Getränkebranche :
Der Milliarden-Deal in der Bierbranche

In der Bierbranche bahnt sich ein Milliardendeal an: Der weltgrößte Bierkonzern AB Inbev will SABMiller für 92 Milliarden Euro übernehmen. Der Gemeinschaftskonzern würde dann weltweit jedes dritte Bier brauen. W&V Online listet die größten Braugruppen auf.

In der Bierbranche bahnt sich der größte Deal des Jahres und eine der größten Übernahmen in der Wirtschaftsgeschichte an: Der weltgrößte Bierkonzern AB Inbev ist dank einer erneut aufgestockten Übernahmeofferte im Milliardendeal um den Rivalen SABMiller fast am Ziel. Die Konzerne hätten sich auf grundsätzliche Punkte für eine Fusion geeinigt, teilten beide Unternehmen am Dienstag mit. Das neue Gebot liegt bei 68 Milliarden Pfund (92 Mrd Euro). SABMiller hatte zuvor mehrere Offerten zurückgewiesen. Schon seit Jahren wird über ein Zusammengehen beider Konzern spekuliert.

Mit dem geplanten Kauf der Nummer zwei der Branche kämen zu AB Inbevs Biersortiment mit Marken wie Beck's oder Budweiser bekannte SAB-Namen wie Foster's und Pilsner Urquell hinzu. Gemeinsam wären beide Unternehmen Ende 2014 auf einen globalen Marktanteil von mehr als 30 Prozent gekommen: Knapp jedes dritte Bier käme aus den Braukesseln des neuen Konzerns. Aktien von AB Inbev legten am Morgen um fast zwei Prozent und SABMiller-Titel um mehr als acht Prozent zu.

Ob die Behörden der Fusion ihren Segen geben werden, steht noch aus. Die EU-Kommission wollte die Megafusion der Bierriesen zunächst nicht kommentieren. Es liege bislang keine Anmeldung zur Genehmigung vor, teilte das Büro von EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager auf Anfrage mit. Die Unternehmen müssten jetzt prüfen, ob sie ihr Vorhaben in Brüssel anzumelden hätten.

Die Fusion dürfte allerdings schon aufgrund ihrer Größenordnung auf dem Tisch der EU-Kommission als oberster Kartellbehörde Europas landen. Bei solch großen Zusammenschlüssen ist es üblicherweise so, dass die Konzerne Firmenteile verkaufen oder bestimmte Märkte aufgeben müssen, um grünes Licht aus Brüssel zu erhalten.

Der Druck in der Branche ist indes groß: In den Industrieländern geht der Bierdurst allmählich zurück, nur durch Zukäufe kommen die großen Unternehmen noch zu bedeutendem Wachstum. Verändertes Konsumverhalten und eine breitere Angebotspalette belasten die großen Standardsorten. Unter anderem bieten die Konzerne daher auch verstärkt Mischgetränke und Nischensorten an. SABMiller ist neben Afrika auch im asiatisch-pazifischen Raum stark, AB Inbev in Mittel- und Südamerika.

Die Biermarken von ABInbev 

Die bekanntesten sind die globalen Biermarken Beck's, Stella Artois, Coronoa und Budweiser. In Deutschland produziert der Konzern außerdem Franziskaner Weißbier, Hasseröder, Diebels, Gilde, Haake-Beck, Löwenbräu und Spaten. International ist Ad Inbev mit weiteren 200 lokalen Marken im Markt, darunter Brahma, Leffe oder Hoegaarden.

Die Biermarken von SABMiller

SABMiller vertreibt rund 200 lokale Biermarken in mehr als 80 Ländern, am bekanntesten sind Pilsner Urquell, Foster's, Grolsch, Peroni, Miller Genuine Draft, Redd's und Castle.

Die größten Braugruppen (ENDE 2014)

Der Welt-Biermarkt ist hart umkämpft - ganz an der Spitze haben inzwischen aber nur noch wenige Großkonzerne das Sagen.

Rang

Konzern

Land

Bierausstoß in Mio. Hektolitern

Weltmarkt-Anteil

1

AB Inbev

Belgien

411,5

21 %

2

SABMiller**

Großbritannien

187,8

9,6 %

3

Heineken

Niederlande

181,3

9,3 %

4

Carlsberg

Dänemark

122,8

6,3 %

5

CRB

China

76,2

6,0 %

6

Tsingtao

China

67,2

3,9 %

7

Molson-Coors

USA/Kanada

59

3,0 %

8

Yanjing

China

53,1

2,7 %

9

Kirin

Japan

46,6

2,4 %

10

BGI/Castel

Frankreich

31,7

1,6 %

...

21

Radeberger

Deutschland

11,7

0,6 %

25

Oettinger

Deutschland

9,3

0,5 %

32

Bitburger

Deutschland

7,2

0,4

** ohne die Beteiligung an CRB (58 Mio Hektoliter) Quelle: Barth-Berichte / dpa

(fs/dpa)


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