihnen auf Facebook oder Instagram folgen. Parallel gibt es ein Gewinnspiel, bei dem die Teilnehmer ein Setbesuch gewinnen können, denn die Nachfolgespots sind bereits in Planung. Zum Budget äußert sich Check24 nicht, dementiert allerdings auch nicht, dass sich das Unternehmen seine werblichen Bemühungen im Jahr einen dreistelligen Millionenbetrag kosten lässt.


Autor:

Lena Herrmann
Lena Herrmann

schreibt als Redakteurin für das Marketingressort der W&V unter anderem über Sportmarken und Reisethemen. Beides beschäftigt sie auch in ihrer Freizeit. Dann besteigt sie Berge, fährt mit dem Wohnmobil durch Neuseeland, wandert durch Weinregionen oder sucht nach der perfekten Kletterlinie.



11 Kommentare

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Anonymous User 3. November 2016

Wie kann man nur, für einen deutschen "Artikel" eine amerikanische Werbung mit typischen amerikanischen "Schauspielern" machen ? Somit hat die Werbung jegliche Glaubwürdigkeit verloren ! Außerdem ist sie auch nocht schlecht gemacht mit Lachen, wo es gar nicht witzig ist ! Ick kann die Sitkoms mit dem künstlichen Gelächter im Hintergrund eh nicht ausstehen !

Anonymous User 21. Oktober 2016

was ein Rotz

Anonymous User 1. September 2016

das Hawaiihemd ist aber echt schick :)

Anonymous User 29. August 2016

Wird ein interessanter Test, ob Check24 es schafft, die ohnehin schon nervige eigene Werbung noch nerviger zu machen. Dem Trailer nach, könnten sie erfolgreich gewesen sein. Aber ob lustig oder nicht, für Aufmerksamkeit wird es sorgen, somit wird das Ziel erreicht.

Anonymous User 29. August 2016

ich finds lustig.

Anonymous User 29. August 2016

wtf?????

Anonymous User 27. August 2016

Das wird funktionieren !

Anonymous User 27. August 2016

Was habt ihr denn alle? Die ganze Geschichte ist voller Witze:

- ein Texter von Serviceplan schafft es ins Marketing
- und denkt, er würde gute Werbung machen
- kuckt 5 Monate Sitcoms und schafft keinen einzigen Gag
- W&V schreibt einen Artikel dazu
- und findet einen "besonderen Witz"
- "Comedy ist ein hartes Geschäft"
- "Das ist sehr komplex"
- kommt ab 11. September ins TV
- kostet einen dreistelligen Millionenbetrag

Ich musste doch wirklich hart lachen. Jetzt gehe ich erstmal kotzen.

Anonymous User 26. August 2016

Au weia. Das ging ja schon im Teaser voll daneben.
Sehe ich das richtig, dass kein einziger Gag im Teaser ist? Verstecken die sich dann alle in den Folgen? Warum sehen die alle wie ganz schlimm nach Aussehen gecastet aus?

Anonymous User 26. August 2016

Wie sagt der Huber: "Comedy ist ein hartes Geschäft". Genau. Irgendwie auch anmassend, wenn Werber denken sie könnten mal eben eine Sitcom raus lassen... Wenn der Teaser (üblicherweise schon ein Kondensat) so unlustig ist, wie soll denn dann erst der Rest werden?

Anonymous User 26. August 2016

Ich glaube, ich höre doch langsam mal auf mit Werbung...

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