Obwohl die WARC-Trends die Corona-Katastrophe als die global gesehen größte Wirtschaftskrise seit der Depression der späten 20er Jahre des letzten Jahrhunderts beurteilen, hatte die Finanzkrise des Jahres 2009 nach aktuellem Stand größere Auswirkungen auf die Werbebranche als die gegenwärtige. Die oben bereits erwähnten 8,1 Prozent liegen nämlich deutlich unter den 12,7 Prozent aus dem Jahr 2009. Ob diese vergleichsweise positive Einschätzung aber überhaupt realistisch ist, scheint ungewiss, denn für die Corona-Krise gibt es keinen Präzedenzfall. Sicher ist jedoch, dass es einige Branchen besonders hart trifft: Tourismus, Unterhaltung, Finanzdienstleistungen, stationärer Handel und Automotive werden im Report explizit genannt. Und während digitale Werbung trotz Krise über das gesamte Jahr 2020 global betrachtet leicht weiter wachsen wird, verbuchen Kinowerbung (-31,6 Prozent), OOH (-21,7 Prozent), Zeitschriften (-21,5 Prozent), Zeitungen (-19,5 Prozent), Radio (-16,2 Prozent) sowie TV (-13,8 Prozent) global gesehen gigantische Rückgänge bei den Werbeumsätzen. 

Digitalwirtschaft als Retter in der Not? 

Auf dem Höhepunkt der Krise im April gingen die Umsätze von digitaler Werbung in Europa um einige Prozent zurück. Die größten Verluste hatte in Europa Print zu verkraften, dicht gefolgt von Radio und OOH. Allerdings waren die beiden erstgenannten Bereiche bereits in den Vormonaten von deutlich sinkenden Werbeumsätzen betroffen – diesen Trend hat Corona lediglich nochmals beschleunigt. Generell sieht der WARC Report die Digitalwirtschaft als Lichtblick in einer von jeder Menge Dunkelheit umgebenen Welt. Denn während der stationäre Handel auch nach der Wiedereröffnung zu kämpfen hat, boomt der Versandhandel. Facebook und Alphabet steigern ihre Umsätze trotz Weltwirtschaftskrise und im Zuge der Krise haben sich viele Gewohnheiten geändert. Dazu gehört die zunehmende Nutzung von Streaming-Angeboten ebenso wie der Boom von Video-Konferenzen und Home Office. Das sind Bereiche, die auf Kosten anderer wachsen dürften, da zahllose Menschen in Zukunft mit knapperen Budgets auskommen müssen und ihre Gelder daher überlegter verteilen werden als in der Vergangenheit.

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