dm wächst am stärksten – auch ohne aggressive Preiskampagnen

Starke Schlecker-Konkurrenz: Nach den Erfolgsmeldungen des Branchenzweiten Rossmann hat heute Marktführer dm die Zahlen für das erste Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres vorgestellt. Der Konzernumsatz wuchs um 10,5 Prozent. Stärker werben will der dm-Chef aber nicht.

Text: Stephanie Gruber

17. Apr. 2012

Viele ehemalige Schlecker-Kunden brauchen eine neue Einkaufsstätte. Dm, Rossmann oder doch die klassischen Lebensmittelhändler? Wer profitiert am meisten von der Pleite des früheren Drogerieschwergewichts? Nach den Erfolgsmeldungen des Branchenzweiten Rossmann hat heute Marktführer dm die Zahlen für das erste Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres vorgestellt: "Wir haben seit dem 1. Oktober ein Plus zu verzeichnen, das deutlich über unseren Erwartungen liegt, insbesondere in Deutschland", erklärt Geschäftsführer Erich Harsch. Insgesamt ist der Konzernumsatz um 10,5 Prozent gewachsen, in Deutschland sogar um 12,7 Prozent auf knapp 2,5 Milliarden Euro. Betrachtet man die Entwicklung im Detail, so hat sich der Zuwachs in Deutschland 2012 Monat für Monat verstärkt.

Entgegen einiger anders lautender Berichte sei dm am stärksten gewachsen, sag Harsch mit Seitenhieb auf seinen Konkurrenten Rossmann, der sich seit Vorstellung seiner Bilanzzahlen vor einigen Tagen in der Presse feiern ließ. Ziehe man die kumulierten Umsätze aller Märkte der vergangenen drei Jahre in Betracht, sei dm ohne Zweifel das am stärksten wachsende Unternehmen der Branche, sowohl bezogen auf die absoluten Umsatzzahlen als auch bezogen auf die drogistischen Marktanteile, betont Harsch.

Im verbleibenden Geschäftsjahr plant die Drogeriekette noch 60 weitere Märkte zu eröffnen: "Unser Nettozuwachs wird dann mehr als doppelt so hoch sein wie der unseres nächstfolgenden Wettbewerbers", äußert sich Harsch auch in diesem Punkt ungewohnt angriffslustig. Dabei schließt er nicht aus, auch ausgewählte Schlecker-Standorte zu übernehmen.

Stärker werben oder gar seine Dauerpreisstrategie aufgeben wird der dm-Chef allerdings nicht. „Aggressive Werbemaßnahmen“, wie sie die Konkurrenz derzeit durchführe, werde es nicht geben. Die Dauerpreise, die garantieren, dass der Preis für mindestens vier Monate nicht erhöht wird, sind laut Harsch schließlich einer der wichtigsten Gründe für die positive Geschäftsentwicklung.


Autor:

Stephanie Gruber
Stephanie Gruber

ist Textchefin bei W&V. Die gebürtige Pfälzerin hatte schon immer ein Faible für Marken, besonders aus dem Bereich Lebensmittel. Kein Wunder: Sie ist quasi im Supermarkt ihrer Eltern aufgewachsen.



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