Super Bowl 2018 :
Ein Spot für Donald: Make America Great Again

Weathertech, ein US-Hersteller von Fußmatten fürs Auto, hat sich die Worte seines Präsidenten zu Herzen genommen.

Text: Susanne Herrmann

Fußmattenhersteller Weathertech setzt beim Super Bowl auf die heimische Wirtschaft.
Fußmattenhersteller Weathertech setzt beim Super Bowl auf die heimische Wirtschaft.

Die Produkte, die Weathertech herstellt, sind nicht besonders sexy oder betonen der eigenen Lifestyle. Aber sie sind praktisch und nützlich: Das Unternehmen verdient sein Geld mit Fußmatten, vor allem für Autos. Und setzt seit Jahren auf den Gedanken "Made in America".

Schon im Super-Bowl-Teaser hatte die Firma angekündigt, dass man auf Banalitäten wie Hunde, Promis, sexy Tänzerinnen und sogar auf gesprochenen Text verzichten werde (Agentur: Pinnacle Advertising).

Und Weathertech hält offenbar seine Versprechen - und auch gleich die von US-Präsident Donald Trump. Der 30-skündige Super-Bowl-Spot des Fußmattenherstellers dreht sich nämlich einzig um den Bau einer neuen Fabrik in den USA, in Bolingbrook, Illinois. "So, wie es sein sollte" eben. "Oder?"

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Natürlich ist das eine rhetorische Frage, es gibt keine Hinweise im Spot, dass Weathertech das infragestellt oder ironisch meinen könnte.

Bei einem besonderen Zuschauer (der sich 2017 als Patriots-Fan gab) wird das gut ankommen, ein großer Teil seiner Wähler wird die Geste in einem der teuersten Werbeumfelder der Welt (mehr als 5 Mio. Dollar für 30 Sekunden) sicher auch zu schätzen wissen. Die Firma setzt damit ihre "Made in America"-Strategie fort, die sie schon vor der Amtsübernahme Trumps verfolgte.

Auf der Homepage des Unternehmens macht Gründer und CEO David MacNeil die Weathertech-Philisophie deutlich: Amerika brauche eine frische Führung, raus aus der wirtschaftlichen Krise. Das schließe die Verantwortung der Bürger mit ein: "Der Export amerikanischer Arbeitsplätze ist ein Trend, der umgekehrt werden muss", schreibt MacNeil. Er finde beispielsweise im Baumarkt 85 Prozent im Ausland gefertigter Produkte vor, "hergestellt 7000 Meilen fort von hier", wie er schreibt. Den Sparkurs amerikanischer Unternehmen, die wegen einer "lausigen 50-Cent-Ersparnis" in Übersee produzieren, findet er rücksichtslos und gierig. "Wir bei Weathertech", verkündet MacNeil, tragen unseren Teil zur amerikanischen Wirtschaft bei. Meine Philosophie ist, wenn mein Nachbar keine Arbeit hat, dann werden ich bald auch keine mehr haben." Da ist natürlich was dran.

Weathertech exporiert seine Produkte eigenen Angaben zufolge in 84 Länder.  Das Unternehmen wurde 1989 gegründet und beschäftigt in den USA mehr als 1000 Mitarbeiter. Beim Super Bowl ist die Firma zum fünften Mal hintereinander dabei.


Autor:

Susanne Herrmann
Susanne Herrmann

schreibt als freie Autorin für W&V. Die Lieblingsthemen von @DieRedakteurin reichen von abenteuerlustigen Gründern über Medien und Super Bowl bis Streaming. Marketinggeschichten und außergewöhnliche Werbekampagnen dürfen aber nicht zu kurz kommen.