Bei der digitalen Transformation scheinen sie zu zögerlich

Lediglich 42 Prozent der befragten CMOs hierzulande geben an, dass die Mitwirkung an der digitalen Transformation in ihrem Verantwortungsbereich liege. Im weltweiten Vergleich (48 Prozent) spiegelt sich darin eine recht zögerliche Haltung wider. Allerdings prüfen oder planen 61 Prozent der Marketingverantwortlichen hierzulande künftig mehr Budget in digitale Medien zu investieren. Auch E-Commerce erhält bei 51 Prozent der CMOs eine verstärkte Aufmerksamkeit. Zudem prüfen oder planen 57 Prozent der Marketingverantwortlichen hierzulande, die Beschleunigung der digitalen Transformation voranzutreiben.

Das Markenverständnis der Verbraucher richtet sich neu aus

Die Bedeutung von Marketingaktivitäten wird von 58 Prozent der CMOs während der Pandemie als unverändert angesehen. Knapp ein Viertel (23 Prozent) der deutschen CMOs sind der Meinung, dass sich die Relevanz sogar erhöht habe.

Dafür gibt es mehrere Gründe: So meinen 37 Prozent der Marketingverantwortlichen, dass Verbraucher Marken als tägliche Begleiter ansehen, auch um sie während der Krise zu unterstützen. 35 Prozent der CMOs beobachten eine stärkere Preissensibilität bei den Konsumenten. Als nicht weniger entscheidend erweist sich für 34 Prozent der CMOs die Verbraucherwahrnehmung hinsichtlich Unternehmenskultur und Purpose der Marke. Die Verbraucher erwarten, dass sich Marken verantwortungsvoll um ihre Mitarbeiter kümmern, besonders in Zeiten der Corona-Pandemie.

Der CMO Survey nennt fünf Faktoren, die für das Marketing entscheidend sind, um den Aufbruch ins Ungewisse zu bewältigen:

Empathie, um das Verhalten der Konsumenten besser verstehen und um zwischen kurz- und langfristigen Bedürfnisveränderungen differenzieren zu können

Agilität, zum Beispiel die flexible Anpassung der klassischen Instrumente im Marketing-Mix

Kollaboration durch Auflösung des Silodenkens. Die Bündelung von Kompetenzen gilt als Basis, um Konsumenten eine starke Markeneinheit mit Mehrwert bieten zu können

Markenkonsolidierung, um Lücken und Schwächen in der Aufstellung der Marke zu schließen. Das macht die Marke langfristig resilienter.

Transparenz, die gerade durch die Krise im Marketing eine neue Relevanz erfahren hat. Die Markenwahrnehmung und das Markenvertrauen werden zunehmend davon geprägt, wie sich Unternehmen der Verantwortung für ihre Mitarbeiter stellen.



Markus Weber, Redakteur W&V
Autor: Markus Weber

ist in der Online-Redaktion für Agenturthemen zuständig. Bei W&V schreibt er seit 15 Jahren über Werbeagenturen. Volontiert hat er beim Online-Marketing-Titel „E-Market“. 2010 war er verantwortlich für den Aufbau der W&V-Facebookpräsenz. Der Beinahe-Jurist mit kaufmännischer Ausbildung hat ein Faible für Osteuropa.