Snack :
Chio Chips bringt Mädels- und Männerchips auf den Markt

Geschlechter-Trennung: Die beiden neuen "Chio Chips"-Sorten von Intersnack (Köln) sind jeweils ausschließlich "für Mädels" beziehungsweise für Männer.

Text: Regina Scharl

- 22 Kommentare

Die beiden neuen Chio Chips-Sorten von Intersnack (Köln) sind jeweils ausschließlich "für Mädels" beziehungsweise für Männer. Die Sorten stehen unter dem Motto "Mädelsabend" und "Männerabend". Die "Chio Mädelsabend"-Chips mit Creamy Paprika schmecken cremig und süßlich-pikant. Chio Flamed BBQ, die Männer-Chips, dagegen sind rauchig, würzig und saftig. Auch das Design passt sich den Geschlechter-Stereotypen an. Die Mädels-Chips-Verpackung ist rosa, die für Männer ist feurig-rot. Auf beiden Verpackungen ist das jeweilige andere Geschlecht symbolisch durchgestrichen. Das Konzept, sich bei Lebensmittelverpackungen auf Geschlechtertrennung zu beziehen, ist neu. Damit erhofft sich der Erzeuger Aufmerksamkeit beim Kunden. Für seine Special Edition will Chio Chips auch kräftig werben. Geplant sind Displays am Point of Sale, Samplingaktionen, welche sich an die Zielgruppe richten, klassische PR-Arbeit und Kommunikation über soziale Netzwerke wie Facebook. Ab September gibt es die neuen Chio Chips im Handel.


22 Kommentare

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Anonymous User 6. Oktober 2014

So ein Schwachsinn. Letztens im Supermarkt diese zwei Chips-Sorten entdeckt und mich darüber richtig aufgeregt.

Im Jahre 2014 kommt es noch vor, dass Hersteller so was klischeehaftes auf den Markt bringen.

ich denke aber dahinter steckt Kalkül. Das Unternehmen will bloss für einen kleinen Skandal sorgen und ihr Produkt besser verkaufen

Anonymous User 30. Dezember 2013

"Männerabend" = die besten Chips, die es derzeit zu kaufen gibt!!!!
Ich bin zwar ein Mädel, aber diese Chips schmecken einfach so dermaßen krass lecker! Nicht zu vergleichen mit den BBQ-Chips anderer Firmen... War heute zum zweiten mal in dieser Woche die Geschäfte abklappern nach diesen Chips, aber irgendwie überall ausverkauft? Ich will doch schwer hoffen, dass die Aktion nicht beendet wurde?? Dann bekäme ich ein Problem, denn ich glaube ich kann nicht mehr ohne diese Chips!

Anonymous User 21. November 2013

Völlig daneben

Anonymous User 12. November 2013

Mädelsabend ist super lecker! Auch mein Mann isst sie total gern. Leider gibt es die Chips noch selten zu kaufen. Nur ein Supermarkt in der nächst größeren Stadt führt die Chips, leider. Also chio, schnell erweitern! :-)

Anonymous User 7. Oktober 2013

Tsssk. Es ist wie bei den Filmen. In der Ladies-Night läuft nur schnulziger Schrott, und in der Man's Night coole SciFi- oder Actionstreifen. Die Kerls kriegen tolle "Flamed BBQ"-Chips und wir Mädels müssen uns mit ekelhaftem, wahrscheinlich kalorienreduziertem "Creamy Paprika" abfinden. Die Welt ist ungerecht.

Anonymous User 5. Oktober 2013

So lustig, dass es Leute gibt, die sich ernsthaft über sowas aufregen und glauben Chipstüten hätten eine gefähredende normative Wirkung. Also das kann man echt nur lächerlich finde...

Anonymous User 27. August 2013

"Mädels" ist doch perfekt gewählt. Der mittelschwer tussihaft-spielerische Umgang mit diesem nicht ganz ernst gemeinten Klischee geht verloren, wenn das Ding "Frauenabend" genannt wird - da denke ich eher an Tupper-Abend in Birkenstock als an (mittlerweile etwas angestaubt - *pust*) Sex and the City und "Seeeeektschn!".

