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Und das meine ich nicht wie so viele auf eine lustige Art und Weise, weil es irgendwie trashig-kultig ist, die Musik der Neunziger cool zu finden. Die fünf Jungsbegleiten mich schon mein ganzes Leben und dementsprechend viele Erinnerungen sind für mich mit diesen und anderen Songs verbunden. 

In der aktuellen Situation helfen sie mir übrigens nicht nur den Corona-Blues, sondern auch den Virus selbst zu bekämpfen. Dank eines Posts, den sie auf Facebook teilten, weiß ich nun ganz genau, welche Zeilen meiner Lieblingssongs ich beim Hände waschen singen muss, um die minimale Einseifzeit einzuhalten. So viel besser als dröge Sekunden zählen. Ich empfehle übrigens, das sehr laut zu tun.

(Marina Rößer, Redakteurin)

Die Hürden des Lebens tanzend überwinden

MIA: Limbo

Redakteure hören Musik

Eine Lieblingsband hatte ich nie so richtig. Keine Stars, die an meinen Zimmerwänden hingen. Da war immer nur alles voll mit Pferdepostern (siehe Teil 2 der Geschichten der W&V-Redaktion). Dementsprechend wenig ausgeprägt ist mein Musikgeschmack. Damit meine ich nicht, dass ich Musik nicht mag. Im Gegenteil: Ich bin die oft die erste und die letzte auf der Tanzfläche und auch daheim hilft tanzbare Musik über schlechte Laune hinweg und lädt die Energiereserven wieder auf. Dazu habe ich eine eigene Playlist, die ich immer wieder um Songs ergänze, die mir gerade ins Ohr kommen. Aber oft sind das welche, die gerade sowieso im Radio rauf und runter gespielt werden. Sachen, die irgendwie jeder mag.

Aktuell erfreue ich mich aber an einem ganzen Album, das gerade neu erschienen ist: "Limbo" der Berliner Elektropop-Band MIA. Die Band ist zwar längst kein Geheimtipp mehr, aber doch ein bisschen meine eigene Entdeckung. Ich weiß gar nicht mehr, wann ich das erste Mal mit ihr in Berührung kam, aber als die Songs "Hungriges Herz" und "Tanz der Moleküle" zu den Hymnen der schwulen Community wurden (in der ich mich während meines Studiums viel bewegt habe), war ich schon längst textsicher.

Nach ein paar rauschenden MIA-Konzerten folgten dann Jahre der Distanz zwischen mir und der Band, weil mir die Alben entweder zu punkig, zu dance-lastig oder zu rockig waren. Doch jetzt, passend zur Krise, ist MIA mit einem Album zurück, das inhaltlich den Nagel auf den Kopf trifft. Der Titel "Limbo" ist nicht umsonst Namensgeber des Albums und erste Song auf der Platte. "Limbo ist eine Lebenseinstellung. Es ist die Frage, wie man die Hürden des Lebens so nimmt" sagt Frontfrau Mieze Katz zu Beginn des Album-Release-Konzert, das die Band nicht live vor Publikum sondern auf YouTube spielte.

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Das passt zu meiner aktuellen Gefühlslage wie die Faust aufs Auge. Meine Hürde heißt gerade Home-Office samt Kinderbetreuung, Familienleben und Lagerkoller. Tage, an denen ich mich tanzend durch Videokonferenzen, Betten machen, Meldungen tippen und Mittagessen kochen bewege, sind eindeutig leichter zu bewältigen. Zum Glück reiht sich auf dem MIA-Album ein Lied an das andere, das ich nicht nur als klug empfinde, sondern das nach Frühling und Sonne klingt und direkt in die Beine gehen. Also tanze ich jetzt Limbo. Nicht nur "vom Fahrstuhl zum Schafott". Sondern auch quer durch meine Wohnung.

