Ergo dampft Mega-Kampagne ein

Weniger Werbung wegen Sex und Pseudo-Koks: Die Ergo-Versicherungsgruppe fährt ihre millionenschwere Imagekampagne spürbar zurück. Laut Mediaforscher Ebiquity hat der Konzern seit dem Start der Kampagne "Versichern heißt Verstehen" über 90 Millionen Euro in die Werbung gepumpt.

Text: Markus Weber

Die Ergo-Versicherungsgruppe fährt ihre millionenschwere Imagekampagne nach der Sex-Affäre bei ihrer Vertriebstochter HMI spürbar zurück. Laut einer Ergo-Sprecherin sind diverse Medienkanäle betroffen. Der Konzern hatte seit dem Start der Kampagne "Versichern heißt Verstehen" im Juli vergangenen Jahres über 90 Millionen Euro in die Werbung gesteckt (Quelle: Ebiquity).

Es ist zu erwarten, dass die Kampagne zuerst in den Online-Medien und dann im Fernsehen zurückgefahren wird. Bei der Außenwerbung dürfte das schon schwieriger sein, weil hier länger im voraus gebucht wird. "Insgesamt halten wir aber an unserer Kommunikationsstrategie sowie an unserer Markenbotschaft fest", betonte Ergo-Sprecherin Alexandra Klemme gegenüber W&V Online.

Ergo war vergangene Woche in die Negativ-Schlagzeilen geraten, nachdem bekannt geworden war, dass ihre Vertriebstochter HMI für die 100 besten Vetreter der Hamburg-Mannheimer Versicherung (heute: Ergo) im Jahr 2007 eine Sex-Orgie mit zahlreichen Prostituierten in Budapest organisiert hatte. Der Konzern räumte ein, dass dieser Vorgang "einen gravierenden Verstoß gegen geltende Verhaltens-Richtlinien" darstelle.


Autor:

Markus Weber, Redakteur W&V
Markus Weber

ist in der Online-Redaktion für Agenturthemen zuständig. Bei W&V schreibt er seit 15 Jahren über Werbeagenturen. Volontiert hat er beim Online-Marketing-Titel „E-Market“. 2010 war er verantwortlich für den Aufbau der W&V-Facebookpräsenz. Der Beinahe-Jurist mit kaufmännischer Ausbildung hat ein Faible für Osteuropa.