Anonymous User 27. August 2013

Ich verstehe Ihre Argumentation nicht. Stimmt, Sie als Frau können das Produkt "für Männer" kaufen, auch wenn das jemand seltsam finden könnte. Und: ein Mann kann ebenfalls das Produkt "für Frauen" kaufen, obwohl Sie das vielleicht seltsam finden. Was hier in Frage gestellt wird, ist doch nicht, dass man nicht kann oder darf - sondern der Sinn solcher unsinnigen Kategorien bzw. Spaltungen im Hirn. Und weil Sie selbst sagen, dass Sie genauso gut das Produkt fürs andere Geschlecht kaufen können, belegen Sie ja die Unsinnigkeit stereotyp-geschlechtsaufgeteilter Produkte sogar noch.

Anonymous User 27. August 2013

Ich bin eine Frau.
Als Kind hatte ich eine Barbie und ich habe mit den Jungs Fußball gespielt. Ich kann backen und Möbel zusammenschrauben. Ich kann mir beide Chips-Sorten kaufen. Aber ich denke nicht dass jeder Mann sich Produkte kaufen würde auf denen groß und breit "für Frauen" steht und hübsch rosa verpackt ist. Ich frage mich, welches Geschlecht bei solchem Marketing in seiner Entscheidung gesellschaftlich tatsächlich eingeschränkt ist.

Anonymous User 27. August 2013

Interessant. Männer dürfen sich nach dem Kauf weiterhin als "Männer" fühlen. Frauen dagegen mutieren zu kleinen "Mädels". Wie süß, und so muss es ja auch gleich schmecken.

Wenn ihr Marketingleute schon gendern müsst, dann verzichtet wenigstens auf hierarchisierende Namings. Das Pendant zu MÄNNERN heißt: FRAUEN. Oder meintet ihr eigentlich kleine Jungs als Gegenstück? Entscheidet euch mal.

Anonymous User 27. August 2013

Herr Ulrich, was ist Ihnen heute um 12.43 durch den Kopf gegangen, als Sie Ihren Text verfasst haben? Es fehlt ja nur noch der Link zu amazon...

Mein Tipp an Sie: Vorher die Sternchentexte lesen und dann erst posten.

PS: Verkauft sich das Buch denn so schlecht?

Anonymous User 26. August 2013

Wie bei allen Gender-Werbeaktionen wird auch dabei wieder einmal die Welt untergehen. Bewaffnete Wachen in den Supermärkten werden die Geschlechter davon abhalten, die für sie nicht vorgesehene Sorte zu kaufen. Die angesprochenen Unterschiede in der Abendgestaltung sollen natürlich das universelle Patriarchat weiter zementieren, obwohl Millionen armer unterdrückter Frauen sich nichts sehnlicher wünschen, als sich bei Fußball Chips in die Fresse zu stopfen und darüber zu diskutieren, wie geil richtig fette Steaks auf einem Grill sind.
Gottseidank haben wir die Feministen*innInnen, die allgemeingültig für DIE FRAU sprechen und die Freiheit DER FRAU notfalls verteidigen, indem sie SIE selbst vom Kauf dieser schändlichen Produkte abhalten.

PS: Wer glaubt, das wirkt sich irgendwie negativ auf die Verkäufe aus, glaubt auch dass bei Facebook von den 1% gepostete Bilder auch nur einen Menschen zum Veganer machen. Die Frauen in der Werbeagenturen wissen das übrigens auch. Im Gegensatz zu manchen Strömungen des Feminismus sind diese Firmen nämlich nicht in den 70er Jahren stehengeblieben.

Anonymous User 26. August 2013

Mir fehlen die Worte! Aber Sex sales- egal und um jeden Preis- und warum Mädchen wie Mädchen sein müssen und Jungs Fleisch essen/Bier trinken sollen und Fussball schaun müssen, wird durch solche absurden Vorgaben nur noch hervorgehoben. Werbung für dumme Menschen, die es lieben in Stereotypen zu denken. Ich für meinen Teil, möchte immernoch geschlechterunabhänig meine Entscheidungen für die Wahl der Nahrungsmittel treffen können.

