Ende April begann der Hype um die Fidget Spinner

Es ist alles dabei: Fidget Spinner selber bauen, Faktenvideos zu Fidget Spinnern oder auch, weniger entspannend, Trickwürfe mit den Handkreiseln. Es ist zu erwarten, dass in den nächsten Tagen noch weitere Videos dazu kommen werden. Fidget Spinner dürften das "Pokemon Go" dieses Sommers werden. Die gute Nachricht für alle Eltern: Dafür legen die Kids sogar das Smartphone aus der Hand.

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Begonnen hat der Hype in den vergangenen Wochen. Seit Ende April verzeichnet Google Trends einen deutlichen Anstieg der Suchanfragen nach dem Spielzeug. Das wurde in den 1990er Jahren ursprünglich entwickelt, um hyperaktiven oder autistischen Kindern eine Möglichkeit zu geben, Unruhe und Stress abzubauen. "Fidget" ist das englische Wort für Zappelphilipp. Aber offenbar haben Minderjährige auch ohne Diagnose Bedarf nach ein wenig Handentspannung.

Die plötzliche Nachfrage nach den kleinen Spielzeugen hat die Einzelhändler jedenfalls überraschend getroffen. Ein Schnelltest in der Kölner Innenstadt zeigt: Große Warenhäuser haben die Kreisel bis jetzt nicht im Sortiment, die Verkäufer warten sehnsüchtig auf hoffentlich baldige Lieferung. Lediglich in einem großen Elektrofachgeschäft steht eine schon gut geplünderte Box mit ein paar Restexemplaren.

Jetzt ist das Marketing gefragt

Das ist die schlechte Nachricht für Eltern: Die Suche nach einem begehrten Fidget Spinner, noch kann sie zur Qual werden. Es sei denn, man sucht auf Amazon. Dort fliegen einem die Teile bereits um die Ohren. Von den ersten 20 Plätzen der meistverkauften Spielzeuge sind 19 von Fidget Spinnern belegt, Stand 17. Mai 2017.

Höchste Zeit also, bald auf den Zug aufspringen. Denn auch das hat Pokemon Go gezeigt: Die Halbwertszeit dieser Schulhof-Hypes entspricht in der Regel ziemlich genau der Länge der Sommerferien in Deutschland. In den Social Media-Redaktionen von Agenturen und Unternehmen dürfen die Köpfe jedenfalls schon mal anfangen zu rauchen: Was können wir aus dem Trend machen? Ein lustiges Bürovideo vielleicht, in dem die Kollegen fröhlich am Rad drehen? Oder einfach mal den Chef durchdrehen lassen?

Die Möglichkeiten, bemüht auf jugendlich zu machen, sind sicher grenzenlos. Oder aber man entscheidet sich einfach für Variante B und tut das, was ganz im Sinne der Fidget Spinner ist: Sich zurücklehnen und einfach mal entspannen.

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Autor:

Moritz Meyer

Moritz Meyer (Jg. 1981) schreibt hauptsächlich über Online-Video und den digitalen Wandel. Er war schon so häufig im Internet, dass er aus Versehen mal in einem Video von Y-Titty gelandet ist. Wenn er nicht auf Burgen lebt, trifft man ihn meist in Köln. Fun Fact: Liest immer noch Comics von den Teenage Mutant Ninja Turtles.