(Lena Herrmann, Redakteurin)

Zeit für die Lieblingsplatten

Depeche Mode: Enjoy the silence

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Mein Song für diese Zeit ist "Enjoy the silence" von Depeche Mode. Meine alte Plattensammlung ist jetzt bestens geeignet um Lieblings-Platten wieder abzuspielen. Auch wenn fast alles auf Spotify verfügbar wäre. Macht es doch mehr Spaß, das Vinyl auf den Plattenteller zu legen, erst entstauben und danach die Nadel absenken. Das leise Knistern am Anfang... Und wenn dann die Musik ertönt, mit dem Cover auf das Sofa zurückziehen...

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Was mir die letzten Wochen sehr gefallen hat, war die Ruhe. Kein Lärm von Autos, keine Flugzeuge, dafür Vogelgezwitscher und Bienensummen. 

Ich freue mich aber auch schon auf die fröhlichen Partygeräusche unserer Studenten-WG vom Haus gegenüber. Und wenn endlich wieder Leben in die Stadt zurückkehrt und der Frühling schön laut und bunt wird.

(Uli Kurz, Grafiker)

Bestimmte Stimmungen brauchen bestimmte Soundtracks

Wir sind Helden: Guten Tag

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Im Herzen bin ich ein analoger Mensch. Das stelle ich diese Tage, die so voll von Digitalität und Virtualität sind, immer wieder fest. Denn obgleich so viele fantastische Tools die Kommunikation erleichtern, stoße ich dabei emotional oft und immer häufiger an meine Grenzen. Mir fehlt es, Menschen direkt in die Augen blicken zu können. Zu spüren, was meinen Gegenüber beschäftigt, verborgene Stimmungen wahrzunehmen. So klischeehaft das klingt: Meine Mitmenschen sind mein Lebenselixier. Sie und ihre Geschichten machen mich glücklich, traurig, nachdenklich, zufrieden. 

Das beste Mittel also, um sich diese Tage hin zu träumen an andere Orte, hin zu Herzensmenschen, jenseits der eigenen vier Wände, ist ganz eindeutig die Musik.

Gerade jetzt sind es genau die Momente, in denen ich mich in bestimmten Songs verliere, die mich nachhaltig aufrichten. Die Momente, in denen ich noch eine Weile im Auto sitzen bleibe, um die Welt da draußen zumindest für einen kurzen Augenblick außen vor zu lassen.

Ehrlich gesagt: Das Musikhören war mir als eigenständiges Erlebnis tatsächlich und ganz unbemerkt irgendwie abhanden gekommen. Ja, es lief immer irgendeine Playlist, aber oft nur noch nebenbei. 

Jetzt höre ich wieder hin, mit Sinn und Verstand - und viel Emotion. Bestimmte Stimmungen brauchen bestimmte Soundtracks. Wenn die Ängste besonders groß sind, dann lege ich vor allem die Titel jener auf, die mich beruhigen, ganz einfach weil sie irgendwie schon immer da waren und für immer bleiben: Beatles, Pink Floyd, David Bowie, Bob Dylan, Dire Straits. Überhaupt sollte man mehr Dire Straits hören. 

Wenn ich mich aber für einen Song entscheiden muss, der laut aufgedreht und durchtanzt eine wahre Katharsis hervorrufen kann, dann fällt die Entscheidung ganz pragmatisch und voller Überzeugung auf: "Guten Tag" von Wir sind Helden. "Guten Tag, Guten Tag, ich will mein Leben zurück!" Nur das mit der Musik, das kann so bleiben.

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(Belinda Duvinage, Redakteurin)

Sechseinhalb unbeschwerte Minuten

Tortured Soul: Don't hold me down

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Musik hilft mir immer. Sie ist mein Vitamin D an grauen Tagen, mein Pflaster für jegliche Traurigkeit, mein Starthilfekabel, meine Zeitmaschine und so viel mehr. Zu nahezu jeder meiner Stimmungen könnte ich den passenden Song benennen, aber hier geht es um den einen, der mich durch diesen Noch-immer-nicht-zu-fassen-Zustand begleitet.

