Wandel zum Technologiekonzern :
Die Pläne der Otto Group fürs Digitale und für About You

Vom Katalogversender zum Trendsetter des digitalen Wandels: Die Otto Group will mit erfolgreichen Projekten wie About You weiter wachsen.

Text: W&V Redaktion

Alexander Birken: Der CEO der Otto Group prognostiziert weiteres digitales Wachstum.
Alexander Birken: Der CEO der Otto Group prognostiziert weiteres digitales Wachstum.

Die Otto Group will nach einem Jahr mit starkem Gewinn ihren Wandel zum Technologiekonzern vorantreiben. "Das Thema Digitalisierung wird in Deutschland unterschätzt", sagte der Vorstandsvorsitzende Alexander Birken in Hamburg.

Otto sei an rund 250 Startup-Unternehmen beteiligt und erhalte so Zugang zu neuen Ideen und Technologien. Ein absoluter Schlüsselfaktor für die digitale Transformation sei die Kultur eines Unternehmens. "Wir werden da als eine Art Trendsetter gesehen", sagte Birken.

Und: Allein 50 Unternehmen hätten Otto um Rat gebeten, wie ein Kulturwandel umgesetzt werden könne.

Wie About You weiter wachsen soll

Beispielhaft für ein erfolgreiches Projekt sei die Tochtergesellschaft About You, die im vergangenen Geschäftsjahr, das am 28. Februar endete, ihren Umsatz auf 283 Millionen Euro mehr als verdoppelt hat. Die Mode-Plattform hat sich über Deutschland hinaus nach Österreich, in die Schweiz und den Benelux-Raum ausgebreitet und nimmt Osteuropa ins Visier.

Die Otto Group hält mittlerweile nur noch 68 Prozent an About You. Einen größeren Anteil von 25 Prozent hat eine Gesellschaft von Benjamin Otto übernommen, dem Sohn von Aufsichtsratschef Michael Otto. In den nächsten Wochen soll ein weiterer Investor ins Boot genommen werden. "Wir wollen aus About You ein Milliardenunternehmen machen und es in drei oder vier Jahren an die Börse bringen", sagte Finanzchefin Petra Scharner-Wolff.

Otto öffnet die Plattform auch für andere Unternehmen und macht die Software zugänglich. Das soll mittelfristig mehr Geld einbringen, als das Wissen im eigenen Konzern zu halten. "Die Öffnung des Öko-Systems für Partner lässt sich monetarisieren", sagte Birken. Otto wird damit auch zu einer Software-Firma.

So steht es um den Arbeitgeber Otto Group

Das Wachstum der Gruppe macht sich auch bei der Beschäftigung bemerkbar: Die Zahl der Vollzeit-Stellen nahm weltweit um rund 2000 auf 51.800 zu, davon 1500 auf 28.100 in Deutschland. Diese Entwicklung sei ebenfalls stark technologiegetrieben; eingestellt würden vor allem Programmierer, Web-Designer, Data-Experten und andere IT-Berufe. Allein für die Webseite der deutschen Tochter Otto.de arbeiten 300 Spezialisten.

Die Otto Group ist nach Amazon der größte Online-Händler in Deutschland und gehört auch international zur Spitzengruppe. Im abgelaufenen Geschäftsjahr erhöhte sich das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) um knapp elf Prozent auf 405 Millionen Euro. Der Jahresüberschuss stieg von 41 Millionen auf 519 Millionen Euro. Bis 2022 will die Otto Group einen Umsatz von 17 Milliarden Euro erreichen.

Besonders stark wuchs der digitale Handel mit einem Umsatzplus von knapp elf Prozent auf 7,9 Milliarden Euro.

W&V Online/dpa


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