Nichts spricht gegen Maskenwerbung

Eine genaue Betrachtung der Werberichtlinien und Hinweise lohnt sich. Denn bei Anzeigen für Stoffmasken erscheinen vor allem drei Argumente besonders wichtig:

1) Keine medizinischen Produkte 

Dass auf Facebook keine medizinischen Produkte beworben werden dürfen, klingt verständlich. Dies ist offensichtlich für medizinische Masken (z.B. FFP2/3) besonders relevant, trifft auf ausdrücklich nicht medizinische Community Masken aber nicht zu. Daran darf es also nicht liegen.

2) Keine irreführende Versprechen

Zum Schutz aller Nutzer verbietet Facebook die Kommunikation von irreführenden Versprechen, zum Beispiel "Mit dieser Maske erhältst du einen 100-protentigen Schutz". Auch diese wichtige Regel ist absolut nachvollziehbar. Sie trifft auf viele der betroffenen Firmen jedoch nicht zu, da von ihnen ausdrücklich auf den fehlenden Schutz beim Tragen von Community Masken hingewiesen wird. 

3) Nicht von der Angst anderer profitieren

Ist also alles eine rein moralische Frage? Wohl kaum. Denn einige der betroffenen Firmen verkaufen die akut benötigten Masken zum Selbstkostenpreis oder spenden die erzielten Gewinne für einen guten Zweck. Von Profiteuren keine Spur.

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Wo also ist das Problem? Gibt es vielleicht doch eine andere Erklärung, für die Anbieter von Community Masken gar nicht selbst verantwortlich sind? Haben wir es hier mit einem moralischen Dilemma zu tun, das gar keines ist?

Facebook äußert sich dazu nur sehr generell auf einer für die Coronakrise eingerichteten News Seite. Am 16. März wird dort beispielsweise darauf hingewiesen, dass es aufgrund der Krise bei Prüfungen vermehrt zu Fehlern und längeren Antwortzeiten kommen kann.

Dann ist doch alles geklärt? Mitnichten! 

Viele der betroffenen Firmen sind aufgrund der Monopolstellung von Facebook sehr stark von Werbung auf Facebook und Instagram abhängig, um eigene Produkte anzubieten und sich mit Kunden auszutauschen. Dies gilt vor allem für Firmen der Textil- und Modebranche, die dank vorhandener Produktionskapazitäten und funktionierender Lieferketten in Sachen Stoffmasken gerade besonders in der Verantwortung sind. 

Wenn diesen Firmen nun der Kundenkontakt dauerhaft entzogen wird, nur, weil sie versuchen, der enormen Nachfrage an Stoffmasken Herr zu werden, dann ist das alles andere als moralisch. sollten wir das Kind beim Namen nennen. Soviel von unserer Seite: Moral heißt es nicht.


Andri Stocker und Dirk Meycke sind Gründer und Geschäftsführer der nachhaltigen Streetwear-Marke Phyne aus Mannheim. Neben Bekleidung produziert das Modelabel seit Mitte März wiederverwendbare Gesichtsmasken aus 100 Prozent Biobaumwolle.

Andri Stocker und Dirk Meycke, Phyne


Autor: W&V Leserautor

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