Lukas Podolski :
"Dann macht's bumm": Der Poldi-Spot für die Türkei

Dass Lukas Podolski für den Wirtschaftsstandort Türkei wirbt, dürfte den Publikumsliebling hierzulande einige Sympathiepunkte kosten. Ärgerlich ist der Spot wegen seiner äußerst "billigen" Machart.

Text: Markus Weber

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"Come to Turkey", sagt Lukas Podolski am Ende des Spots. Er selbst wechselt nach Japan.
"Come to Turkey", sagt Lukas Podolski am Ende des Spots. Er selbst wechselt nach Japan.

Jeder Schuss ein Treffer. Achtmal treffen die Galatasaray-Stars Wesley Sneijder und Lukas Podolski in diesem 60-Sekünder ins Schwarze.

Bumm, bumm, bumm.

In der Türkei klappt einfach alles. Das ist es, was diese Torparade potenziellen Investoren vermitteln soll. Zwischen den Treffern (überwiegend Weitschusstore) werden Textzeilen eingeblendet wie "Turkey, the Paradise of Opportunities".

Kommt ganz drauf an, auf welcher Seite man steht.

Der Galatasaray-Legende Hakan Şükür (achtmaliger türkischer Meister und türkischer Rekordtorjäger) wurde erst kürzlich auf Druck des Sportministeriums die Vereinsmitgliedschaft entzogen. Şükür wird per Haftbefehl gesucht. Ihm wird vorgeworfen, Gülen-Anhänger zu sein.

Vor einem knappen Jahr gab es in der Türkei einen Putschversuch mit vielen Toten. Die Regierung vermutet Anhänger des umstrittenen Predigers Gülen als Drahtzieher hinter dem Putsch.

Unabhängig von alldem gilt:

In Ländern mit autokratischen Tendenzen muss der Fußball für so ziemlich alles herhalten: Die Not muss ganz schön groß sein, wenn ein Land mit so einem Spot versucht, internationale Investoren zu überzeugen.

Ach ja:

Podolski wechselt zum 1. Juli übrigens nach Japan. Er spielt künftig für den J.League-Club Vissel Kōbe.


Autor:

Markus Weber, Redakteur W&V
Markus Weber

ist in der Online-Redaktion für Agenturthemen zuständig. Bei W&V schreibt er seit 15 Jahren über Werbeagenturen. Volontiert hat er beim Online-Marketing-Titel „E-Market“. 2010 war er verantwortlich für den Aufbau der W&V-Facebookpräsenz. Der Beinahe-Jurist mit kaufmännischer Ausbildung hat ein Faible für Osteuropa.



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