Verbraucherschutz :
Coca-Cola bekommt Probleme mit Übergewicht

Die Bewohner von Liverpool sind wegen zuckerhaltigen Softdrinks zu dick, findet ein Lokalpolitiker. Deswegen soll der Coca-Cola-Weihnachtstruck die Stadt nicht mehr anfahren.

Text: Manuela Pauker

Santa Claus und sein Truck: In Liverpool droht ihnen Ärger.
Santa Claus und sein Truck: In Liverpool droht ihnen Ärger.

Schöne Bescherung für den Weihnachtsmann: Wenn es nach der Liberal-Demokratischen Partei in Liverpool geht, sollen die Coca-Cola-Weihnachtstrucks auf ihrer traditionellen Tour die Stadt im Nordwesten Großbritanniens diesmal auslassen. Der Grund: Die Liverpudlians sind zu dick.

Liberaldemokrat Richard Kemp kritisiert das jedenfalls in einem offenen Brief: "Der Besuch von Coca-Cola sollte nicht stattfinden. Sie müssen sich nur umschauen und werden sehen, dass sich Liverpool in einer Epidemie der Fettleibigkeit befindet - 30 Prozent unserer Elfjährigen sind übergewichtig, fünf Prozent klinisch." Bei den Erwachsenen seien sogar bis zu 60 Prozent übergewichtig. Kemp: "Wir müssen die Initiative ergreifen, denn die Konsequenzen sind alarmierend." Es sei deshalb nicht richtig, ein Produkt zu begrüßen, das "durch und durch ungesund ist."

Geteilte Meinung in der Bevölkerung

Der Vorschlag sorgt in den Sozialen Medien für viel Echo. Der Großteil der Bevölkerung ist damit erwartungsgemäß nicht einverstanden: Dann müsse man als nächstes wohl die Trucks blockieren, die – nicht weniger ungesunde – Frühstückscerealien in die Stadt transportieren, findet beispielsweise ein Twitter-Nutzer.

Doch es gibt auch Befürworter der Aktion. Teilweise wird überlegt, ob man die gewünschte Blockade auch auf andere britische Städte - oder gleich die gesamte Insel - ausweiten könnte:

Der Softdrink-Konzern hat sich zu der Angelegenheit bereits geäußert – und kann die Kritik natürlich nicht nachvollziehen. "Der Coca-Cola-Weihnachtstruck bringt einen Moment der Freude für jeden in der Vorweihnachtszeit, und wir haben bei jedem unserer Besuche immer ein positives Feedback von vielen Menschen aus Liverpool erhalten“, so das Statement des Unternehmens. Und die Besucher, die den Truck besichtigen, müssten ja nicht unbedingt die zuckerhaltige Version des Getränks konsumieren. Immerhin gebe es auch kalorienfreie Sorten wie Coca-Cola Zero Sugar und Diet Coke.


Autor:

Manuela Pauker
Manuela Pauker

leitet das Medienressort der gedruckten W&V. Blattmacherin wollte sie schon früh werden, doch leider gab es zum 14. Geburtstag statt des erhofften Kopierers (zum Produzieren einer Zeitschrift) einen Wandteppich zum Selbstknüpfen. Printmedien blieben dennoch ihre Leidenschaft – auch wenn sie parallel zum TV-Serienjunkie wurde