Saisonstart :
Die Lebkuchen sind bereits im Anrollen

Die Süßwarenhersteller stimmen sich schon seit Wochen auf die Weihnachtszeit ein. Denn ab September liegen Lebkuchen und Spekulatius wieder in den Regalen  - und werden auch gekauft.

Text: W&V Redaktion

Das ist die Bahlsen Weihnachtsdose 2018.
Das ist die Bahlsen Weihnachtsdose 2018.

Noch ist die Lust auf Eis und Milchshakes groß. Doch Süßwarenhersteller in der ganzen Republik bereiten sich schon auf das Weihnachtsgeschäft vor. Mitten im Hochsommer haben viele mit ihrer Lebkuchenproduktion begonnen. Und auch andere Weihnachtsleckereien wie Spekulatius, Stollen und Zimtsterne haben Anfang August schon die Backstraßen passiert. Im September müssen schließlich die Supermarkt-Regale gefüllt sein, sind die Hersteller überzeugt.

"Die Produktion läuft schon seit Wochen", sagte eine Sprecherin des Nürnberger Traditionsunternehmens Lebkuchen-Schmidt. Bis Dezember beschäftige das Unternehmen bis zu 800 Mitarbeiter. Sonst seien es etwas weniger als die Hälfte. Im September werde dann auch die Bestellannahme hochgefahren. In wenigen Wochen startet für das Unternehmen dann offiziell die Lebkuchen-Saison. Das Gute an den Leckereien: "Lebkuchen sind lange haltbar, man muss sie nicht gleich essen", so die Sprecherin. Rund ein Kilogramm des süßen Weihnachtsgebäcks isst jeder Deutsche nach Zahlen des Bundesverbands der Süßwarenindustrie (BDSI) pro Jahr.

Auch beim Aachener Süßwarenhersteller Lambertz und bei Bahlsen in Hannover wurde die Weihnachtszeit schon eingeläutet. Lambertz produziert einem Sprecher zufolge schon seit Juni an fünf Standorten in Deutschland Lebkuchen - darunter in Nürnberg und Dresden. Die Nachfrage nach den Leckereien sei schon an den ersten kühlen Tagen im Herbst da. Produziert werde bis zum Nikolaustag - im Moment im Drei-Schichtbetrieb. Der Backkonzern ist eigenen Angaben zufolge Weltmarktführer für Herbst- und Weihnachtsgebäck.

Lambertz und Bahlsen beginnen schon in wenigen Tagen damit, ihr Weihnachtsgebäck an den Handel auszuliefern. Die Nachfrage sei in den vergangenen Jahren stetig gestiegen, sagte Dieter Lutz, Bahlsen-Marketingchef für den deutschsprachigen Raum. "Die Weihnachtsprodukte lösen bereits ab September bei vielen Kunden große Vorfreude aus, spätestens im Oktober steigt die Nachfrage sprunghaft an." Vor allem traditionelle Lebkuchen, Spekulatius und Stollen seien in dieser Zeit gefragt. Aber es gibt auch jedes Jahr Neues, dieses Jahr etwa Schoko-Spekulatius und ein neues Design für die Weihnachtsdose mit einer Mischung verschiedener Gebäcksorten. Insgesamt rollen bei Bahlsen rund 7.400 Tonnen vom Band. Auch im Ausland seien die Klassiker begehrt - exportiert würden sie sogar nach Asien und in die USA.

Doch nicht nur das Traditionsgebäck wird schon im Sommer produziert, sondern auch die nicht weniger beliebten Schoko-Nikoläuse. In Pirmasens beim Schokoartikelherstellers Wawi läuft die Produktion schon auf Hochtouren. Rund zehn Millionen Nikoläuse und etwa 25 Millionen Adventskalender produziert das Traditionsunternehmen aus der Pfalz jährlich.

"Die Produktion der Weihnachtsmänner hat schon seit einiger Zeit begonnen", sagte auch Claus Cersovsky, Geschäftsführer von Rübezahl Schokoladen, einem Süßwarenhersteller in Dettingen unter Teck in Baden-Württemberg. In der Regel gehe es schon im Mai oder Juni los - nach der Osterhasen-Produktion. Die ersten Nikoläuse seien für den Export bestimmt, etwa nach Kanada und Australien. Das Unternehmen stellt eigenen Angaben zufolge jedes Jahr rund 50 Millionen Schokoladen-Weihnachtsmänner her. Rund 400.000 werden im Schnitt pro Tag produziert.

Auch beim Lübecker Marzipanspezialisten Niederegger herrscht bereits Weihnachtsstimmung. Seit Wochen laufen dort Weihnachtssterne und Tannenzapfen aus Marzipan vom Band. Die sind laut Unternehmenssprecherin Eva Mura für den Export per Schiff nach Übersee bestimmt. Wegen der langen Transportwege nach Australien, Neuseeland, Japan oder China müsse mit der Produktion bereits so früh begonnen werden. Die Produktion für den Inlandsmarkt läuft Anfang September an. Das Weihnachtsgeschäft macht bei Niederegger rund 60 Prozent des Jahresumsatzes aus. Zu dessen Höhe macht das Unternehmen traditionell keine Angaben.

Aleksandra Bakmaz, dpa


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