Kampagne "Ryanfall" :
Eurowings provoziert Ryanair

Mit einer spontan kreierten Kampagne nimmt Eurowings die Pannen bei Ryanair aufs Korn. Das ist witzig und bringt Klicks im Netz, hat aber auch Folgen ...

Text: Conrad Breyer

Auf Facebook bekommt Eurowings für die Aktion viel Liebe, aber auch Kritik.
Auf Facebook bekommt Eurowings für die Aktion viel Liebe, aber auch Kritik.

Das Ryanair-Debakel ist bekannt. 2000 Flüge weniger bis Ende Oktober - offiziell, weil die Crews Urlaubsansprüche nicht rechtzeitig geltend gemacht haben. Ein riesiger Imageschaden.

Der Konkurrent Eurowings, ebenfalls Billigflieger, hat das ebenso schamlos wie kreativ ausgenutzt und sich eine Kampagne dazu machen lassen. Die kommt von Stammhalter Lukas Lindemann Rosinski aus Hamburg und läuft in den sozialen Medien, auf Facebook und Twitter, aber auch im Handelsblatt.

Mit der Headline "Ihre Buchung war ein Ryanfall?" wirbt die Lufthansa-Tochter in bester Sixt-Manier seit Donnerstagmorgen auf Facebook, Freitag erschien noch eine Anzeige im Handelsblatt, und hat Tausende Likes dafür gesammelt. Manche finden die Aktion gut, sie ist schnell, überraschend und kreativ. Andere fangen an, die Missstände bei Eurowings aufzuzählen wie Verspätungen, Flugausfälle und so weiter.

Konkurrentenbashing schadet der Marke

Wer gewinnt? Steht nicht fest. Aufmerksamkeit ist jedenfalls garantiert.

Letztlich hat sich Eurowings jetzt einmal für die hämischen Kommentare von Ryanair gerächt, die vor zwei Jahren den Streik der Lufthansa-Piloten begleiteten. Die beiden Unternehmen beharken sich seit Jahren. Für die Medien und so manchen Verbraucher, der nicht gerne fliegt, mag das unterhaltsam sein. Ob solche Aktionen nicht aber am Ende einer Marke schaden? Ist anzunehmen. Denn nachhaltig Werte schaffen sie nicht.


Autor:

Conrad Breyer, W&V
Conrad Breyer

kam über Umwege ins Agenturressort der W&V, das er heute leitet. Als Allrounder sollte er einst einfach nur aushelfen, blieb dann aber. Er liebt alles, was Struktur hat in der Agenturwelt und Werbern unter den Nägeln brennt. Angefangen hat das alles mit einem Praktikum bei Media & Marketing, lange her. Privat engagiert er sich für LSBTI-Rechte, insbesondere in der Ukraine.


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