Am besten schafft das "Don’t Hold Me Down" von der Brooklyner Band Tortured Soul. Er ist bereits 14 Jahre alt, hat aber nichts von seinem Groove eingebüßt. Ein ungestümer Teenager, dessen Beats mich nur gefesselt auf dem Stuhl halten und der für sechseinhalb Minuten alles andere ausblendet. Genau das, was ich jetzt brauche.

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(Jessica Davies, Redaktionsassistentin)

Der Meister des Storytelling

Bob Dylan: Changing of the Guards

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Wer könnte einen besser durch Epochenwechsel, Umbrüche und Krisen begleiten als Bob Dylan. Fast 500 Songs hat dieser Meister des Storytellings seit 1962 geschrieben. Seit 1988 ist er auf seiner "Never Ending Tour" weltweit unterwegs: Jetzt musste die Tour wegen des Coronavirus erstmals für längere Zeit unterbrochen werden.

Am liebsten mag ich bei Dylan jene Songs, in denen sich endlos Strophe an Strophe reiht, so wie bei "Hurricane" aus dem "Desire"-Album. Im Lied "Tempest" (aus dem Jahr 2012) beschreibt Dylan in 45 Strophen den Untergang der Titanic. In allen Details – 14 Minuten lang. Die Wirkung wird so enorm verstärkt. Es ist fast schon kontemplativ.

Für diese Playlist habe ich den Song "Changing of the Guards" aus dem Album "Street Legal" ausgewählt. Hier spricht Dylan zwar – auch nicht ganz ungewöhnlich für ihn – eher in Rätseln. Aber ich mag das Lied gern, auch wegen des für Dylan unüblichen Gospel-artigen Background-Chors und wegen des prominenten Saxofon-Einsatzes zwischen den Strophen.

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(Markus Weber, Redakteur)

Die Sonne im Blick

Pippo Pollina: Il sole che verrà

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Der italienische Cantautore begleitet mich schon seit mehr als 20 Jahren - obwohl ich ihn damals noch gar nicht kannte. Ich habe ihn zum ersten Mal beim einzigen Konstantin-Wecker-Konzert meines Lebens gehört (eigentlich will ich ihn beim Zeltfestival in Passau im Juli wieder hören, aber das ist eine andere Geschichte ... ). Wecker und Pollina haben auf dem Album "Uferlos" zusammen den Song  "Questa nuova realtà" geschrieben, noch immer ein mitreißendes Mutmach-Lied - und besonders lustig, wenn Pollina den Wecker-Part  bei seinen Solo-Konzerten täuschend echt imitiert.

Was mich bei seinen Konzerten begeistert? Dass er mühelos vom Liedermacher zum Rocksänger wechseln kann oder auch mal ein sizilianisches Volkslied virtuos mit dem Tambourin begleitet. In Bayern ist er hauptsächlich durch seine Zusammenarbeit mit Werner Schmidbauer und Martin Kälberer (Süden I und II) bekannt. Viele seiner Lieder versetzen mich auch zuhause, gerne auf dem Balkon, schon mit den ersten Noten in gute Laune. "Il sole che verrà", die Sonne, die wiederkommen wird, ist der Titel seines Albums von 2017 - und das passende Motto für diese Wochen.

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(Annette Mattgey, Redakteurin)

Weggeträumt

Camila Cabelo: Havana

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In meiner Fantasie ist manchmal auch die andere Hälfte meines Herzens auf Cuba - trotz Corona…….

 Hey

Havana, ooh na-na (ay)
Half of my heart is in Havana, ooh-na-na (ay, ay)
He took me back to East Atlanta, na-na-na
Oh, but my heart is in Havana (ay)
There's somethin' 'bout his manners (uh huh)
Havana, ooh na-na (uh)

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(Judith Stephan, Chefin vom Dienst)

This ship will survive

Squareplatz: Ineffable

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Als es vergangene Woche hieß, die W&V-Redaktion solle jetzt die besten Corona-Tracks vorstellen, die uns durch die Krise tragen, ist mir erst einmal aufgefallen, dass ich seit dem 12. März keine Musik mehr gehört habe. Das ist der Tag, an dem ich mich in Quarantäne begeben habe. Seitdem höre ich - mit schwindender Begeisterung - eigentlich nur noch Nachrichten. 

