Wer Native Advertising machen will, sollte sich langfristig engagieren. Bezahlte Inhalte zielen nicht in erster Linie auf Abverkauf; Native Advertising wirkt stark auf Image, Markenbekanntheit und  Kaufbereitschaft. Aufmerksamkeit - davon ist auch Karina Groschberger, Senior Brand Manager der "Huff Post" überzeugt - wird den Tausenderkontaktpreis als Währung ablösen.

"Native Advertising ist kein Feld für gelangweilte Werbetexter, die nach einer neuen Herausforderung suchen", sagt Maike Abel, Head of Media Communication bei Nestlé. "Wir sind mittlerweile alle aus dem digitalen Honeymoon erwacht." Wer als Marke nicht darauf achte, dass der Content zur Zielgruppe passt, der zahlt am Ende doppelt und dreifach drauf. Dafür braucht es gute Partner. Die finden Marken inzwischen immer häufiger in den Medienhäusern selbst.

Einen guter Fit ist nicht nur wichtig, ohne ihn kann Native Advertising der Marke sogar schaden. Marke und Medium müssen zusammenpassen. Aber: Native Advertising muss auch in die Gesamtstrategie einer Marke eingebunden werden, sagt Ulrich Kramer, Geschäftsführer der Pilot Group.

Studien zeigen: Konsumenten haben nichts gegen bezahlte Inhalte, wenn sie hochwertig produziert und als solche gekennzeichnet sind. Da es jedoch keine verbindlichen Standards gibt, lassen manche Medien diesen Hinweis einfach weg. Dabei liegt es eigentlich in ihrem eigenen Interesse. Es geht schließlich um ihre Glaubwürdigkeit.

Ist Native Advertising nun also ein dauerhafter Hit oder doch nur ein Hype? Die meisten Teilnehmer meinen ja, manche bleiben skeptisch. Man wird es nur herausfinden, wenn man dem Rat von Will Rolls, Director DACH Agencies bei Facebook, folgt: "Experimentiert!"

Fotos: W&V / Martin Kroll)



Christa Catharina Müller
Autor: Christa Catharina Müller

Christa Catharina Müller ist Teil des Teams Digital Storytelling, der Entwicklungsredaktion des Verlags Werben und Verkaufen. Sie ist verantwortlich für die Konzeption und Umsetzung von Podcasts. Daneben experimentiert sie regelmäßig mit anderen Erzählformaten. Bevor sie zu W&V kam, war sie als freie Autorin mit den Schwerpunkten Mode und Digital tätig.