Ilkay Gündogan und Mesut Özil :
Das Schweigen der Sponsoren

Werbepartner, die mit Autokraten posieren: Das passt eigentlich nicht zum Image von Adidas oder Mercedes. Die "FAZ" hat bei 3 Konzernen nachgefragt.

Text: Frank Zimmer

Mesut Özil tritt als Werbepartner für Mercedes auf.
Mesut Özil tritt als Werbepartner für Mercedes auf.

Deutschland diskutiert über den Erdogan-Termin von Ilkay Gündogan und Mesut Özil, aber ihre Sponsoren hüllen sich in Schweigen. Die Trikot-Übergabe habe "nicht im Rahmen ihrer Tätigkeit als Markenbotschafter von Adidas stattgefunden", zitiert die Frankfurter Allgemeine Zeitung einen Sprecher des Sportartikel-Konzerns Adidas. Darum wolle man keinen Kommentar abgeben. Auch Mercedes - seit 2016 Privat-Sponsor von Özil - lehnte ein Statement ab. "Kein Kommentar" hieß es ebenso beim japanischen Computerhersteller Konami, der ebenfalls seit 2016 mit Özil verbandelt ist.

So wirbt Konami mit Mesut Özil:

Die "Welt" spekuliert unterdessen über geschäftliche Verbindungen von Gündogan in die Türkei. Der deutsche Nationalspieler trete in der Heimat seiner Familie nicht nur als wohltätiger Sponsor eines Fußball-Clubs auf, sondern auch als Immobilien-Investor. Gute Kontakte zum Erdogan-Regime seien für ihn von Vorteil.

Erst im März sei bekannt geworden, dass die Familie Gündogan für über 5 Millionen Euro ein kommunales Bürogenbäude in der Stadt Balkesir gekauft habe. Auf dem Gelände solle "ein 13-geschossiges Einkaufszentrum ... mit 42 Läden und 123 Büros auf rund 4500 Quadratmeter Fläche" entstehen. Die Baugenehmigung sei schon erteilt worden.

Auf der Plattform Change.org werden unterdessen Unterschriften für eine Petition an Bundestrainer Jogi Löw und den DFB gesammelt. Bisher haben sich 54.000 User dem Appell angeschlossen, die beiden Spieler nicht zur WM nach Russland mitzunehmen.