Tina Müller wirkt :
Douglas plant Notfall-Service für Kosmetikprodukte

Mascara aus? Douglas will Abhilfe schaffen und einen Schnell-Lieferservice für Kosmetikprodukte einrichten. Die Details.

Text: Petra Schwegler

Seit dem Herbst lenkt Tina Müller Douglas.
Seit dem Herbst lenkt Tina Müller Douglas.

Douglas-Chefin Tina Müller plant einen Schnell-Lieferservice für Kosmetikprodukte. Wie die Wirtschaftswoche aus Branchenkreisen erfahren haben will, soll die Belieferung innerhalb von zwei Stunden direkt aus den Filialen heraus erfolgen - eine Art Notfall-Service. Vorbild ist Frankreich, wo Douglas einen solchen Dienst bereits anbietet. Dort werden Mascara und Co. innerhalb von zwei Stunden zum Kunden gebracht.

Motivation für den neuen Service dürfte sein, dass Amazon aktuell seinen Express-Service Prime Now ausbaut - auch mit Drogerieartikeln. Sie werden dem Kunden nun in kürzester Zeit geliefert.

Um Kunden beim Duft-Einkauf zu beraten, setzt Douglas außerdem auf Sprachsteuerung. Dazu greift das Unternehmen auf Amazons Alexa zurück. Sie soll den Kunden zunächst einfache Fragen zu ihren Vorlieben in Sachen Düfte stellen und dann aufgrund der Antworten Empfehlungen ausspielen. Douglas wolle mit diesem Service seine Beratungskompetenz im Netz zeigen, schreibt die WiWo.

Tina Müller und ihre Pläne

Tina Müller war im September 2017 als neuer CEO zu Douglas gewechselt. "Douglas wird seine Anstrengungen zur strategischen Positionierung und Stärkung der Marke sowie zur Digitalisierung der Vertriebs- und Marketingkanäle weiter forcieren“, hieß es damals vom Unternehmen. Müller selbst betonte beim Einstieg, mit dem Kosmetikhändler  die Chance zu haben, "seine Führungsposition als europäischer Omnichannel-Champion im Beautybereich in den kommenden Jahren weiter auszubauen".

Tina Müller hatte sich zuvor bei Opel einen Namen gemacht: Unter ihrer Leitung als Marketingchefin entstand beim Autobauer die Kampagne "Umparken im Kopf", mit der Opel sein Image aufpolierte.

Doch Douglas passt zu Tina Müller: Ihre Karriere startete sie bei L'Oréal Deutschland und wechselte zunächst zur Wella AG. Anschließend arbeitete sie 17 Jahre bei der Henkel KGaA. Als Corporate Senior Vice President war Müller dort zuletzt im Unternehmensbereich Beauty Care für die Region Westeuropa verantwortlich. Über ihre Branche hinaus bekannt wurde sie insbesondere durch die Revitalisierung der Marke Schwarzkopf.

In Sachen Kreation steht nun viel Arbeit an für Müller: Der Vertrag mit BBDO läuft Ende Januar aus - nach einer recht interessanten Trennungsgeschichte. Bis dahin dürfte die Agentur mit ihrem zehnköpfigen Douglas-Team sämtliche Projekte abschließen. Vor BBDO hatte Thjnk in Hamburg das internationale Mandat der Kosmetikkette betreut. Und dann beim Pitch vor eineinhalb Jahren darauf verzichtet, den Etat zu verteidigen. Drei Jahre lang hatten sich die Hamburger um Douglas gekümmert.


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.