Das Geld korrumpiert den Fußball. Aktuelles Beispiel ist Manchester City. Das Team des Trainers Pep Guardiola darf in den kommenden beiden Jahren nicht an der Champions League teilnehmen. Grund: Verstoß gegen das Financial Fairplay. Haupteigner von ManCity ist Zayed Al Nahyan, Halbbruder des Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate. Die Liste der Multimilliardäre, die sich Fußballvereine gekauft haben, ließe sich fortsetzen. Zum Beispiel mit dem russisch-israelischen Oligarchen Roman Abramowitsch und seinem FC Chelsea London.

Flucht ins Ausland

Fußball ist ein Geschäft. Und Fußball ist Liebe. Wer nicht versteht, was Fußball mit Romantik zu tun hat, tauche mal in die Fan-Welt des FC St. Pauli ein. Mittlerweile pendeln Engländer zu Bundesligaspielen nach Deutschland, weil sie keinen Bock mehr haben auf die geldverseuchte Hochglanzwelt ihrer Premier League.

Ist der Vergleich zwischen Dietmar Hopp und einem Scheich gerecht? Hopp unterstützt den Verein seiner Heimat. Der Scheich und der Oligarch erweitern ihre Portfolios. Aber egal, ob der jeweilige Investor aus der Heimat oder von irgendwo her aus der Welt kommt: Es sind die Funktionäre, die den internationalen Finanzwettlauf zulassen.

Falsches Ziel

Die Fans, die Dietmar Hopp beleidigen, haben sich nicht nur im Ton vergriffen. Sie haben sich auch ein falsches Ziel gesucht.

Kleine Anekdote: FC Bayern-Ultras haben Dietmar Hopp als "Hurensohn" bezeichnet. Hopp wird in Schutz genommen von Karl-Heinz-Rummenigge. Der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern München spricht vom "hässlichen Gesicht des Fußballs" und bezeichnet Hopp als "ganz feinen Ehrenmann". Ausgerechnet der Rummenigge, der 2013 vom Münchner Zoll erwischt worden war, weil er zwei Rolex-Uhren im Wert von rund 100.000 Euro nicht deklariert hatte. Die Uhren waren ein Geschenk seines Gastgebers aus Katar gewesen.



Autor: Rolf Schröter

Rolf interessiert sich prinzipiell für alles Mögliche. Ganz besonders für alles, was mit Design und Auto zu tun hat. Auch wenn er selbst gar kein Auto besitzt.