Die Lust auf Melodien muss mir irgendwo zwischen Homeoffice, Haushalt und den klandestinen Raubzügen in die Supermärkte der Umgebung vergangen sein. Insofern war ich natürlich dankbar für den Weckruf und habe gleich mal geprüft, ob der Streamingdienst auf meinem Handy noch tut. Den hatte ich nämlich in einer Panikattacke – es muss um den 12. März herum gewesen sein – gekündigt, um Geld für die wirklich wichtigen Dinge zu haben, vermutlich Toilettenpapier oder Nudeln. Ja, und deshalb habe ich auch kein neues Abo mehr abgeschlossen.

Dafür genieße ich es jetzt umso mehr, abends Zeit im Studio meines Mannes zu verbringen, das er sich hier in unserer Wohnung in München-Moosach eingerichtet hat. Stas ist Musiker, er hört naturgemäß viel und gerne Musik - hier seine derzeitige Lieblingsplaylist mit befreundeten Bands

Seine eigene Band, Squareplatz, stellt in diesen Tagen ihre erste EP fertig und da gibt es eine ganze Menge zu hören, zu diskutieren und feinzujustieren. Mein Lieblingsstück aus dem Album ist "Ineffable". Das Motiv, das der Song beschreibt, ist nicht neu: Wir saufen ab, aber wir feiern das. Das trifft mein Lebensgefühl gerade ziemlich gut. In einer Zeile heißt es: "Something made me wanna yell it in your face." Ja, man möchte schreien. Aber machen wir uns nichts vor: Das Virus ist taub für unsere Emotionen. Wir hören dafür umso genauer hin: "It’s like we will indeed survive. It’s like this ship will survive." In diesem Sinne: Fuck Corona.

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(Conrad Breyer, Redakteur)

Mussorgsky und ich

Modest Mussorgsky: Bilder einer Ausstellung

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Ein Musikstück, das in den vergangenen Tagen wichtig geworden ist? Oder wieder wichtig? Da muss ich nicht lange nachdenken. Es ist Modest Mussorgskys "Bilder einer Ausstellung" in der – ursprünglichen – Klavierversion. Eigentlich der gesamte Zyklus. Aber vor allem die "Promenade". Oder auch das "Bohatyr-Tor".

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Weshalb? Weil es eine Geschichte dazu gibt. Weil ich schon als Schulkind von dem leitmotivischen Stück begeistert war und die Noten mitlas, während daheim im Wohnzimmer die Schallplatte lief. Es war eine Aufnahme mit Sviatoslav Richter am Instrument, kraftvoll und eher unsentimental interpretiert. Für mich damals als kleiner Klavierschüler unerreichbar. Die Pubertät kam, das Klavier staubte in Folge ein.

Und wurde erst vor wenigen Jahren wiederbelebt, frisch gestimmt und intoniert. Mit Verve und mit professioneller Unterstützung wagte ich erneut einen Anlauf. Aber es fehlte zuletzt an Zeit. Und an der Muße. Ohne regelmäßiges Üben eben schwierig. Das scheint sich zu ändern. Vielleicht dauerhaft. Wegen Corona verbringe ich mehr viel Zeit zu Hause. Und wieder am Klavier. Vielleicht wird es ja doch noch etwas mit mir und Mussorgsky.

(Peter Hammer, Redakteur)

Zwischen Leben und Tod

Coco: La Llorona

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Coco hat die Familie geeint. Abends läuft oft der Fernseher. Aber die Geschmäcker in der Familie sind verschieden, wenn es darum geht, sich auf einen Film zu einigen. 

"Coco – lebendiger als das Leben" handelt vom Tod. Der Disney/Pixar-Zeichentrickfilm spielt in Mexiko am Tag der Toten. Der "Dia de los Muertos" ist dort Nationalfeiertag. Der Film ist gleichzeitig traurig und lustig. Er spielt mit der Grenze zwischen Leben und Tod – auf großartige, hoffnungsvolle Art und Weise. Ich kann den Film wärmstens empfehlen – auch und gerade für Familien mit kleinen Kindern.

