Landgericht Hamburg :
Entscheidung im Fall Thomas Anders vs. "Modern Talking Reloaded"

Vollplayback-Shows bleiben erlaubt, aber jede Verwechslungsgefahr mit dem Original muss ausgeschlossen sein: Das Landgericht Hamburg hat dazu jetzt eine Entscheidung gefällt.

Text: Markus Weber

"Modern Talking": Dieter Bohlen und Thomas Anders bilden zusammen das Original.
"Modern Talking": Dieter Bohlen und Thomas Anders bilden zusammen das Original.

Das Landgericht Hamburg hat in seinem Urteil die Verwendung des Begriffs "Modern Talking" trotz des Zusatzes "Reloaded" als markenrechtswidrig eingestuft (Az.: 312 O 360/15). Außerdem hat das Gericht dem Beklagten, einem Thomas-Anders-Doppelgänger und Mitglied der Formation "Modern Talking Reloaded", verboten, Fotos zu verwenden, die "verwechslungsähnlich mit dem Originalkünstler" sind. Der Beklagte wurde deshalb nun zur Leistung von Schadensersatz verurteilt. Die genaue Höhe des Schadens muss freilich erst noch ermittelt werden. Für den Fall künftiger Zuwiderhandlungen wird mit einem Ordnungsgeld von bis zu 250.000 Euro gedroht.

In einem weiteren Klagepunkt hat sich Thomas Anders allerdings nicht durchsetzen können: Vollplayback-Shows bleiben grundsätzlich auch in Zukunft erlaubt. Nur muss dabei eben jede Verwechslungsgefahr ausgeschlossen sein, dass es sich dabei um den Originalkünstler handelt.


Autor:

Markus Weber, Redakteur W&V
Markus Weber

ist in der Online-Redaktion für Agenturthemen zuständig. Bei W&V schreibt er seit 15 Jahren über Werbeagenturen. Volontiert hat er beim Online-Marketing-Titel „E-Market“. 2010 war er verantwortlich für den Aufbau der W&V-Facebookpräsenz. Der Beinahe-Jurist mit kaufmännischer Ausbildung hat ein Faible für Osteuropa.