Markenführung :
Das neue Design von Beck's

Ab Anfang März steht die Biermarke Beck's mit neuen Etiketten und neuer Verpackung im Regal. Plakativer, reduzierter und moderner soll die Optik werden.

Text: Susanne Herrmann

Ab Anfang März steht die Biermarke Beck's mit neuen Etiketten und neuer Verpackung im Regal. Plakativer, reduzierter und moderner soll die Optik werden. Die letzte Umgestaltung liegt sechs Jahre zurück (Bild unten). Die Ziele damals waren ähnlich: Es ging darum, den weltoffenen Charakter der Marke zu verstärken, die Farbe Rot auf grüner Flasche blieb erhalten, das Wappen wurde betont, silbriger Glanz kam hinzu, die Schrift im roten Band wurde reduziert.

Die Modernisierung 2016 (Bild oben) hat das Ziel, "die Erfolgsmarke aus Bremen weiter als weltweit meistverkaufte deutschen Biermarke zu etablieren". Reduktion ist erneut das Mittel der Wahl: Henner Höper, Marketingleiter bei Anheuser-Busch InBev: "Wir haben uns auf das Wesentliche konzentriert." Konkret bedeutet das: neues Halsfoliendesign, gestärktes rotes Oval, Verzicht auf Schmucklinien, vergrößertes Wappen; neu dazu kommt das Gründungsjahr der Brauerei.

Aus diesem Jahr, 1873 nämlich, stammt das heute so typische Beck's-Grün: Eher Zufall als ausgeklügelte Strategie, erzählt die Brauerei. Der Zulieferer stellte vor allem grünes Glas her, also verzichtete das damals unter Kaiserbrauerei Beck & May o.H.G firmierende Brauhaus auf die typisch braunen Bierflaschen: Seit dieser Zeit, teilt Beck's mit, seien die Etiketten nur sehr behutsam weiterentwickelt worden.

Neben dem Etikettendesign hat die Brauerei die Optik des Sixpacks angepasst und testen lassen. Laut Marktforschung erreiche die neue Verpackungsgestaltung eine höhere Akzeptanz bei den Verbrauchern und steigere die Kaufbereitschaft.

Höper: "Gerade bei einem Produkt wie Bier, bei dem Impulskäufe eine große Rolle spielen, ist das Erscheinungsbild einer Marke neben der reinen Produktqualität von entscheidender Bedeutung für den Abverkauf – sowohl im Handel als auch in der Gastronomie." Nicht zuletzt, weil Beck's eine der Marken ist, die gern direkt aus der Flasche getrunken werden - auch im Lokal.

Für die neue Gestaltung ist die Agentur Justblue Design, Hamburg, zuständig, die nach den 0,33l- und 0,5l-Gebinden auch Dosengebinde wie die 0,5l-Dose oder die 5l-Dose ans neue Design anpassen wird.

In Deutschland hält sich Beck's seit Jahren auf Platz fünf der meistverkauften Biermarken (2,53 Millionen Hektoliter). Spitzenreiter ist Oettinger (5,61 Mio. Hektoliter) gefolgt von Krombacher (5,47 Mio. hl), Bitburger (3,94 Mio. hl) und Veltins (2,77 Mio. hl/Absatz alle Sorten 2014, Quelle: Inside Getränke). Weltweit liegt Beck's nach Unternehmensangaben vorn: Jedes vierte im Ausland getrunkene deutsche Bier sei ein Beck’s, sechs Millionen Hektoliter Beck’s jedes Jahr würden weltweit getrunken.

Darauf ist auch der im Deutschen nicht korrekte Gebrauch des Genitiv-Apostrophs zurückzuführen: Die Schreibweise soll für die internationale Bedeutung der Marke aus Bremen stehen. Das weltweit meist getrunkene Bier kommt übrigens aus China und ist hierzulande eher unbekannt: Snow Beer setzt jährlich rund 72 Millionen Hektoliter ab, gefolgt von Bud light aus den USA (53 Mio. hl) - zusammen mit den 40 Mio. Hektolitern von Budweiser kommt die US-Marke (wie Beck's im besitz von Anheuser-Busch) allerdings auf deutlich mehr Absatz.


Autor:

Susanne Herrmann
Susanne Herrmann

schreibt als freie Autorin für W&V. Und setzt sich als ehemalige Textchefin und Gelegenheitslektorin für Sprachpräzision ein. Ihre Lieblingsthemen reichen von abenteuerlustigen Gründern über Super Bowl bis Video on Demand – dazwischen bleibt Raum für Medien- und Marketinggeschichten.