Wie Trophäen posten inzwischen Trendläden und Veranstaltungsorte sowie Privatpersonen die Funde von Knuddelmonstern in ihrer Nähe auf Twitter. "Erstes Pokémon in unserem Store entdeckt und gefangen!", twitterte etwa ein Babyladen in Berlin-Schöneberg. Im Hauptquartier der Deutschen Börse wurde ebenfalls ein Pokémon erspäht und das Beweisbild auf Twitter veröffentlicht. Auch die Messe Stuttgart zeigt sich stolz: "Das Gelände der #MesseStuttgart ist voll mit #PokemonGo! Hier die Mittagspausen-Erfolge unserer #Pokémon-Trainer", heißt es auf dem Kurzmitteilungsdienst. Auf Facebook wollen Fans aus Berlin über eine "Pokémon-Go"-Gruppe gemeinsame auf die Jagd gehen.

Hierzulande konnten es viele Nutzer nicht abwarten, bis das Spiel auch für sie verfügbar ist, und behalfen sich mit kleinen Tricks. So konnte die nötige Software mit einem Kniff auch am Google Play Store vorbei auf das Android-Handy oder über den amerikanischen App Store von Apple auf das iPhone installiert werden. Auf der Android-Plattform hatten sich allerdings zum Teil auch Cyberkriminelle dazwischengeschaltet und manche Angebote mit Spionage-Software infiziert.

Der Hype um das Spiel wirft auch ethische Fragen auf. Bereits am Mittwoch wurden Klagen über "Pokémon"-Spieler laut, die Friedhöfe, Gedenkstätten oder Krankenhäuser zum Spielfeld erklärten. Ein Sprecher der KZ-Gedenkstätte Auschwitz bezeichnete die Möglichkeit, auch dort "Pokémon" zu fangen, als "absolut unangemessen" und sagte der "New York Times", man habe die Entwickler des Spiels kontaktiert.

Der ADAC warnte, plötzlich auf der anderen Straßenseite auftauchende Monster könnten Fußgänger dazu animieren, über die Straße zu laufen, ohne auf den Verkehr zu achten. Eltern empfiehlt der Automobilclub, das Spiel mit ihren Kindern gemeinsam auszuprobieren und auf Probleme hinzuweisen. Im US-Bundesstaat Texas ereignete sich bereits ein Auffahrunfall. Ein Autofahrer parkte sein Auto regelwidrig auf einer Straße und ging auf Monstersuche, unterdessen fuhr ein anderes Auto von hinten auf.

Auch wenn die Entwickler sich viel von dem neuartigen Spiel versprachen, dürften sie von dem Hype, der weltweit in kürzester Zeit losbrach, doch überrascht worden sein. Inzwischen scheinen die Betreiber die nötige Infrastruktur im Griff zu haben, über größere Ausfälle wurde zunächst nichts bekannt. Dem Spiele-Publisher Nintendo bescherte der Erfolg einen satten Kurssprung an der Börse, die App an sich ist kostenlos. Geld soll erst über zusätzliche virtuelle Güter hereinkommen, die Nutzer während des Spiels erwerben können. Außerdem will Nintendo ab Ende Juli auch ein Armband verkaufen, das Spieler auf "Pokémons" in der Nähe hinweist. (dpa)

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W&V Redaktion
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