Kantar TNS analysiert :
Der Mittelstand zögert noch bei Big Data

Nicht einmal jedes zehnte Unternehmen im Mittelstand schöpft laut einer Commerzbank-Studie bisher die Chancen aus, die große Datenmengen mit sich bringen. 

Text: W&V Redaktion

Datenmengen können das Geschäft beflügeln.
Datenmengen können das Geschäft beflügeln.

Nur wenige mittelständische Unternehmen in Deutschland nutzen einer Umfrage zufolge bislang die Möglichkeiten großer Datenmengen - Big Data - für ihre Geschäfte. Nur 8 Prozent der Befragten gaben an, Daten systematisch zu erfassen, zu analysieren und Nutzen daraus zu ziehen. Das geht aus einer am Dienstag präsentierten, repräsentativen Erhebung des Marktforschungsinstituts Kantar TNS im Auftrag der Commerzbank hervor.

Als Gründe werden von den Zögerern vor allem Datenschutzprobleme, Fachkräftemangel sowie mangelnde Bereitschaft der Führungskräfte genannt. Zugleich sind 68 Prozent der Unternehmen beunruhigt wegen der Monopolstellung von Tech-Giganten wie Google, Facebook oder Amazon. Jedes fünfte Unternehmen fürchtet zudem die Konkurrenz der Konzerne.

Allerdings geben auch 34 Prozent der Firmen an, von den Technologie-Riesen Denkanstöße für eigene Prozesse zu bekommen. Auch hat der Mittelstand die Chance, zum Treiber der digitalen Revolution zu werden - wenn die Firmen die Digitalisierung koordiniert angehen

"Wir brauchen im Mittelstand eine technologiefreundliche und mutige Haltung, um den Anschluss an die rasante digitale Entwicklung im Kontext von Big Data in der Welt zu halten", forderte Holger Bingmann, Präsident des Außenhandelsverbandes BGA.

Wichtig seien zudem Experten wie in den großen Technologiekonzernen, die aus den großen Datenmengen unternehmerische Erfolge machen könnten. "Dazu fehlen uns in ausreichender Zahl Fachleute und entsprechende Ausbildungs- und Studiengänge in Deutschland", kritisierte Bingmann.

Die meisten mittelständischen Unternehmen erwarten einen massiven Umbruch innerhalb der Branchen durch das Erfassen und Auswerten großer Datenmengen. Ein Viertel spürt der Umfrage zufolge bereits heute schon Auswirkungen. Vier von zehn Firmen rechnen mit deutlichen Folgen in den nächsten fünf Jahren.

Befragt worden sind rund 2000 Mittelständler mit einem Jahresumsatz von mindestens 2,5 Millionen Euro nach ihrer Einstellung zu Big Data. Kantar TNS führte die Studie im Zeitraum November 2017 bis Januar 2018 durch - also vor Bekanntwerden des Facebook-Datenskandals.

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W&V Online/dpa


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