Besonders berührend ist darin das Lied "La Llorona". Das ist spanisch und steht für eine verzweifelt weinende Frau. Es ist ein mexikanischer Folksong, der von vielen großartigen Sängerinnen gesungen worden ist, unter anderen auch von Joan Baez. Mein persönlicher Favorit ist die Version der mexikanischen Multikünstlerin und Frauenrechtlerin Natalia Lafourcade. 

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Warum der Song in diese Kolumne passt, ist offensichtlich. "Llorona" klingt nicht nur ähnlich wie Corona. Auch hier geht es gleichzeitig um den Tod und das Leben. Aber nicht entmutigend, sondern tröstend. Natürlich ist der Text ziemlich morbid und die Melodie abgrundtief melancholisch. Aber im Grunde führt er durch die Dunkelheit zu einer strahlenden Liebe. Die Gewissheit des Todes tanzt mit der Freude am Leben. Ay! Ya!

(Rolf Schröter, Mitglied der Chefredaktion)

Sommerliche Freiheit

Lou Gramm: Midnight Blue

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Mancher sagt ja, dass die Musik nie besser war als in den 80er Jahren. Das stimmt. Zumindest trifft das auf einen Song zu, der 1987 veröffentlicht wurde: "Midnight Blue" von Lou Gramm, auch bekannt als Stimme der Band Foreigner. Midnight Blue war die erste Single-Auskopplung seines Solo-Debüts "Ready or Not". Und die Aufbruchsstimmung, in der sich Gramm damals (vermutlich) befand, kann man auch in dem Song hören: Ein treibender Rhythmus, der einen beinah dazu zwingt, sich in Bewegung zu setzen. Und gute Laune zu bekommen.

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"Midnight Blue" muss man idealerweise natürlich im Sommer im Auto hören. Und wenn man alle Fenster herunterkurbelt, stellt sich auch garantiert sofort das Freiheitsgefühl ein, das der Song transportiert: Einen Gang höher schalten, rauf auf den Highway, der Sonne entgegen. Übrigens enthält die Lou Gramm-Hymne auch eine Textzeile, die in der aktuellen Situation ein wenig Hoffnung macht: 

I won't say where
And I don't know when
But soon there's gonna come a day, baby
I'll be back again

Jawohl, wir werden uns alle wiedersehen. Bestimmt. Bald.

(Manuela Pauker, Redakteurin)

Virtuelle Chorproben

Albert Becker: "Ich hebe meine Augen auf"

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Das Stück, das mir zur Zeit immer wieder durch den Kopf geht, ist die Chorkomposition "Ich hebe meine Augen auf" von Albert Becker, der in den 1890er Jahren den Domchor in Berlin leitete.

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Text und musikalischer Charakter dieser achtstimmigen Motette sind sehr tröstlich und gehen einem – gerade in diesen schwierigen Tagen - direkt ins Herz. Es gibt aber auch einen ganz anderen Grund, weshalb mich genau dieses Stück intensiv beschäftigt:

Vor fast 25 Jahren hab ich in meinem Heimatort Murnau den Chor Art Cappella gegründet. Wir proben normalerweise immer am Sonntagabend, was nun aber schon seit einigen Wochen nicht möglich ist. Um den Sänger*innen trotzdem eine Hilfe fürs Home-Training zu geben, hab ich die acht Stimmen eingespielt, instrumental arrangiert und acht Audiodateien aufgenommen, bei denen jeweils eine Stimme besonders deutlich zu hören ist.  Die Resonanz vom Chor war positiv und inzwischen gibt es eine ganze Reihe von solchen Übedateien auch für andere Werke. Vielleicht schaffen wir es so, unser neues Konzertprogramm zum Thema "23. Psalm" trotz Corona doch noch einzustudieren.

Erschienen sind die Noten dieses wunderbaren Chorstücks übrigens im Carus-Verlag, zu hören ist es unter anderem auf der 2009 erschienen CD "Bleibe, Abend will es werden" mit dem Kammerchor Consono unter Harald Jers.

