Made in Germany  ...

Made in Germany ...

  • Für deutsche Markenhersteller gibt es Globeone zufolge aber "keinen Grund, sich zurückzulehnen". In zukunftsrelevanten Branchen, wie etwa der E-Mobilität, dem E-Commerce (Top 3 jeweils: USA, China, Japan) oder der Industrie 4.0 (Top 3: Japan, USA, China) werde Deutschland nicht als führend wahrgenommen, obwohl die Bundesregierung beispielsweise die Industrie 4.0 zu einem Schlüsselprojekt erklärt habe.
  • Entsprechend geringes Vertrauen hätten die deutschen Verbraucher in die Innovationskraft ihres eigenen Landes, heißt es in der Analyse: Lediglich 23 Prozent der Befragten erwarten demnach in den nächsten Jahren wirklich einschneidende Erfindungen aus Deutschland. 
  • Stichwort Dieselskandal im Land mit fünf großen Automarken an der Spitze der Bekanntheitsskala: Deren Image hat in Deutschland wegen der Abgasmanipulationen stark gelitten, nur 36 Prozent der von Globeone befragten deutschen Konsumenten vertrauen den Autoherstellern noch. Während Audi, Mercedes-Benz und Porsche mit jeweils -11 Prozent in Deutschland besonders stark von diesem Image-Einbruch betroffen sind, "kann VW inzwischen immerhin eine leichte Verbesserung von 2 Prozent verbuchen", heißt es. Allerdings attestieren nur 29 Prozent der deutschen Verbraucher dem Konzern ein positives Image, der damit weiterhin deutlich hinter seinen Wettbewerbern liegt.

Globeone ist eine auf Strategie, Marke und Kommunikation spezialisierte Unternehmensberatung mit Standorten in Deutschland, der Schweiz und China. Managing Partner Niklas Schaffmeister sieht durch die Analyse die Wichtigkeit von "Made in Germany" für den internationalen Markenaufbau bestätigt, schränkt aber ein: "Die Trump-Ergebnisse zeigen jedoch auch, dass man sich mittlerweile sehr genau überlegen muss, wo und wie man das Herkunftsland wertstiftend für die Positionierung einsetzt."

Gerade das geringe Vertrauen der Deutschen in die Innovationskraft ihres eigenen Landes betrachtet der Manager als "größte Gefahr für deutsche Markenhersteller"; zumal  Innovationskommunikation mittlerweile "zu einem zentralen Faktor in der Markendifferenzierung" geworden sei. Schaffmeister: "Es reicht nicht aus, die vorderen Plätze in den Innovationsindizes dieser Welt zu belegen, sondern die Bemühungen und Erfolge müssen den Verbrauchern auch anschaulich vor Augen geführt werden."


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.