"Der Markt war lange verschlafen"

Aber nicht nur äußerlich geht das 102 Jahre alte Unternehmen neue Wege. "Der Markt um Deutschlands Betten war lange tatsächlich sehr verschlafen, es ist gut, dass sich da was tut", findet Hoss-Nurminen. Die Marketingleiterin bezieht sich damit vor allem auf vermeintliche Konkurrenz durch die Matratzen-Startups Emma, Caspar und Co, die seit geraumer Zeit den Online-Markt überfluten.

Ähnlich gelassen sieht das Ralph Röhr, als Area Sales Manager bei der schwedischen Edelmarke Hästens zuständig für den Westen Deutschlands. "Endlich entwickelt sich bei den Deutschen ein Bewusstsein für gute Schlafqualität. Wir erleben das tatsächlich eher positiv, die Nachfrage nach unserer Spezialität, den Boxspringbetten, steigt."

Das Bett Vividus ist das Meisterstück, in welchem die gesamte Erfahrung und das handwerkliche Können von Hästens steckt.

Das Bett Vividus ist das Meisterstück, in welchem die gesamte Erfahrung und das handwerkliche Können von Hästens steckt.

Ein Bett für 145.000 Euro

Der Kunde sei mittlerweile eben durchaus bereit, in gute Qualität zu investieren. Seit zwei Jahren präsentiert Bettenrid nun bereits das 144.900 Euro teure Meisterstück Vividus des schwedischen Hoflieferanten Hästens, das laut Röhr sonst lediglich in Partner-Stores in London, Zürich, Stockholm und New York zu sehen ist.

Nun erweitert der Mittelständler aus München sein Sortiment auch noch um die Londoner Premium-Marke Vispring, deren teuerstes Bett nach eigenen Angaben immerhin auch um die 110.000 Euro kostet. Und laut Hoss-Nurminen ist die Nachfrage nach diesen Luxus-Versionen tatsächlich da.

"Um sich gegenüber den Matratzen-Schnäppchen-Anbietern aber langfristig und deutlich abzugrenzen, müssen wir investieren, um unsere Marke nachhaltig zu stärken." Neben dem äußeren Facelift und der Erweiterung der Produktpalette veranstaltet Bettenrid unter dem Motto "Schlaf-und Gesundheitswochen" nun erstmalig eine kostenlose Vortragsreihe rund um das Thema Schlaf mit ausgewählten Experten. "Wir möchten damit das neue Bewusstsein unserer Kunden ansprechen und stärken, und zugleich unsere eigene Expertise betonen."


Autor:

Belinda Duvinage

legt ein besonderes Augenmerk auf alle Marketing-Themen. Bevor die gebürtige Münchnerin zur W&V kam, legte sie unter anderem Stationen bei burdaforward und dem Münchner Merkur ein, leitete ein regionales Magazin in Göttingen und volontierte bei der HNA in Kassel. Den Feierabend verbringt sie am liebsten mit ihren drei Jungs in der Natur, auf der Yogamatte, beim perfekten Dinner mit Freunden oder, viel zu selten, einem guten Buch.