Analyse von XAD Service :
Die Top-Spender im deutschen Super-Bowl-Werbeblock

Der Super Bowl bescherte Sat.1 einen nächtlichen Quotenrekord und volle Werbeblöcke. XAD analysierte das Werbeumfeld im deutschen TV. Dies waren die Top-Spender:

Text: Frauke Schobelt

In Deutschland ist American Football ein Randsport, aber der Super Bowl lockt jedes Jahr auch hierzulande immer mehr Fans an. Der Erfolg der Denver Broncos im 50. Super Bowl hat Sat.1 in der Nacht zum Montag einen Quotenrekord beschert. Durchschnittlich 1,78 Millionen Football-Fans haben nach Auswertung aller vier Viertel das 24:10 von Denver gegen die Carolina Panthers verfolgt. Der Marktanteil für die Live-Übertragung in der Nacht zum Montag betrug 29,1 Prozent. Nach Angaben des TV-Senders hatte noch keine Super-Bowl-Übertragung in Deutschland mehr Fernsehzuschauer.

Das nächtliche Mega-Event im deutschen TV war deshalb auch für Werbetreibende interessant. Das Münchner Media-Monitoring-Unternehmen XAD hat das Werbeumfeld im Hinblick auf Werbetreibende, Spendings und Strategien analysiert.

44 Unternehmen nutzten das Werbeumfeld Super Bowl 2016 in Deutschland. In die Ausstrahlung ihrer TV-Spots investierten sie 2.289.590 Euro Brutto-Media. Zum Vergleich: In den USA kostete ein 30-Sekünder im Super-Bowl-Werbespot rund fünf Millionen Dollar. Top-Spender in Deutschland ist Procter & Gamble, gefolgt von Parship und McDonald’s.

Und so sahen die Werbeblöcke aus: Insgesamt gab es bei der Übertragung des Super Bowl im deutschen Fernsehen 20 Werbeunterbrechungen und 104 Ausstrahlungen von 68 unterschiedlichen Spots. Während der Vorberichterstattung erfolgte eine dreiminütige Unterbrechung mit elf Spot-Ausstrahlungen. Ein langer Werbeblock mit 27 Ausstrahlungen folgte vor Anpfiff der Partie. Ansonsten wurden die Werbeunterbrechungen während des Spiels sehr kurz gehalten, um zu verhindern, dass die Zuschauer spielentscheidende Spielzüge verpassen.

Es gab vier Singlespot Breaks, also Werbeunterbrechungen, in den nur ein einziger Spot gezeigt wurde. Am häufigsten, nämlich dreimal, nutzte Parship diese Sonderplatzierung für seine 7-Sekünder. Auch die Radeberger Gruppe strahlte einen 30-Sekunden-Spot in einem Singlespot Break aus. 50 der insgesamt 104 Ausstrahlungen waren kürzer als 20 Sekunden. McDonald’s schickte mit drei Ausstrahlungen eines 45-Sekunden-Spots den längsten Werbefilm ins Rennen.

Keine Daten gibt es bislang über die Auswirkungen des Super Bowl auf die Geburtenrate in Deutschland. In den USA gibt es da offenbar einen Zusammenhang: Die NFL behauptet in ihrem witzigen Spot, dass die Gewinnerstädte nach jedem Super-Bowl-Finale einen Babyboom erleben.

Hier gibt es die wichtigsten Erkenntnisse von XAD in einer Infografik:


Autor:

Frauke Schobelt, Ressortleiterin
Frauke Schobelt

ist Ressortleiterin im Online-Ressort und schreibt über alles Mögliche in den Kanälen Marketing und Agenturen. Sie hat ein Faible für Kampagnen, die „Kreation des Tages“ und die Nordsee. Und für den Kaffeeautomaten. Seit 2000 im Verlag W&V.