Was kommt nach dem Thermomix? :
Der neue Vorwerk ist ein ... Teebereiter!

Tagelang hatte Vorwerk ein Geheimnis daraus gemacht, was denn nun der nächste Hit nach dem Thermomix werden soll. Nun kommt die Auflösung.

Text: Susanne Herrmann

Die Website geht wieder und zeigt das neue Küchengerät von seiner besten Seite. Temial heißt die Neuheit von Vorwerk.
Die Website geht wieder und zeigt das neue Küchengerät von seiner besten Seite. Temial heißt die Neuheit von Vorwerk.

Die einhellige Meinung hier in der Reaktion: Es ist ein bisschen enttäuschend. Tagelang hatte Vorwerk, zuletzt überaus erfolgreich mit der kostspieligen Alleskönner-Küchenmaschine Thermomix, ein Geheimnis daraus gemacht, was nun die nächste grandiose Idee für die Küche sein wird. Aufgrund der für heute angekündigten Enthüllung war morgens die Unternehmenswebseite für dsa neue Produkt stundenlang nicht erreichbar.

Nun ist es offiziell, und es ist - ein Teebereiter. Temial heißt das gute Stück, das Vorwerk anpreist als "modernste Technik, die die traditionelle Teekultur wertschätzt und widerspiegelt". Versprechen aus den nebulösen Ankündigungen zuvor auf der Webseite wurden nicht gebrochen: Die Themen Aroma, Dampf, Vernetzung und Farbe werden bedient. Die Rede ist von einem Einführungspreis von 599 Euro (inklusive Wasserfilter, Entkalker, Servierkanne, zwei Teeschalen, Tee im 10er-Pack und einem To-go-Becher); Vorbestellungen sind ab Juni möglich. Ausgeliefert wird ab Spätsommer.

RTL-Reporter Marc Hillen twittert von der Produktvorstellung:

Mit Blick auf neue Märkte in Asien mag das ein kluger Schachzug sein. "Wir erschließen uns mit dieser neuen Produktwelt ein neues Segment, das hervorragend zu unserer strategischen Ausrichtung passt", sagen die Gesellschafter der Vorwerk-Gruppe, Reiner Strecker, Rainer Genes und Frank van Oers.

Tee mit System - Temial im Detail

Die eigentliche Neuheit ist: Vorwerk wird nun nicht nur Technik, sondern künftig auch Lebensmittel verkaufen, denn: Zum Temial gehören auch Bio-Tees. "Das eigene Temial-Teesortiment umfasst zunächst zehn verschiedene Sorten von losen Bio-Tees", teilt das Unternehmen mit.

Was die Funktionsweise angeht, ist natürlich eine App im Spiel. Ein Codescanner und die begleitende App sollen "eine individuelle Zubereitung von Teesorten" ermöglichen. So lassen sich etwa Temperatur, Ziehzeit und Flüssigkeitsmenge dem persönlichen Geschmack anpassen. Zubehör gibt es dann ab August. Etwa Teegeschirr, Untersetzer, ein Teetuch und Blütenhonig.

"Die Idee zu dem Geschäftsfeld ist in einem internen Management-Entwicklungsprogramm entstanden und als Start-up im Unternehmen weiterentwickelt worden", erklären Strecker, Genes und van Oers.

Gute Geschäfte in Wuppertal

Auf einer Pressekonferenz am Vorwerk-Standort in Wuppertal war außerdem die Geschäftsentwicklung Thema. "Wir haben 2017 zwar kein neues Rekordjahr erreicht, sind aber mit Blick auf die langfristige Entwicklung des Unternehmens absolut auf dem richtigen Weg", sagten die Gesellschafter. Der Gesamtumsatz der Vorwerk-Gruppe lag bei 2,9 Milliarden Euro (minus 5 Prozent). Der Thermomix-Umsatz weltweit war allerdings im vergangenen Jahr um 12,9 Prozent auf rund 1,1 Milliarden Euro zurückgegangen, im wichtigsten Markt Deutschland lag das Umsatzminus sogar bei 22,1 Prozent. Kobold lag bei 792 Millionen (minus 5,3 Prozent).

Für das laufende Jahr kündigte das Unternehmen wieder einen "geringfügig steigenden" Umsatz insbesondere durch Zuwächse bei Thermomix und Kobold an.

Im Mittelpunkt der Pressekonferenz in Wuppertal stand das Thema Digitalisierung, das Vorwerk gleich auf mehreren Ebenen angeht. Als Beispiel gilt der Thermomix: "Wir haben bereits im Jahr 2016 ein komplettes Ecosystem rund um den Thermomix vervollständigt. Das Gerät ist die Plattform, mit dem eine ganze Reihe von digitalen Services rund um das Thema Rezepte und Kochen angeboten werden."

Laut Unternehmen nutzen mehr als 3,5 Millionen Kunden als Mitglieder die Thermomix-Rezeptplattform Cookidoo, mehr als 1,5 Millionen haben den Cook-Key aktiviert und können so direkt über das Gerät auf die Plattform zugreifen.

Ob das für Teezubereitung ebenfalls erforderlich sein wird, bleibt erst einmal abzuwarten. Die Reaktionen im Netz bisher sind eher verhalten. Etwa unter dem Beitrag von Wiwo-Redakteur Thorsten Firlus - der hat den Temial in Wuppertal gesehen.

Einer immerhin freut sich:


Autor:

Susanne Herrmann
Susanne Herrmann

schreibt als freie Autorin für W&V. Die Lieblingsthemen von @DieRedakteurin reichen von abenteuerlustigen Gründern über Medien und Super Bowl bis Streaming. Marketinggeschichten und außergewöhnliche Werbekampagnen dürfen aber nicht zu kurz kommen.


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