Influencer Marketing :
Designerin Anine Bing lässt Instagrammer pitchen

Eine Frau dreht den Spieß um. Statt Influencer für ihre neue Kampagne über eine Agentur zu buchen, eröffnet Anine Bing auf Instagram ein Battle um die begehrten Plätze als Markenbotschafter für ihr Label.

Text: Christa Catharina Müller

Anine Bing castet ihre Influencer via Instagram.
Anine Bing castet ihre Influencer via Instagram.

Man kann es drehen, wie man will: Instagram ist für die Modebranche inzwischen der wichtigste Kommunikationskanal. Das liegt daran, dass die Bedingungen dort nahezu ideal sind. Geteilt wird, was schön ist. Das machen alle User so, nur manche von ihnen verdienen damit jede Menge Geld.

Weil sie primär das Kaufverhalten und nicht die Meinung anderer beeinflussen sollen, nennt man sie Influencer. Dafür stecken sie immer wieder, in letzter Zeit besonders häufig, Kritik ein. Zum Beispiel bei W&V, oder hier und hier.

Eine Frau will den Spieß nun umdrehen. Statt die Influencer für ihre neue Kampagne einfach über eine Agentur zu buchen, eröffnet Modedesignerin Anine Bing auf Instagram ein Battle um die begehrten Plätze als Markenbotschafter. Ihrem Account @aninebing folgen dort knapp 400.000 Nutzer.

Mit dieser Nachricht wendete sie sich am Montag per Newsletter und Videobotschaft von Los Angeles aus an ihre Fangemeinde:

Email #AroundTheWorldInAnineBing

Designerin Anine Bing will 2017 ihre Markenbotschafterinnen kennenlernen.

Fast 1000 mal wurde der Hashtag #aroundtheworldinaninebing seitdem auf Instagram verwendet. Mittwoch standen dann die ersten "Gewinner" fest: Lu Hough von @lulaandrosie und Kitty von @kitscool auf der Station der Reise um die Welt, in London, professionell fotografiert. Mit 945 und 487 Abonnenten bringen sie zwar nicht die Riesen-Reichweite. Aber: Sie sind authentisch. Und damit nicht nur Influencer, sondern auch Meinungsführer. Ganz schön clever von Anine Bing.


Autor:

Christa Catharina Müller
Christa Catharina Müller

ist seit Februar 2014 Redakteurin im Ressort Marketing, wo sie über Mode und digitales Marketing schreibt. Bevor sie zu W&V kam, hat sie ein Onlinevolontariat bei Condé Nast absolviert und war anschließend drei Jahre als freie Autorin tätig, unter anderem als Bloggerin für Yahoo.