Neuer Chefstrategie :
Ex-Opel-Chef Thomas Sedran wechselt zu Volkswagen

Bei Opel war Sedran maßgeblich an der Entwicklung des Zehnjahresplanes beteiligt, mit dem Opel in die Gewinnzone zurückkehren will. Er gilt als "Mann für schwierige Sanierungsfälle".

Text: Deutsche Presse-Agentur

Mitten in der Abgasaffäre holt Volkswagen abermals einen hochrangigen externen Manager an Bord: Der frühere Chef des Autoherstellers Opel, Thomas Sedran, wird neuer Chefstratege bei VW. Das teilte die Volkswagen AG am Montag in Wolfsburg mit. Er übernimmt die Funktion zum 1. November und wird direkt an den neuen Vorstandsvorsitzenden Matthias Müller berichten.

Im Autogeschäft kennt sich der neue Chefstratege von Volkswagen bestens aus. Gut 20 Jahre hat Thomas Sedran als Berater der Autoindustrie gearbeitet, bevor er Anfang 2012 in den Vorstand der Adam Opel AG berufen wurde. Der promovierte Ökonom übernahm in Rüsselsheim zunächst das neu geschaffene Ressort Geschäftsentwicklung und Unternehmensstrategien mit dem Ziel, den seinerzeit kriselnden Autobauer auf profitables Wachstum zu trimmen.

Nach dem Rauswurf des glücklosen Karl-Friedrich Stracke lenkte der heute 51-Jährige das Unternehmen von Juli 2012 bis Ende Februar 2013 übergangsweise sogar. Als Dauerlösung gedacht war das Engagement aber von Anfang an nicht. Mit dem Amtsantritt des heutigen Opel-Chefs Karl-Thomas Neumann wechselte Sedran innerhalb der Opel-Mutter General Motors nach Zürich, wo er bis Sommer 2015 für Chevrolet und Cadillac in Europa zuständig war.

Zu seinem Abschied von Opel wurde er mit warmen Worten bedacht: Denn er war nicht nur maßgeblich an der Entwicklung des Zehnjahresplanes beteiligt, mit dem Opel in die Gewinnzone zurückkehren will. Er hat auch die Kosten gedrückt, das Aus der Opel-Fertigung in Bochum verkündet und etwa die Rückkehr des Herstellers ins Fußballsponsoring und in den Motorsport beschlossen.

Zuvor hatte Fußballfan Sedran mehr als zehn Jahre für Roland Berger Strategy Consultants gearbeitet. Danach war er einer der Leiter des Geschäftsbereichs Europäische Automobilindustrie bei der Unternehmensberatung AlixPartners in München. In dieser Position war er an der Schließung des Opel-Werks Antwerpen beteiligt, wo rund 8000 Mitarbeiter entlassen wurden. Die "Süddeutsche Zeitung" bezeichnete ihn einst als "Mann für schwierige Sanierungsfälle".