Getty Images :
Das sind die visuellen Trends 2017

Der "Visual Trend Report" von Getty Images liefert eine Prognose, welche Trends und welche Bildsprache Design, Werbung und Markenkommunikation im nächsten Jahr beeinflussen und prägen werden. 

Text: Frauke Schobelt

Der "Visual Trend Report" von Getty Images liefert eine Prognose, welche Trends Design, Werbung und Markenkommunikation im nächsten Jahr  prägen werden.
Der "Visual Trend Report" von Getty Images liefert eine Prognose, welche Trends Design, Werbung und Markenkommunikation im nächsten Jahr prägen werden.

Der Nutzen neuer Technik, verjüngtes Storytelling, ein neues Frauenbild oder Mut zur Farbe und ungeschminkter Ästhetik: Die Bildspezialisten von Getty Images haben aktuelle Bildvorlieben analysiert und leiten daraus die visuellen Trends für 2017 ab. Der "Visual Trend Report" liefert eine Prognose, welche Trends und welche Bildsprache Design, Werbung und Markenkommunikation im nächsten Jahr beeinflussen und prägen werden. 

Anthropologen und Art Direktoren werteten dafür Suchanfragen an die Bilddatenbank aus und Bilddaten der jährlich rund 400 Millionen Downloads. Auch Erkenntnisse über das sich verändernde Konsumenten- und Gesellschaftsverhalten und die Auswirkungen auf Bilder in Werbung und Pop-Kultur flossen ein.

Die Trendprognosen des Getty Images Expertenteams für das Jahr 2017 (mit Links zu Bildbeispielen):

Virtuality: Technische Innovationen erweitern unsere Wahrnehmung der Welt und führen uns von der Zweidimensionalität hin zu Bildern, die  uns vollständig in das Geschehen eintauchen lassen. Technologie und Bildmaterial konvergieren zu einem neuen Höhepunkt des Storytellings. Mithilfe von VR können Marken uns in den Mittelpunkt ihrer Geschichten stellen und so hochemotionale Gemeinschaftserlebnisse schaffen, die eine Markenbindung über Produkte und Dienstleistungen hinaus ermöglicht.

Gritty Woman: Unterschiedliche Trends, die wir in den letzten Jahren beobachten konnten, haben einen neuen Typ Frau hervorgebracht: Sie widersetzt sich Konventionen und reißt Mauern ein – was sie tut, ist ihr wichtiger, als ihr Aussehen. Sie ist tough. Sie ist hartnäckig. Sie ist zielstrebig. Und sie ziert sich nicht davor, sich die Hände schmutzig zu machen. Man tut gut daran, sie nicht zu verärgern, zu übersehen oder zu unterschätzen. Sie tritt für ihre Überzeugungen ein, ohne sich dafür zu rechtfertigen.

Unfiltered: Neue Marken bedienen sich der Ästhetik des Fotojournalismus, um mit jüngeren Kunden zu kommunizieren und ihrem Storytelling eine ungefilterte und spontane Note zu geben. Der Trend „Unfiltered“ ist der Gegenentwurf zur Hochglanzwerbung; er illustriert eine neue Richtung in der kommerziellen Fotografie, hin zu einer dokumentarischen Ästhetik. So entsteht eine neue und dynamische Art, Bilder umzusetzen, die aus der Masse hervorstechen und die Aufmerksamkeit der Endverbraucher auf sich ziehen.

Colour Surge: Farbe avanciert von einer reinen Bildkomponente zum Star. Wir sind visuell aus unseren Kinderschuhen herausgewachsen. Diese Evolution erlaubt es uns, Regeln zu brechen und auf unnatürliche Farbenkombinationen zurückzugreifen. Dieser Trend unterstreicht die Freiheit von Designern, sich von konventionellen Farbpalletten ebenso zu lösen, wie von den etablierten Theorien darüber, „wie etwas aussehen soll“. Farbe kann nun das Design führen und die Komposition dominieren.

New Naivety: Endverbraucher emanzipieren sich zunehmend und sprechen immer weniger auf eine kuratierte, artifizielle Ästhetik an, die in der Anfangszeit der sozialen Medien entstanden ist. Stattdessen wenden sie sich ungezwungenen und unsachlichen Konzepten zu. Eine Entwicklung, die Marken entsprechend aufnehmen. „New Naivety“ nutzt Bilder, die spontan und verspielt sind – und manchmal auch unbequem. Es geht um Bilder, die nicht immer „on brand“ sind und einen unkonventionellen oder sogar unbeholfenen Eindruck vermitteln. Es ist an der Zeit, sich verrückt und ungeschminkt zu zeigen und andere dabei zum Lachen zu bringen.

Global Neighbourhood: Die ständige Zirkulation von Waren, Informationen und auch Menschen rund um die Welt beeinflusst unsere Gesellschaft nachhaltig und birgt das Potenzial, unsere Sichtweise auf uns selbst zu verändern. „Global Neighbourhood“ bedeutet, sich auf den stetigen Wandel einzulassen und unsere kollektive kulturelle Identität weniger darüber zu definieren, woher wir kommen, als vielmehr darüber, mit wem wir in Kontakt treten und an was wir glauben. In einer Zeit, in der Marken selbst wandlungsfähiger werden und lernen, auf die Veränderungen ihrer zunehmend komplexen Kundenidentitäten zu reagieren, werden sich Bilder, die über kulturelle und soziale Grenzen hinausgehen, immer weiter verbreiten.

Andrew Saunders, Senior Vice President of Creative von Getty Images: "Die visuellen Trends für das Jahr 2017 stellen in mehreren Bereichen einen Wendepunkt dar. Die Skepsis gegenüber Virtual Reality ist verschwunden und der Einsicht gewichen, dass sie eine unabwendbare Technologie darstellt, die neue, mit Spannung erwartete, visuelle Möglichkeiten bietet. Das Mind-Set der Millenials hat die breite Masse erreicht und Marken benutzen eine rohere Storytelling-Ästhetik für die realistischere, redaktionell geprägte Bilder produziert werden. Und schließlich wissen wir 'Big Data' zu schätzen und verstehen, wie wir damit soziale und kulturelle Trends besser begreifen können."

Die visuellen Trends von Getty Images für das Jahr 2017 wurden im Rahmen des jährlich erscheinenden Handbuchs "Creative in Focus" veröffentlicht. Es enthält Analysen der visuellen Trends und Suchdaten, außerdem Essays, die sich unter anderem der Normalisierung von Tabus sowie Markenkommunikation für Millenials widmen. 


Autor:

Frauke Schobelt, Ressortleiterin
Frauke Schobelt

ist Ressortleiterin im Online-Ressort und schreibt über alles Mögliche in den Kanälen Marketing und Agenturen. Sie hat ein Faible für Kampagnen, die „Kreation des Tages“ und die Nordsee. Und für den Kaffeeautomaten. Seit 2000 im Verlag W&V.