(Manfred Böhm, Grafiker)

Macht das Aufstehen leichter

Bill Withers: Lovely Day

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Wenn man morgens aufwacht im Corona-Alltag. Und sich noch überlegt, soll ich aufstehen oder nicht? An so einem strahlend sonnigen Wochenende aber leider ohne Ausflüge, ohne Freunde, ohne Ausgehen und ohne draußen sitzen. Wenn einen also die enge, begrenzte Gleichförmigkeit der Tage und Stunden, die Perspektivlosigkeit der nächsten Wochen einholt dann hilft dieses wunderbare Lied: Bill Withers  "Lovely Day". Besonders dann, wenn es als morgendlicher Smartphone-Gruß eines sehr lieben Freundes kommt. Das hilft beim Aufstehen und in Corona-Zeiten.

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Und ist ein schönes Gedenken an den amerikanischen Soulsänger, der vor wenigen Tagen am 30. März mit 81 Jahren leider verstorben ist. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt sich auch seine anderen Klassiker wie  "Ain’t no sunshine" oder "Lean on me" mal wieder anzuhören.

(Katrin Otto, Redakteurin)

Das nächste Festival im Blick

Fritz Kalkbrenner: Right in the dark

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Mit Fritz Kalkbrenner im Ohr läuft's sich am besten, finde ich. Mein absoluter Favorit von ihm ist "Right in the Dark". Guter Beat, guter Text. Und sogar die ersten Zeilen passen perfekt zur momentanen Situation: "Another day in a different world. Hard to believe that this is real." Tja, wo er recht hat...

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Ich freue ich mich auf jeden Fall schon jetzt auf das nächste Festival, bei dem Fritz auflegt und man endlich wieder unbeschwert - und vor allem coronafrei - gemeinsam tanzen und feiern kann.

(Alessa Kästner, Redakteurin)

Lärmübertönend

Playlist: Rock solid

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Seit einigen Wochen sitze ich von Montag bis Freitag an meinem Schreibtisch im Wohnzimmer. Dabei höre ich fast durchgängig die Spotify-Playlist Rock Solid – denn die Wohnung unter mir wird gerade generalsaniert. Parkettboden legen und abschleifen, der Einbau der Küche – echte akustische Highlights. Ich bin bestens über den Umbau informiert.

Ohne ordentliche Kopfhörer und dementsprechende, möglichst viel übertönende Musik wäre ich wohl bereits verzweifelt. Und wie das so ist: Mein heißgeliebter Noise-Canceling-Kopfhörer ging natürlich gleich in den ersten Tagen kaputt. Der erste Reflex – ein neuer muss her. Etwas Geduld musste ich aber dann doch aufbringen, bis der Bote den Kopfhörer brachte.

(Ulrike App, Redakteurin)

Manchmal muss es eben Oper sein

Puccini: Nessun dorma

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Okay, wir wollen diese Woche über Musik schreiben, darüber, welches Lied uns gerade in der Coronakrise begleitet. Klang zunächst einfacher als es ist. Mir fällt auf, dass ich in der Zeit, in der ich mich mit Mann und Tochter auf der Homeoffice-Insel befinde, viel weniger Musik höre als sonst. Dabei zählt Musik für mich zum Wichtigsten in meinem Leben, von Kindheit an.

Spotify weiß, dass ich gerade irgendwo zwischen Capaldi und Vivaldi liege, und unlängst viel zu viel George Moustaki und Lucio Dalla gehört habe – okay, hatte da eine Phase… Aber wie mit Lewis Capaldis "Someone You Loved" verschmelzen, wenn es aus dem Pubertierzimmer gnadenlos deutschrappt mit GZUZ und anderen Idolen, deren Namen ich genauso schlecht aussprechen kann?

Wir haben auch seit längerem kein Radiogerät mehr – Musik höre ich anders als früher viel bewusster und gezielter über Youtube, Spotify, CD. Aber jetzt? Wenn es derzeit tatsächlich ruhiger ist und der Laptop zu, setze ich mich ans Klavier und übe mit einer Hingabe, wie sie wohl nur Autodidakten aufbringen können. Aber das will ich hier nicht als Musiktipp vorbringen.

