Konkurrent Hyundai setzt auf den Wahnsinn im Alltag: Sehr clever verknüpft der Autohersteller den zuverlässigsten Schutz, den ein Kind im Leben haben kann, mit den automatischen Sicherheitssystemen des Wagens: "Papas sechster Sinn" heißt der Film denn auch passend und macht klar, auf wen man sich verlassen kann, wenn Papa mal nicht mehr auf einen achtgibt.

Lawrence Fishburne singt "Nessun Dorma" - selbst Nicht-Klassik-Fans kennen diese Puccini-Arie seit Paul Potts und der Telekom namentlich. Hier steht sie für allerhöchste Qualität - des Autoherstellers Kia. Der Spot ist ein Augen und Ohrenschmaus.

Und wenn wir schon bei den Autofirmen sind, dürfen zwei nicht fehlen: Volkswagen mit dem fantasievollen Werk "Wings" ...

... und Chevy: Die US-Marke verkauft der Landbevölkerung ein Auto, das sie braucht, mit den dazu passenden und realitätsnahen Szenen, ohne profan zu werden. Hut ab.

Smart hat sich mit dem hier schon bekannten Film in den US-Werbeblock eingekauft: einer unserer Lieblingsfilme 2013.

Wollte ihn keiner nackt sehen? Auf den ersten Blick sieht es ganz so aus. Zum Super Bowl strahlte H&M nach einer Zuschauerwahl diesen Spot mit David Beckham aus. Wie es ausgeht? Gucken Sie selbst.

Hommage an die 80er-Jahre: Die Ära von Alf, Hulk Hogan, Chucky der Möderpuppe, Aerobic und dem Teenwolf lässt der Laden Radio Shack ausleben. Sogar die kleine Eule aus "Kampf der Titanen" kommt vorbei. Die Ikonen kommen nämlich den alten Krempel holen, damit der Elektroladen im Heute ankommt, und tragen Röhrenmonitore und Ghettoblaster aus dem laden. Dazu Musik von Loverboy - Stimmung, Nostalgie und trotzdem die Botschaft, wir sind nicht von gestern. Für alle ab 35.

Ups! Was Indiana Jones mit seinen Verletzungen kann, schafft der US-Grieche John Stamos ("Emergency Room") schmerzfrei mit Hilfe griechischen Joghurts: sich von einer schönen Frau alles wegküssen lassen. Nur dass Dannon Oikos dagegen etwas hat - gute Freunde nämlich. Charmant.

T-Mobile, ein vertragsloser Football-Spieler und ein gepfiffenes Lied, das seit Disney's "Robin Hood" für Freiheit steht: Mit einem sehr amerikanischen und klugen Konzept wirbt der deutsche Mobilfunkanbieter im Super-Bowl-Werbeblock. In Kombination mit den beiden Tim-Tebow-Clips (W&V berichtete) hebt sich die reine Textwerbung wohltuend ab vom Werbebrei der starken Bilder.

Und drei weitere Filme, die einfach nur in den Staaten funktionieren - aber für den Markt werden sie ja schließlich gemacht: 16,5 Millionen Mal angeschaut bei Ad Blitz (in drei Wochen) wurde dieser Duracell-Spot mit dem Football-Spieler Derrick Coleman von den Seattle Seahawks. Coleman ist schwerhörig - und ließ sich dennoch nie beirren auf seinem Weg zum Spitzensportler. Kämpfen, niemals aufgeben, der Kraft vertrauen, seinen Traum leben: Das sind zutiefst amerikanische Werte, die hier perfekt funktionieren. Ernster Film mit großer Wirkung. Erfolg, der sich hierzulande aber nicht kopieren lässt.

Zweiter bei Hulu übrigens: Dieser ur-patriotische 60-Sekünder von Coca-Cola. Mit dem offiziellen Super-Bowl-Spot, der rund 8 Millionen Dollar Mediabudget gekostet hat, zeigt die Limonadenfirma die Vereinigten Staaten von ihrer schönsten Seite und stellt die ethnische Vielfalt dar.  Den Amis gefiel's - und wir mögen die Idee: Die USA verdanken ihre Schönheit der Tatsache, dass ihre Einwohner von überall aus der Welt stammen.

Patriotismus, in Deutschland immer noch eher unmodern, ist in Amerika völlig legitim und gewollt - besonders an einem nationalen Sporttag, der weltweit seinesgleichen sucht. So versteht es sich von selbst, dass bei der Zuschauerwahl von Hulu den dritten Platz wieder Budweiser belegt. Mit einer Mischung aus ganz großem Gefühl (siehe Budweisers "Puppy"-Spot ganz oben) und einem dicken Nachschlag Patriotismus: Der heimkehrende Soldat wird stellvertretend für seine Kameraden gefeiert wie ein Nationalheld. Den Empfang habe Budweiser dem Soldaten Chuck tatsächlich ermöglicht.



Susanne Herrmann
Autor: Susanne Herrmann

schreibt als freie Autorin für W&V. Die Lieblingsthemen von @DieRedakteurin reichen von abenteuerlustigen Gründern über Medien und Super Bowl bis Streaming. Marketinggeschichten und außergewöhnliche Werbekampagnen dürfen aber nicht zu kurz kommen.