EHI Shop-Award :
Das sind die originellsten Store-Konzepte

Aus Spanien, Italien und Polen kommen drei Shop-Designs, die echte Blickfänger sind - und sich deshalb einen Retail Design Award gesichert haben. 

Text: Ulrike App

La Rinascente in Rom.
La Rinascente in Rom.

Das Kölner EHI und die Messe Düsseldorf haben zum elften Mal die besten Store-Konzepte gekürt - und die deutschen Händler gehen leer aus. Die Euro Shop Retail Design Awards sichern sich Teilnehmer aus Spanien, Italien und Polen. Die originellsten Ideen hatten De Vinos y Viandas in Valladolid, La Rinascente in Rom und Vèlo7 in Posen.

Die Jury legt Wert auf einen gelungener Mix aus Ladenarchitektur, Farben, Materialien, Beleuchtung und Visual Merchandising. Insbesondere das Übermitteln einer klaren Sortimentsbotschaft sowie eine direkte Kundenansprache, sei wichtig so das EHI.

De Vinos y Viandas, Valladolid/Spanien (Foto: Miguel de Guzman):

Von Weinen und Köstlichkeiten – so lautet der Name des Ladens im Norden von Spanien. Wie eine optische Täuschung wirkt das Interieur von De Vinos y Viandas, in dem die Welt des Weins von den Architekturstudios Zooco (Madrid) und Sandander phantasievoll aufgearbeitet wurde. Die Macher der Vinothek haben sich von traditionellen Weinkellern inspirieren lassen, das Thema aber ganz modern und eigenständig interpretiert.

Dabei wurde der Kreis zum Leitmotiv der Architekten – halbrunde Elemente finden sich im gesamten Interieur des Weinhandels. Der Ladentisch, die Degustations- und die Ausstellungsfläche bilden den flexiblen Mittelpunkt des Stores. In den endlos scheinenden Wandregalen sind über 1.000 Flaschen einzeln, liegend gelagert. Die Rückwand im Laden ist verspiegelt und potenziert die Raumwahrnehmung. Als Kontrast zu den warmen Holzelementen wurde ein schwarzer Steinfußboden gewählt.

De Vinos y Viandas

De Vinos y Viandas

De Vinos y Viandas.

De Vinos y Viandas.

La Rinascente, Rom/Italien (Foto: Marco Beck Peccoz):

Zwischen dem Trevi-Brunnen und der Spanischen Treppe befindet sich das Ergebnis von elf Jahren Planung: In der Via del Tritone eröffnete die italienische Warenhauskette Rinascente in Rom auf 14.000 Quadratmetern ihr neues Flaggschiff. Für jede einzelne der acht Etagen hat der Händler einen anderen Architekten engagiert.

Das Storedesign kombiniert moderne, helle Elemente mit satten Farben und frischen Mustern. Hier trifft strahlendes Gelb schwarzweißes Kachelmuster und verbindet Geschichte mit Gegenwart, denn im Erdgeschoss befindet sich das Aqua Virgo Aquädukt. Die Wasserleitung wurde durch Kaiser Augustus im Jahr 19 vor Christus eingeweiht und wird bis heute laufend restauriert, um die nahegelegenen Brunnen mit Wasser zu versorgen – dazu zählt auch der nahe gelegene Trevi-Brunnen. Im großen Innenhof des Kaufhauses findet sich ein kleines Gebäude mit dem Spitznahmen Plazetto – was so viel heißt wie "Palast im Palast" – aus dem Anfang des letzten Jahrhunderts. Die Terrasse bietet den Besuchern einen Rundumblick auf die Dächer Roms.

LaRinascente Rom.

LaRinascente Rom.

Vèlo7, Posen/Polen (Foto: Vèlo7)

Alles andere als ein normales Fahrradgeschäft ist Vèlo7 in Posen. Der Grundriss des Ladens orientiert sich am Aufbau eines Fahrradrahmens und die dynamische Aufteilung der Räume ist einer Radrennbahn nachempfunden. Namensgebend für Vèlo7 ist eine Gruppe von Bike-Enthusiasten, die in dem Fachgeschäft jedem Gleichgesinnten ein Zuhause bieten wollen. Der multifunktionale Raum bietet Platz für Beratung, Verkauf und einen Reparaturservice. Die Fahrrad-Liebhaber können zudem hochwertige Bikes vor Ort testen.

Vèlo7

Vèlo7

Vèlo7

Vèlo7

Unter den 85 Nominierten aus 27 Ländern waren auch einige deutsche Marken. So hat sich die Commerzbank mit der 2017 eröffneten City Filiale in Frankfurt um die Award-Ehren bemüht. Der Edeka-Markt Kels aus Ratingen wollte unter anderem mit seinem Lichtkonzept in dem neuen Laden punkten.

Die weiteren deutschen Teilnehmer: Karstadt (Düsseldorf), Modehaus Juhasz (Bad Reichenhall), Orsay (Düsseldorf) "Julia's Diamond", Ortloff (Köln), REWE 2020 (Weil am Rhein), Schafferer (Freiburg), Sport Förg (Friedberg) und SportScheck (Nürnberg).


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Ulrike App
Ulrike App

ist bei W&V Online für Digitalthemen zuständig. Und das hat nicht nur mit ihrem Nachnamen zu tun, sondern auch mit ihrer Leidenschaft für Gadgets und Social Media. Sie absolvierte vor ihrer Print-Zeit im Marketing-Ressort der W&V die Berliner Journalisten-Schule und arbeitete als freie Journalistin.