Schlag doch Danger Dane mit "Nudeln und Klopapier" vor, meint mein Mann. Ja, das war tatsächlich der erste "Corona-Song", der mir gefällt und der trotz seines Titels so überhaupt nicht platt ist wie so mancher "Atemlos"-Verschnitt. Fast hätte ich aufgegeben.

Aber dann kam mir einer der geliebten Spaziergänge mit unserem Hund zu Hilfe, die im Moment zu so etwas wie Erlebnisreisen im Mikrokosmos mutieren. Da war er, zunächst habe ich ihn nur gehört. Dann ortete ich ihn, in dem Haus schräg links vor mir auf einem Balkon im zweiten Stockwerk. Ein wunderbarer Tenor mit einer der wenigen Opernarien, die ich sofort erkenne: Puccinis "Nessun dorma". Selbstvergessen, frühlingswarm, so unglaublich anrührend. Aber nur dieses eine Lied.

Ich bin seitdem diverse Male an dem Haus vorbeigegangen und werde es weiter tun. Musik ist schön, sie hilft, sie bleibt. Auch wenn der Tenor längst wieder im Probenraum oder sonstwo singen wird. Stellvertretend für ihn kann ich hier nur mit Jonas Kaufmann aufwarten…

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(Christiane Treckmann, Redaktionsleiterin)

Boss meets Eugenia

Bruce Springsteen: Waitin' On A Sunny Day

Francesco Wilking & Moritz Krämer - Der Tee von Eugenia (Unter meinem Bett)

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Das kennt so gut wie jeder:  Lieder, die ganz besondere Bedeutung haben. Wegen der Zeit, in der man sie gehört hat. Wegen der Menschen, mit der man sie gehört hat. Wegen der Stimmung, in der man sie gehört hat. So ein Lied ist "Waitin' On A Sunny Day". Springsteen ist ohnehin immer gut und der Song hat eben besondere Bedeutung und auch eine besondere Botschaft. Passt ja auch gut in unsere Zeit, irgendwie warten wir derzeit ja alle auf den im übertragenen Sinne sonnigen Tag, der uns aus der Corona-Klammer befreit. Das wird noch ein wenig dauern. Umso wichtiger ist der Soundtrack. 

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Wer Kinder hat, kennt auch noch einen weiteren Effekt: Lieder, die eigentlich für die Kurzen gedacht sind und sich dann (nicht zuletzt dank nicht mehr zählbarer Wiederholung) auch in das Gehirn der Erwachsenen fressen. Hilfreich, wenn es sich wenigstens um brauchbare Musik handelt. Genau auf diesem Weg hat es hier bei uns "Tee von Eugenia" quasi zur Hymne der Corona-Zeit geschafft. Wann immer ich dieses Lied in weiterer Zukunft hören werde, es wird immer direkt in Verbindung mit Home Office, Ausgangsbeschränkung, geschlossenen Kindergärten und Schulen stehen. Klingt alles irgendwie nicht so positiv, lustigerweise bin ich aber schon jetzt sicher: in Erinnerung wird vor allem bleiben, wie wir alle zusammen zu "Tee von Eugenia" durch die Küche gehüpft sind. 

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(Holger Schellkopf, Chefredakteur und Mitglied der Geschäftsleitung)

Mehr zum Thema Sound gefällig? Die aktuelle W&V (Ausgabe 4/2020) beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit allem Wissenswerten um das Thema Sound, Musik und Audio und den richtigen Einsatz rund ums Marketing.



Lena Herrmann
Autor: Lena Herrmann

schreibt als Redakteurin für das Marketingressort der W&V unter anderem über Sportmarken und Reisethemen. Beides beschäftigt sie auch in ihrer Freizeit. Dann besteigt sie Berge, fährt mit dem Wohnmobil durch Neuseeland und Kanada, wandert durch Weinregionen oder sucht nach der perfekten Kletterlinie.