Content Marketing :
Das läuft schief: Fünf Missverständnisse bei Native Advertising

Lucas Schärf, Gründer der Wiener Agentur Content Garden, räumt mit weit verbreiteten Missverständnissen im Contentmarketing auf.

Sagt, was schief läuft bei Native Advertising: Content-Garden-Gründer Lucas Schärf
Sagt, was schief läuft bei Native Advertising: Content-Garden-Gründer Lucas Schärf
  • Wir haben die falschen KPIs
  • Relevant ist wichtiger als interessant
  • Bildergalerien sind Performance-Werbefelder
  • Native Advertising ist meist zu plump
  • Smart Data statt Big Data

Das sind die Kernsätze aus dem Interview mit Lucas Schärf, Gründer der Wiener Agentur Content Garden, aus der aktuellen W&V. Hier einige Auszüge aus dem Gespräch zu den einzelnen Punkten:

Wir haben die falschen KPIs

"Content funktioniert anders als Display. Content liefert eine Geschichte; und Display ist ein Plakat. Deshalb sollten wir uns bei Contentmarketing und Native Advertising auf andere KPIs konzentrieren." (...)

Relevant ist wichtiger als interessant

"Wir kontrollieren, welcher Inhalt für die jeweilige Marke funktioniert. Da gibt es verblüffende Unterschiede. Manche Artikel klicken einfach gut. So lösen zum Beispiel Listicles und Gossip in der Regel zwar ein hohes Engagement aus. Aber der Inhalt funktioniert nicht für den Werbungtreibenden dahinter. Die Klick- und Öffnungsrate zeigt: Das Thema war interessant. Aber die Dwell-Time und die Verweildauer zeigen, ob der Content auch relevant war und nicht nur interessant." (...)

Bildergalerien sind Performance-Werbefelder

"Mit Bildergalerien können wir für den Kunden nachweisen, ob der User überhaupt mit dem Inhalt interagiert. Wenn man nur sagen kann, dass der User etwas gesehen hat, reicht das nicht." (...) "Aber in der Werbung werden Bildergalerien ganz selten genutzt. Die Werbewirtschaft sollte sich einfach fragen, was die Nutzer wirklich interessiert."

Native Advertising ist meist zu plump

"Oft kommt Native Advertising aus den Marketing- und Mediaabteilungen der Unternehmen. Die leben Content aber nicht so, wie es Redakteure tun. Redakteure kennen ihr Publikum. Im Marketing drückt man oft zu sehr auf die Tube. Das funktioniert im Contentmarketing nicht." (...)

Smart Data statt Big Data

"Amazon, Facebook und Google haben Big Data aufgebaut, weil sie wirklich wahnsinnig viel über ihre Nutzer wissen: Wo wohnt er, wie alt ist er, wofür interessiert er sich, mit wem ist er befreundet? Das ist Big Data. Wenige Unternehmen haben CRM-Systeme, die man auch als Big Data bezeichnen könnte. Aber eigentlich gilt doch: Wenn es um Werbung geht, müssen wir uns nicht immer mit Big Data herumschlagen. Es sollte eher Smart Data sein." (...)

"Man sollte sich zunächst einmal ganz einfach fragen: Wie alt ist überhaupt der Datensatz, mit dem ich arbeite? Und: Wofür interessiert sich meine Zielgruppe tatsächlich? Wenn ich das weiß, kann ich die passenden Dienstleistungen und Produkte auf ansprechende Weise zeigen. Es kann sinnvoll sein, zwei Schritte zurückzugehen, statt anzufangen, Berge an Daten zu verarbeiten" (...)

Das gesamte Interview mit Lucas Schärf lesen Sie in der aktuellen W&V.

Das Native Advertising Institut bringt heute übrigens das E-Book "The global guide to technology in native advertising " heraus. Hier kostenlos zum Download (Institutsgründer Jesper Laursen spricht heute bei den "Advertising Heroes" in München)

Wie gutgemachtes Native Advertising funktioniert, können Sie außerdem hier nachlesen.


Autor:

Rolf Schröter
Rolf Schröter

Als Leiter des Marketing-Ressorts der W&V und neugieriger Kurpfälzer interessiert sich Rolf Schröter prinzipiell für alles Mögliche. Ganz besonders mag er, was mit Design und Auto zu tun hat. Selbst besessen hat er bislang nur einen schwarzen Ford Capri 2 mit 6 Zylindern und 225er Reifen, sowie einen lichtblauen VW-Käfer, Baujahr 67.



0 Kommentare

Kommentieren

Diskutieren Sie mit