Mittelständler Bettenrid :
Die Bettenbranche wacht endlich auf

Das Traditionshaus Bettenrid verpasst sich ein Facelift und erweitert das Sortiment - unter anderem um die Bettenedelmarke Hästens oder die Londoner Premium-Marke Vispring.

Text: Belinda Duvinage

Das neue Designkonzept von Bettenrid orientiert sich an einer typischen Schwabinger Altbauwohnung.
Das neue Designkonzept von Bettenrid orientiert sich an einer typischen Schwabinger Altbauwohnung.

Alles neu bei Bettenrid –  auf mehreren Ebenen und im Wortsinn: Das frisch renovierte und umgestaltete Untergeschoss der Filiale in der Münchner Theatinerstraße bildet den Startschuss, jedes Jahr soll nun ein weiteres Stockwerk folgen. Aber auch inhaltlich verfolgt das mittelständische Unternehmen ein neues Konzept.

Vor allem, um sich gegen Online-Anbieter klar abzugrenzen.

Umbau bei laufendem Betrieb

Während man sich bei Betreten des Erdgeschoss noch an die 1980er-Jahre erinnert fühlt, präsentiert sich der Bettenspezialist eine Etage tiefer bereits in neuem Gewand: Die Gestaltung orientiert sich an einer Schwabinger Altbauwohnung mit Fischgrätenparkett, Stuckleisten und Vertäfelungen.

"Das Konzept wird sich durch das ganze Haus ziehen", erklärt Christiane Hoss-Nurminen, Bereichsleiterin Marketing/E-Commerce bei Bettenrid.

Der erste Abschnitt des großen Umbaus fand in diesem Sommer bei laufendem Betrieb statt, und auch bei den nächsten Stockwerken in den kommenden Jahren ist das so geplant. Das neue reduzierte Design und ein Schlaflabor, in dem Kunden ihre optimale Liegeposition via Monitor überprüfen können, kommt laut Hoss-Nurminen gut an – und das nutzt Bettenrid: Schwarz-Weiß-Porträts und passende Zitate von zufriedenen Kunden und Mitarbeitern zieren als Testimonials die neue Bettenabteilung.

"Der Markt war lange verschlafen"

Aber nicht nur äußerlich geht das 102 Jahre alte Unternehmen neue Wege. "Der Markt um Deutschlands Betten war lange tatsächlich sehr verschlafen, es ist gut, dass sich da was tut", findet Hoss-Nurminen. Die Marketingleiterin bezieht sich damit vor allem auf vermeintliche Konkurrenz durch die Matratzen-Startups Emma, Caspar und Co, die seit geraumer Zeit den Online-Markt überfluten.

Ähnlich gelassen sieht das Ralph Röhr, als Area Sales Manager bei der schwedischen Edelmarke Hästens zuständig für den Westen Deutschlands. "Endlich entwickelt sich bei den Deutschen ein Bewusstsein für gute Schlafqualität. Wir erleben das tatsächlich eher positiv, die Nachfrage nach unserer Spezialität, den Boxspringbetten, steigt."

Das Bett Vividus ist das Meisterstück, in welchem die gesamte Erfahrung und das handwerkliche Können von Hästens steckt.

Das Bett Vividus ist das Meisterstück, in welchem die gesamte Erfahrung und das handwerkliche Können von Hästens steckt.

Ein Bett für 145.000 Euro

Der Kunde sei mittlerweile eben durchaus bereit, in gute Qualität zu investieren. Seit zwei Jahren präsentiert Bettenrid nun bereits das 144.900 Euro teure Meisterstück Vividus des schwedischen Hoflieferanten Hästens, das laut Röhr sonst lediglich in Partner-Stores in London, Zürich, Stockholm und New York zu sehen ist.

Nun erweitert der Mittelständler aus München sein Sortiment auch noch um die Londoner Premium-Marke Vispring, deren teuerstes Bett nach eigenen Angaben immerhin auch um die 110.000 Euro kostet. Und laut Hoss-Nurminen ist die Nachfrage nach diesen Luxus-Versionen tatsächlich da.

"Um sich gegenüber den Matratzen-Schnäppchen-Anbietern aber langfristig und deutlich abzugrenzen, müssen wir investieren, um unsere Marke nachhaltig zu stärken." Neben dem äußeren Facelift und der Erweiterung der Produktpalette veranstaltet Bettenrid unter dem Motto "Schlaf-und Gesundheitswochen" nun erstmalig eine kostenlose Vortragsreihe rund um das Thema Schlaf mit ausgewählten Experten. "Wir möchten damit das neue Bewusstsein unserer Kunden ansprechen und stärken, und zugleich unsere eigene Expertise betonen."


Autor:

Belinda Duvinage

legt ein besonderes Augenmerk auf alle Marketing-Themen. Bevor die gebürtige Münchnerin zur W&V kam, legte sie unter anderem Stationen bei burdaforward und dem Münchner Merkur ein, leitete ein regionales Magazin in Göttingen und volontierte bei der HNA in Kassel. Den Feierabend verbringt sie am liebsten mit ihren drei Jungs in der Natur, auf der Yogamatte, beim perfekten Dinner mit Freunden oder, viel zu selten, einem guten Buch.