In Deutschland erfolgt der Anbau von Cannabis in den letzten Jahren in Indoor-Anlagen. Dabei werden durch die Optimierung der Wachstumsbedingungen Cannabispflanzen herangezogen, die einen höheren Ernteertrag und THC-Gehalt aufweisen als im traditionellen Freilandanbau. Dadurch steigt der Preis: In Ländern wie Spanien, Portugal, Griechenland oder Kroatien wird das Gramm für 80 Cent pro Gramm produziert, in Deutschland ist es fast viermal so viel. Experten gehen daher davon aus, dass das Cannabis künftig vor allem aus Südeuropa importiert wird.

Nicht nur im Bereich Schmerzlinderung wird Cannabis eine wundersame Wirkung zugeschrieben. Die Pflanze kann laut hanf.biz auch Prüfungsangst lindern, Schlafstörungen beseitigen und bei der Gewichtsabnahme helfen. Auch in den Supermärkten liegt die Pflanze in den Regalen - eingearbeitet in Produkte wie der Bratwurst Bruzzler Reggae von Wiesenhof oder der Geschmacksrichtung Schoko und Grass von Ritter Sport. Im Drogeriemarkt gibt es Hanf-Tees und Öle, Lotionen und Cremes sowie sogar Make-up auf Basis von Cannabidiol.

High wird niemand

Um die Produkte zu bewerben, schießen die Unternehmen häuftig übers Ziel hinaus. Auf der Bruzzler-Wurst ist ein Kiffer abgebildet, die Finger zum Peace-Zeichen gereckt. Heikel, findet das Angela Clausen, Ernährungsexpertin bei der Verbraucherzentrale NRW, im Gespräch mit Business Insider: "Mit dem Kiffer-Klischee für Hanfprodukte zu werben ist irreführend. Die beworbene Wirkung kann dadurch nicht erreicht werden, denn high wird davon niemand."

Und wenn doch, ist es natürlich auch nicht erwünscht. Facebook hat erst jüngst seine Werberichtlinien für Hanf gelockert: Zu viele Hersteller von Hanf- und Cannabis-Produkten hatten gegen das generelle Werbeverbot rund um die grüne Pflanze protestiert. Erlaubt ist nun Werbung für äußerlich anwendbares - also topisches - Cannabis. Weil die Industrie jedoch boomt, gilt die Änderung der Richtlinien als wahrscheinlich.  


Autor:

Irmela Schwab
Irmela Schwab

ist Autorin bei W&V und LEAD digital. Die studierte Germanistin interessiert sich besonders dafür, wie digitale Technologien Marketing und Medien verändern. Dazu reist sie regelmäßig in die USA und ist auf Events wie South by Southwest oder der CES anzutreffen. Zur Entspannung macht sie Yoga und geht an der Isar und in den Bergen spazieren.