Tja, und in den Märkten selbst herrscht ein Informationschaos. Ganz gleich, ob man sich Handys anschaut, Computer oder Kühlschränke. Oft stimmen die Angaben auf den viel zu kleinen Schildern nicht, fast immer sind sie einfach lieblos ausgefüllt und schon gar nicht vollständig, so dass man stets mit einem Smartphone in der Hand die Artikel vergleichen muss. Was bei dem schlechten Empfang in den Märkten schwierig ist und was zur Folge hat, dass man natürlich im Internet bei der Recherche oft bessere Angebote entdeckt.

Hat man sich aber vorher im Internet erkundigt und will im nahen Media-Markt oder Saturn zum Beispiel einen Computer oder Kühlschrank kaufen, ist er meist nicht vorrätig. Ein guter Verkäufer würde ein gleichwertiges Gerät empfehlen, doch leider scheint das Interesse vieler Verkäufer an den eigenen Produkten nicht sehr ausgeprägt zu sein. Am schlimmsten ist es, wenn zum Beispiel Frauen einen Computer kaufen wollen, 600 Euro in der Tasche haben, doch vom Fachpersonal nicht ernst genommen werden. Ja, auch eine User Experience. Komisch, wenn dann wieder ein Computer mehr von zuhause aus im Netz geordert wird – und nicht bei Ceconomy für Umsatz sorgt.

Media-Markt und Saturn hatten so viel Gutes versprochen. Ihr Vorteil ist doch gerade, dass sie in der Nähe sind, dass sie meist eine große Auswahl bieten, dass sie alles hätten, was das Herz begehrt. Doch kann sich das Führungsteam wohl schlicht nicht in ihre eigene Klientel hineindenken. Was so schwierig nicht ist. Stattdessen musste das Marketing einen der schlechtesten Wege wagen: Rabatte, Rabatte, Rabatte. 19 Prozent, dieser veraltete PR-Gag, war diesmal ein Flop und kam wenige Monate, nachdem Ceconomy noch erklärt hatte, auf Rabatte verzichten zu wollen. Die Süddeutsche sah die Aktion als "einen Offenbarungseid für die Ratlosigkeit des Managements". So ist es.


Autor:

Jochen Kalka, Chefredakteur
Jochen Kalka

ist jok. Und schon so lange Chefredakteur, dass er über fast jede Persönlichkeit der Branche eine Geschichte erzählen könnte. So drängt es ihn, stets selbst zu schreiben. Auf allen Kanälen.