Anonymous User 26. August 2013

Statt Mülltrennung jetzt Geschlechtertrennung für in Müll verpackten Müll? Das Leben wird immer komplexer.

Anonymous User 26. August 2013

Stereotyp hin oder her, wir reden ja nicht über beleidigende oder diskriminierende Produktgestaltung, sondern über ein Spiel mit klassischen Klischees in einer realen Umwelt. Es gibt sie, die "Mädels-" und "Männerabende", und die Unterschiede in der Programm- und Ablaufgestaltung halte ich nicht für erfunden. Meine Freundin hat sich bisher nicht bei Bier und - aha! - Chips zum "Fuppes glotzen" getroffen und ich werde ihren Sekt da alt werden lassen, wo sie ihn nach dem Einkauf stehen lässt. Tolle Idee! Hoffentlich spielt die Kampagne stark damit und versteckt sich nicht!

Anonymous User 26. August 2013

Und so wurde die Werbeaktion weiter unterstütz...

Anonymous User 26. August 2013

Liebe W&V Leser! Ich empfehle dazu folgende Lektüre von Kunstwissenschaftler Prof. Dr. Wolfgang Ullrich. Mal wieder ein hervorragendes Buch aus seiner Feder: Alles nur Konsum. Kritik der warenästhetischen Erziehung. (Wagenbach Verlag). Das Buch beleuchtet sehr differenziert und spannend solche mitgelieferten Narrationen wie "Mädelsabend" auf einer Tüte Chips. Spannend!

Anonymous User 26. August 2013

wie kommst du darauf das Frauen nicht auf so einen Blödsinn stehen. Und ausserdem wie viele Frauen arbeiten in solche Werbeklitschen? Das sind unheimlich viele. Wenn man alles nur auf Männer schiebt dann macht man bei der Sache genauso mit, anstatt sich verbündete auf beiden Geschlechterseiten zu suchen und konsequent dagegenzuhalten.

Anonymous User 25. August 2013

Ich weiß nicht, ob Jana da nicht ein zu gutes Bild der Frauenschaft hat, ich halte die für genauso doof wie die Herren, und ich kann mir sehr gut vorstellen, dass diejenigen, die wirklich so einen Quatsch wie einen "Mädelsabend" veranstalten oder daran teilnehmen, die finden solche Produkte sicher "voll witzig" und kaufen diese für ebensolch eine Veranstaltung. Ich weiß, dass es viele "Mädels" gibt, die sowas machen, ich hatte mal eine Mitbewohnerin, die das ständig gemacht hat, eine Lehrerin, also nicht mal ganz doof.

Widerlich klingen übrigens beide Sorten, ich kann jedoch generell so ein karzinogenes Herzinfarkt-Futter nicht leiden.

Anonymous User 25. August 2013

Erst Ü-Eier für Mädchen, dann Würstchen für Männer und Frauen, jetzt Gruselchips in zwei geschlechtsspezifischen Geschmacksrichtungen.
Wenn sich da mal nicht so einige Hersteller oder Herstellerinnen - wie wird denn da jetzt aufgeteilt, wer darf für was werben, wer was machen? - selbst an die Wand fahren.
http://onebillionrisingosnabrueck.wordpress.com/

Anonymous User 25. August 2013

Ich freu mich schon auf den Shitstorm!! Und...1 Mio. KäuferInnen weniger. Yeah :)

Anonymous User 25. August 2013

Naja, ich sag jetzt lieber nicht wie unpassend ich solche Stereotype in der Werbung finde. Aber in männerdominierten Agenturen interessiert das sowieso niemand, da wird man eh nur von oben herab mitleidig belächelt, wenn man das mal anspricht. Wie auch immer, ich lehne mich jetzt mal aus dem Fenster und prophezeie jetzt schon, dass Frauen auf dieses Produkt nicht aufspringen werden und bestenfalls halbsoviele Mädls-Chips wie Männer-Chips verkauft werden. Die Männer-Chips werden laufen, die Frauen eher weg-laufen. ;-)

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